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Flüssige und bahnenartige Abdichtungen im Bad

Mit einer effektiven Abdichtung im Bad und anderen Feuchträumen lassen sich Schäden durch die unweigerlich anfallende Feuchtigkeit zuverlässig verhindern. Rund um Duschen, Waschbecken und Wannen ist Spritzwasser das Hauptproblem, aber auch der Wasserdampf macht Ärger, wenn er sich an Wänden und Boden niederschlägt. Wir geben die wichtigsten Tipps für die nachträgliche Abdichtung.

Abdichtung im Bad mit flüssiger oder pastöser Masse

Verbundabdichtungen sind das Mittel der Wahl, um die stark beanspruchten Flächen vor den Schäden durch eindringendes Wasser zu schützen. Bei der Verbundabdichtung im Bad handelt es sich entweder um eine flüssige oder pastöse Abdichtungsmasse, die aufgestrichen oder gespachtelt wird, alternativ kommen wasserundurchlässige Abdichtungsbahnen zum Kleben zum Einsatz, auf die die Fliesen im Dünnbettverfahren geklebt werden. Im Bereich des Spritz- oder Ablaufwassers ist die Verbundabdichtung vorgeschrieben. Folgende Regeln gelten dabei:

  • Die Abdichtung einer Dusche reicht an den Wänden im Spritzwasserbereich bis 30 cm oberhalb der Wasserentnahmestelle (Duschkopf).
  • Im Wannenbereich werden die Wände nur bis 20 cm oberhalb der Wasserentnahmestelle abgedichtet.
  • Bei bodengleichen Duschen mit einer integrierten Ablaufrinne dient ein Anschlussflansch mit 90° Aufkantung an der Wand dazu, die Dusche abzudichten.
  • Bei bodengleichen Duschen, die aus einem vorgefertigten Element mit integriertem Ablauf bestehen, sollten die Fugen zwischen Duschelement und Estrich sowie der Anschluss an die Wand mit Fugenbändern, die in die Verbundabdichtung eingearbeitet werden, abgedichtet werden.
  • Sämtliche Durchdringungen für Armaturenanschlüsse oder bei Abläufen in Wand und Boden müssen mit Abdichtungsflanschen oder -manschetten ausgeführt sein, die in die Abdichtungsmasse oder –bahnen eingearbeitet werden.
  • Eingearbeitete Gewebe bzw. Fugenbänder im Fugen- und Wandanschlussbereich verhindern Durchfeuchtungen, die Abdichtung soll mindestens 15 cm oberhalb des Bodenbelags im Wandbereich hochgezogen werden.
     

Das ZDB-Merkblatt „Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ vom Januar 2010 gilt allgemein als anerkannte Richtlinie, wenn man ein Bad abdichten will. Danach wird zwischen hoher und mäßiger Beanspruchungsklasse unterschieden: Als mäßig beansprucht gilt eine Abdichtung in einem Bad, das zeitweise wieder abtrocknen kann, wie zum Beispiel im Privat- oder Hotelbereich. Hier dürfen auch nicht feuchtebeständige Ausbauplatten eingesetzt werden, wenn sie wie oben beschrieben abgedichtet werden. Zu den hoch beanspruchten Abdichtungen zählen Flächen, die ständigem Wasserfluss ausgesetzt sind, wie gewerbliche und öffentliche Duschen oder Beckenumgänge in Schwimmbädern. Hier dürfen nur feuchtebeständige Materialien für Wände und Böden zum Einsatz kommen.

Geeignete Untergründe für die Abdichtung im Bad sind:

  • Beton
  • Putz
  • Gipskartonplatten
  • Leichtbetonhohlwandplatten
  • Maschineller Gipsputz (MP)
  • Porenbetonbauplatten
     

Kritische Bereiche in Sanitärräumen sind:

  • Übergänge von Sanitäreinrichtungen zur Wand
  • Wanddurchdringungen von Sanitäranschlüssen
  • Eckfugen
  • Bodenabläufe