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Trockenbau-Unterkonstruktion aus Holz: Auf dem Holzweg?

Das ökologische Bewusstsein vieler Bauherren macht auch vor dem Ständerwerk im Trockenbau nicht halt. So werden immer mehr Ausbauprofis mit dem Wunsch konfrontiert, statt der üblichen U- und C-Profile aus Metall Holzlatten oder gar Kanthölzer als tragende Unterkonstruktion zu verarbeiten. Ökologisch gesehen sind die Metallprofile sicher nicht ungesünder für das Raumklima als eine Trockenbau-Unterkonstruktion aus Holz, allerdings sprechen die Energiebilanz bei der Herstellung und das einfache Recycling klar für die Latten und Leisten.

Vor- und Nachteile einer Trockenbau-Unterkonstruktion aus Holz

Unabhängig davon, ob Sie als Innenausbauer lieber mit Holz oder Metall arbeiten, haben Trockenbau-Unterkonstruktionen aus Holz oder Metall ihre materialspezifischen Eigenheiten. Holz punktet mit der schon erwähnten ökologischen Komponente und mit einer größeren Stabilität bei einseitig beplankten Bauteilen wie einer Vorwand. Die Verarbeitung in puncto Zuschnitt, Verankerung und Fixierung ist sicherlich etwas einfacher als bei den Metallprofilen. Das Material Holz dämmt an sich wesentlich besser als Metall.

Auf der Negativseite fällt vor allem die aufwendigere Logistik wortwörtlich ins Gewicht. Die meisten Gipsplattenhersteller geben für das Mindestmaß für Holzlatten eine Dimension von 40/60 mm an, einige auch 60/80 mm. Diese Latten haben erstens ein höheres Gewicht als jedes Metallprofil und sie können zweitens nicht so elegant ineinander geschoben werden. Der Transport zur Baustelle und innerhalb des Objekts wird bei einer Holzunterkonstruktion im Trockenbau folglich zeit- und kraftaufwändiger.

Holz ist ein hygroskopischer Baustoff, das heißt, es passt seine Materialfeuchte ständig an die Umgebungsluftfeuchtigkeit an. Das passiert leider auch dann, wenn das Holz unter einer zweilagigen Beplankung mit Gips- oder Zementplatten verschwunden ist. Das damit einhergehende Arbeiten des Holzes führt zu Spannungen innerhalb der Plattenlagen, Risse an den Plattenfugen können somit die Folge einer Trockenbau-Unterkonstruktion aus Holz sein. Das alles ist bei Metallständerwerken ausgeschlossen, das temperaturbedingte Ausdehnungsverhalten der Profile ist komplett zu vernachlässigen. Zudem haben Metallprofile einen höheren Grad an Vorfertigung als Kanthölzer. Das betrifft vor allem die vorgestanzten Löcher für die Elektroinstallationen, aber auch biegbare U-Profile für gebogene Wandkonstruktionen. Schwere Lasten wie Waschtische oder Hängeschränke können über Aussteifungsprofile oder Vorwandelemente aufgefangen werden, bei der Holzkonstruktion über zusätzlich eingezogene Querriegel.

Die Verarbeitung von Holzunterkonstruktionen im Trockenbau

Um das Arbeiten des Holzes weitestgehend zu minimieren ist es wichtig, mindestens keilgezinkte Latten und Kanthölzer zu verwenden. Bei diesen Hölzern werden fehlerhafte Stellen ausgekappt und verleimt. Als Richtwert für die Holzfeuchte für den Innenausbau gelten 6 bis 8 %. Einige Hersteller von Trockenbausystemen bieten Holzständerwerke aus Schichtholz an, die ähnlich wie schichtverleimte Holzwerkstoffplatten absolut formstabil bleiben (z. B. „3D“ von Fermacell). Diese Systeme haben den Vorteil, dass Rand- und Ständerprofile gleich sind und über eingefräste Nuten entweder planeben oder auch zu einer dickeren Wandstärke versetzt zu einer Trockenbau-Holzkonstruktion zusammengesteckt werden können.

Mit den genuteten Schichtholzprofilen ... (Bild: Fermacell)

Mit den genuteten Schichtholzprofilen ... (Bild: Fermacell)

... sind mit einer Profilbreite ... (Bild: Fermacell)

... sind mit einer Profilbreite ... (Bild: Fermacell)

... drei verschiedene Wanddicken möglich – 50 mm, 75 mm, 100 mm. (Bild: Fermacell)

... drei verschiedene Wanddicken möglich – 50 mm, 75 mm, 100 mm. (Bild: Fermacell)

Die Verarbeitung der Holzprofile bei einem Trockenbau mit Holzunterkonstruktion unterscheidet sich nicht von der der Metallprofile. Das heißt, alle umlaufenden Hölzer bekommen ein Dichtband, der Ständerabstand liegt bei maximal 62,5 cm, die Verbindung zwischen Boden-/Decken- und Ständerprofilen erfolgt über Chips, die entweder lose eingesteckt oder eingeleimt werden. Der Längenzuschnitt der Ständerprofile muss bei der Holzvariante allerdings etwas genauer sein, damit die Chips eingesteckt werden können. Alles Weitere wie Trennwanddämmung und Beplankung mit Gips- oder Zementbauplatten funktioniert bei beiden Varianten gleich. Das Einarbeiten von Fugendeckstreifen in der obersten Plattenlage wird bei einem Holzständerwerk grundsätzlich empfohlen.

Für das Dichtband wird bei Holzkonstruktionen in der Regel eine Filzunterlage gewählt. (Bild: Fermacell)

Für das Dichtband wird bei Holzkonstruktionen in der Regel eine Filzunterlage gewählt. (Bild: Fermacell)

Der Ständerabstand hängt wie beim Metallständerwerk vom Plattenmaß ab und liegt bei maximal 62,5 cm. (Bild: Fermacell)

Der Ständerabstand hängt wie beim Metallständerwerk vom Plattenmaß ab und liegt bei maximal 62,5 cm. (Bild: Fermacell)

Die Verbindungschips können auch eingeleimt werden, damit die Ständer unverrückbar sind. (Bild: Fermacell)

Die Verbindungschips können auch eingeleimt werden, damit die Ständer unverrückbar sind. (Bild: Fermacell)

Teaserbild und Keyvisual: Fermacell

 

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