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Kabellos die Funken fliegen lassen: Akku-Winkelschleifer

Lange Zeit gab es Elektrowerkzeuggattungen, die vom allgemeinen Trend zum Akkubetrieb ausgeschlossen waren. Dazu gehörten beispielsweise Bohrhämmer und Kreissägen – und auch große Zweihand-Winkelschleifer. Bei letzteren waren es die sehr hohen Ansprüche an die Leistungsaufnahme der Geräte von bis zu 2.500 Watt, die einen sinnvollen Akkubetrieb ausschlossen. Das hat sich 2014 geändert, als Metabo eine neue Generation von Akkus einführte, mit der sich ähnliche Leistungsdaten wie bei einem kabelgeführten Gerät erreichen lassen. Dadurch ist es möglich, Winkelschleifer mit 230-mm-Schleifscheiben durch härteste Materialien zu drücken, und das weit weg von jeglicher Steckdose. Die dafür nötige Akkutechnik (LiHD) basiert auf völlig neuen Hochleistungszellen und einem von Metabo neu konzipierten Akkupack. Im Detail handelt es sich um die Verwendung von mehr aktivem Zellenmaterial, den Einbau von hochstromfähigen Stromschienen, vergrößerte Kontakte sowie den Einsatz von Zellenverbindern aus einer speziellen Kupferverbindung.

Winkelschleifer: Die Kleinen profitieren von der Entwicklung der Großen

Leistung für alle Winkelschleifer-Größen: Unterhalb der großen Zweihand-Winkelschleifer hat sich die Akkutechnologie bei den Einhand-Winkelschleifern schon länger etabliert, aber auch die profitiert von der Entwicklungsarbeit bei den großen Akku-Winkelschleifern. Interessanterweise unterscheiden sich die Einhand- und Zweihandvarianten gar nicht so sehr in Bauweise und Handhabung, sondern hauptsächlich in Größe, Leistung und beim maximal möglichen Trennscheibendurchmesser. Entsprechend finden die Geräte eher im Innenausbau Anwendung, wo kleinere Metallteile oder Natursteinplatten zu durchtrennen sind und eine Schweißnaht zu schleifen ist. Standard bei den leistungsfähigen Akku-Winkelschleifern ist eine Spannung von mindestens 18 Volt und eine Leerlaufdrehzahl von 9.000 U/min. Die Akkukapazitäten haben in den vergangenen Jahren einen enormen Sprung gemacht, bis zu 5,5 Amperestunden sind mittlerweile auch bei Einhand-Winkelschleifern zu haben. Den Effekt bei Lithium-Ionen-Akkus, dass bei hohen Belastungen mit hohen Stromstärken die Nennkapazität oft halbiert wurde, haben die Hersteller mittlerweile im Griff. Wie bei anderen hochwertigen Akkugeräten ist ein bürstenloser Motor mittlerweile die Regel. Gerade bei den Einhand-Winkelschleifern ist dadurch eine schlanke und kompakte Bauweise möglich, die von großem Vorteil im Arbeitsalltag ist. Der alte Spannschlüssel für den Scheibenwechsel hat bei vielen Akku-Winkelschleifern übrigens ausgedient: Sie verfügen über einen Schnellspannmechanismus (Mutter), der auf jeden Werkzeugeinsatz verzichten kann, das gilt auch für die Schutzhaube.

Durch eine weiterentwickelte Akkutechnik und der Power aus dem 36-Volt-Akku entsprechen große Akku-Winkelschleifer in der Leistungsfähigkeit den Netzvarianten mit 2.400 Watt. Bis zu 230 mm große Schleifscheiben können verwendet werden. (Bild: Metabo)

Durch eine weiterentwickelte Akkutechnik und der Power aus dem 36-Volt-Akku entsprechen große Akku-Winkelschleifer in der Leistungsfähigkeit den Netzvarianten mit 2.400 Watt. Bis zu 230 mm große Schleifscheiben können verwendet werden. (Bild: Metabo)

Die handlichen Einhand-Winkelschleifer profitieren in der Anwendung ebenfalls vom Leistungssprung bei der Akkutechnik. 18 Volt Akkuspannung sollten es sein, bis zu 5,5 Amperestunden an Akkukapazität sind möglich. (Bild: Hilti)

Die handlichen Einhand-Winkelschleifer profitieren in der Anwendung ebenfalls vom Leistungssprung bei der Akkutechnik. 18 Volt Akkuspannung sollten es sein, bis zu 5,5 Amperestunden an Akkukapazität sind möglich. (Bild: Hilti)

In Schleifscheiben steckt mehr als man glaubt

Trotz aller technischer Entwicklung bei den Winkelschleifern sind es letztlich die Schleif- und Trennscheiben, die die Arbeit verrichten. Sie bestehen aus Kunstharz, stabilisierenden Glasfasereinlagen und dem Schleifmittel wie Edelkorund oder Siliciumcarbid. Mit Schleifscheiben, die mit Industriediamanten in metallischen Bindemitteln versehen sind, lassen sich selbst Naturstein, Beton und Keramik mit einem Winkelschleifer trennen. Die Trennscheiben sind an den Seiten mit einem Glasfasergewebe verstärkt, das den spröden Schleifkern auch beim Verkanten in Stein oder Beton nicht bersten lässt. Vorsicht ist allerdings beim Schruppschleifen geboten, dem Entgraten eines vorher durchtrennten Metallstücks. Nimmt man hier normale Trennscheiben, wird die Seitenarmierung schnell zerstört und es kann zu Unfällen mit dem Akku-Winkelschleifer kommen. Spezielle Schruppscheiben haben dagegen auch im Inneren mehrere Glasfasereinlagen – das sorgt für Sicherheit. Übrigens: Auch Trenn- und Schleifscheiben haben ein Verfallsdatum. Da die Schleifkörner im Kunstharz altern, wird es nach drei Jahren höchste Zeit für neue Schleifscheiben.

Keyvisual und Teaserbild im Beitrag: Hilti
 

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