Asbest-Tests: Asbest auch ohne Gutachter erkennen

Asbest-Tests: Asbest auch ohne Gutachter erkennen

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Unsichtbar und doch tödlich kann Asbest in vielzähligen Baumaterialien vorkommen, die bis 1993 zum Einsatz kamen. Wer sicher gehen möchte, ob Asbest im jeweiligen Bauobjekt vorhanden ist oder nicht, sollte daher auf eine Laboranalyse nicht verzichten, um gesundheitliche Gefährdungen ausschließen zu können.

Vor 1993 ist Asbest fast überall zum Einsatz gekommen und kann in unzähligen Materialien nachgewiesen werden, zum Beispiel diesen:

  • Dämmplatten
  • Bitumen
  • Eternit
  • Linoleum
  • Fensterkitt
  • Zement
  • Dachpappe
  • Farbanstriche
  • Fugenmasse
  • Fliesenkleber
  • Putze & Mörtel
    uvm.

Der damals allseits beliebte Werkstoff, zeichnete sich durch zahlreiche positive Eigenschaften aus, wie unter anderem die extreme Säure- und Hitzebeständigkeit. Auch ist Asbest sehr beständig gegen Korrosion und Fäulnis und ist zudem sehr isolierfähig. Denn übersetzt bedeutet Asbest „unvergänglich““. Genauso unvergänglich können Asbestfasern allerdings im Körper sein und Krebs oder Asbestose auslösen. Die Mineralfasern können freigesetzt und eingeatmet werden und bei entsprechender Länge und Dicke in die Lunge gelangen und somit in das Gewebe.

Wann ist ein Asbest-Test erforderlich?

Ob in älteren Gebäuden asbesthaltige Materialien verbaut worden sind, kann in Labortests ermittelt werden. (Abb.: IVARIO)

Wenn ein Gebäude vor 1993 erbaut wurde, besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass Asbest mit verbaut wurde. Asbest kann freigesetzt werden, wenn schwachgebundener Asbest aus beschädigten Materialien austritt. Er wird folglich erst freigesetzt, wenn Baumaterial bearbeitet wird. Daher ist es sinnvoll eine Asbestanalyse vor Bauarbeiten durchzuführen. Wenn mit Baumaterialien, die Asbest enthalten, unsachgemäß gearbeitet wird, können Strafen drohen. Ein Asbest-Test ist also unumgänglich, um festzustellen, ob und wie stark der jeweilige Baustoff mit Asbest belastet ist. Wenn Sie schnell und zuverlässig wissen möchten, ob Asbest in Baumaterialien oder der Raumluft vorhanden sind, dann bieten sich hier die Asbest-Tests von IVARIO für Gewerbe-und Privatkunden.

Wie verläuft eine Analyse auf Asbest?

IVARIO sendet Privat- und Gewerbekunden Test-Kits mit ausführlicher Anleitung zu. (Abb.: IVARIO)

Asbest-Tests, wie beispielsweise die von IVARIO, sind in ihrer Durchführung denkbar einfach. Neben Materialproben können auch Hausstaubproben entnommen werden, wenn der Fall besteht, dass bereits Arbeiten am jeweiligen Objekt stattgefunden haben. In dem Falle ist eine Staubprobe ideal für einen schnellen und unkomplizierten Überblick, ob Asbests bereits in der Luft freigesetzt wurde. Die Staubprobe kann mit einem Klebestreifen entnommen, eingeschickt und im akkreditierten Labor ausgewertet werden. Bei einer Materialprobe, die vor Bauarbeiten empfohlen wird, wird ein kleiner Materialteil zum Fachlabor eingesendet. Die dazu benötigten Materialien zur Durchführung der Tests -inklusive ausführlicher Anleitung- werden von IVARIO bereitgestellt und zugesandt. Im Nachweisverfahren nach VDI 3866-5 können bis zu einer Nachweisgrenze von 0,001% (je nach Materialart) Asbestspuren nachgewiesen werden.

Labortest für KMF

Künstliche Materialfasern (KMF) sind ein Nachfolgeprodukt von Asbest, welchen ähnlich gesundheitsschädigend sein kann. Sie sind unter anderem in Glaswolle, Steinwolle, Mineralwolle, Kamilit und Kamelit wiederzufinden. Nicht alle KMF sind zwingend schädlich. Doch gerade, wenn diese vor 2006 hergestellt wurden, können sie krebserregend wirken und nicht nur in Materialien stecken, sondern sich auch in der Luft aufhalten und so in die Lunge gelangen. So müssen gegebenenfalls auch KMF Fasern nach den Regeln der technischen Regelung für Gefahrenstoffe behandelt werden.

Weitere Informationen über Asbest-Tests von IVARIO finden Sie hier. IVARIO bietet außerdem noch weitere Umweltanalysen an: So können Sie Ihr Leitungswasser testen lassen, sowie Schimmel und Bodenanalysen durchführen lassen.

12. September 2021
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Gut geschützt bei der Sanierung von Schimmelpilzschäden

Gut geschützt bei der Sanierung von Schimmelpilzschäden

Schimmelpilze und deren Sporen sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt und daher auch in Innenräumen vorhanden. Finden sie dort allerdings die richtigen Bedingungen vor, können sie sich zu erheblichen Schäden auswachsen, die behoben werden sollten. Dabei gilt: Alle, die sich professionell mit der Beseitigung von Schimmelschäden beschäftigen, müssen die gesundheitlichen Risiken für Gebäudenutzer und -nutzerinnen sowie für die Beschäftigten der Sanierungsfirmen berücksichtigen. Denn bei der Entfernung von mit Schimmel belasteten Materialien können hohe Konzentrationen an Staub und Mikroorganismen freigesetzt werden, die insbesondere bei längerer oder häufiger Exposition zu gesundheitlichen Beschwerden führen können.

Kleine Schimmelschäden sanieren

Schimmelschäden mit einer Ausdehnung von weniger als 20 Quadratzentimeter, die sich nur auf der Oberfläche befinden, sind gemäß dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes geringfügige Schäden (Kategorie 1). Zwar geht von solch kleinen Schimmelschäden in der Regel keine gesundheitliche Gefahr aus, aber schon aus optischen Gründen möchten Betroffene zumeist auch einen kleinen Schimmelbefall entfernen.

Bei der Sanierung kleiner Schäden müssen keine besonderen oder aufwändigen Maßnahmen zum Schutz der Umgebung oder zum Arbeitsschutz getroffen werden. Sie können daher auch von Laien behoben werden. Aber Achtung: Damit aus einem kleinen Schaden nicht irgendwann ein großer Schaden wird, sollte die Ursache für den Schaden ermittelt und beseitigt werden. Für einen Laien ist dies nicht in allen Fällen zu leisten, sodass im Zweifel ein Fachmann zu Rate gezogen werden sollte.

So gehen Sie bei kleinen Schäden vor:

  • Sicherstellen, dass der Schaden nur an Oberfläche besteht.
  • Schimmelbefall nicht abbürsten, da mikrobielle Stoffe und Partikel in die Luft gelangen und dann eingeatmet werden können.
  • Befallenes Material, das entfernt werden soll, vorher befeuchten. Alternativ den Befall vor Entfernen mit einem feuchten Mikrofasertuch abwischen. Das Tuch danach entsorgen.
  • Befallenes Material nicht mit bloßen Händen entfernen, sondern Schutzhandschuhe aus Kunststoff tragen.
  • Entferntes, mit Schimmel befallenes Material sofort dicht verpacken und entsorgen.
  • Bei Über-Kopf-Arbeiten eine Schutzbrille tragen.
  • Direkte Arbeitsumgebung möglichst abdecken.
Typischer geringfügiger Schaden an einer Fensterleibung (Bild: Wolfgang Lorenz)

Sofortmaßnahmen bei größeren Schimmelschäden

Nicht immer kann nach Feststellung eines Schimmelschadens größeren Ausmaßes zeitnah mit der Sanierung begonnen werden. Sind besonders gefährdete Personen von einem Schimmelpilzschaden betroffen oder berichten bereits von massiven gesundheitlichen Beschwerden, kann es erforderlich sein, sofortige Schutzmaßnahmen zu ergreifen, noch bevor mit der Sanierung des Schadens begonnen wird. Es gibt sowohl organisatorische als auch technische Sofortmaßnahmen, mit denen die Exposition von Betroffenen entweder verhindert oder vermindert werden kann.

Zu den organisatorischen Maßnahmen gehören:

  • Information der Betroffenen
  • Angebot einer arbeitsmedizinischen/umweltmedizinischen Beratung oder Betreuung
  • Umquartieren von besonders empfindlichen Personen, die unter Allergien oder Asthma leiden
  • Aufenthaltsdauer einschränken
  • Räume stärker und häufiger reinigen und/oder lüften
  • Räume, Gebäudeteile oder auch das gesamte Gebäude sperren

Zu den technischen Sofortmaßnahmen gehören:

  • Abschotten oder Binden des Befalls durch (vorübergehende) dichte Abdeckung oder Überstreichen
  • Abschotten von Räumen oder Gebäudeteilen, Fugen an Türen mit Klebeband abkleben
  • Einsatz von Luftreinigern
  • Herstellung von Unterdruck durch eine technische Entlüftung, um die unkontrollierte Verbreitung zu vermeiden

Welche Sofortmaßnahmen sinnvoll und notwendig sind, richtet sich u. a. danach, wie der Raum genutzt wird und sollte im Einzelfall entschieden werden.

Ein solches Ablaufschema hilft bei der Entscheidung, ob Sofortmaßnahmen zu treffen sind oder nicht. (Bild: Wolfgang Lorenz)

Umgebung während der Sanierung schützen

Da bei der Sanierung von größeren Schimmelpilzschäden Stäube und Mikroorganismen freigesetzt werden, die sich dann verbreiten, sollte auch die Umgebung des Sanierungsbereiches geschützt werden. Ein guter Umgebungsschutz ist vor allem wichtig, wenn sich in der Nachbarschaft ein Krankenhaus, eine Arztpraxis, ein Altersheim o. Ä. befindet. Auch dafür bieten sich verschiedene organisatorische und technische bzw. bauliche Maßnahmen an.

Organisatorische Maßnahmen zum Umgebungsschutz können sein:

  • Sperren der Sanierungsbereiche für Unbefugte
  • Festlegen eines Ansprechpartners oder einer Ansprechpartnerin bei Problemen
  • Information der Betroffenen, ggf. der Nachbarschaft
  • regelmäßige Reinigung der Baustelle
  • Festlegung der Transportwege für einen staubfreien Abtransport von belastetem Material

Technische bzw. bauliche Maßnahmen können sein:

  • Verminderung oder Verhinderung von Staub während der Sanierung durch Befeuchten, direkte Absaugung, Abschottung (z.B. mit Staubschutzwänden oder Schleusen)
  • ausgebaute Gegenstände direkt nach Ausbau dicht verpacken und umgehend verschlossen entsorgen, dabei möglichst kein belastetes Material durch saubere Räume transportieren
  • Einsatz von technischen Lüftungsmaßnahmen oder manuelles Lüften, um freigesetzte Stäube nach draußen zu leiten
  • Klima- und Belüftungsanlagen nach Möglichkeit abschalten und luftdicht abkleben
  • fachgerechte Feinreinigung nach Abschluss des Rückbaus

Der Umgebungsschutz sollte nicht vernachlässigt werden, denn der Sanierer ist auch dem Gesundheitsschutz Unbeteiligter verpflichtet.

Sich selbst und Beschäftigte schützen

Bei der Sanierung von Schimmelschäden herrscht nicht immer die Einsicht, dass Arbeitsschutzmaßnahmen notwendig sind. Vor allem wenn die Schäden mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Aber: Bei diesen Arbeiten gelangen häufig hohe Konzentrationen an Staub und Mikroorganismen an die Luft, die besonders bei langer oder häufiger Exposition zu gesundheitlichen Beschwerden führen können. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen haben deshalb eine besondere Verantwortung. Das sieht im Übrigen auch der Gesetzgeber so. Die Biostoffverordnung, die für Tätigkeiten bei der Schimmelsanierung gilt, schreibt vor, dass Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen vor Beginn der Arbeiten eine – fachkundige – Gefährdungsbeurteilung durchführen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen müssen. Wenn sie selbst nicht über die notwendige Fachkunde verfügen, müssen sie sich fachkundig beraten lassen. Eine praktikable Handlungsanleitung zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung mit Hilfestellungen bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen bietet die DGUV-Information 201-028 „Handlungsanleitung Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung“.

Welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, hängt von der ermittelten Gefährdungsklasse ab. Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen ist die sogenannte STOP-Reihenfolge einzuhalten. STOP steht für Substitution, Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen, Persönliche Maßnahmen. Nach dieser Rangfolge muss zuerst geprüft werden, ob und wie durch Ersatz (Substitution) von Tätigkeiten und Arbeitstechniken Gefährdungen verringert werden können. Danach folgen die technischen Maßnahmen. Bei der Beseitigung von Schimmelschäden müssen staubarme Arbeitsverfahren angewandt werden, indem z. B. Maschinen mit wirksamer Absaugung oder technische Lüftungen eingesetzt werden. Reichen diese Maßnahmen noch nicht aus, müssen zusätzlich organisatorische Maßnahmen getroffen und persönliche Schutzausrüstungen eingesetzt werden. Ein Abweichen von dieser Rangfolge muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung begründet werden.

Bei allen Tätigkeiten zur Sanierung von Schimmelschäden sind stets allgemeine Schutzmaßnahmen anzuwenden. Welche genau das sind, wird in der TRBA 500 (Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe) beschrieben. Dazu zählen:

Hier ist eine vollständige PSA mit Einweg-Schutzanzügen und Vollmasken mit Gebläse im Einsatz (Bild: Wolfgang Lorenz)
  • Anwendung staubarmer Arbeitsverfahren
  • Befeuchten der befallenen Oberflächen vor dem Abtrag
  • Verwendung von Maschinen und Geräten mit integrierter Absaugung
  • raumlufttechnische Maßnahmen
  • Einsatz von Industriestaubsaugern der Staubklasse H.
Für das Abfräsen des Wandputzes kommt eine Fräse mit integrierter Absaugung zum Einsatz (Bild: Wolfgang Lorenz)

 

Autorin:
Franziska Zielke
Redaktion ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: NicoLeHe / pixelio.de

 


Die Informationen in diesem Beitrag basieren auf dem Buch „Praxis-Handbuch Schimmelpilzschäden – Diagnose und Sanierung“ von Wolfgang Lorenz und Stefan Betz. Der praxisorientierte Leitfaden liefert Kriterien für die Schadensbeurteilung und konkrete Anleitungen für fachgerechte Sanierungsmaßnahmen. Das Buch ist im Baufachmedien-Shop erhältlich.

9. September 2021
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Bist Du noch ganz dicht?

Bist Du noch ganz dicht?

Die Verklebung und Sicherung sind die nicht trennbaren Komponenten einer dauerhaft luftdichten Folienstoßverklebung beim Dachgeschossausbau. Wer glaubt, eine fehlerhaft verlegte und verklebte Luftdichtheitsfolie durch eine „Anpresslatte“ sichern zu können, der irrt. Dieser Beitrag erklärt, wie eine mechanische Sicherung ausgeführt sein soll, damit sie funktioniert und man bei nachträglicher Prüfung auf der sicheren Seite ist.

Eine richtige Lösung: Senkrecht verklebte Folie, Klebebänder auf den Sparren, Stützkonstruktion statt Anpresslatte. Foto: Marco Ranz

Geklebte Verbindungen besitzen eine eigene, genügende Dichtheit. Zur Sicherstellung der gewünschten Luftdichtheit sind erst einmal keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Eine zusätzliche Anpresslatte würde weder zur Verbesserung der Verklebung, noch der Dichtheit beitragen. Solange die Verklebung funktioniert, ist sie ausreichend dicht.

Aber…
natürlich müssen Klebeversicherungen mechanisch gesichert werden. Denn außer „kleben“ können sie nichts und selbst die geringste andauernde Belastungen führen zu einem Versagen (Ablösen) der Verbindung. Verklebung und mechanische Sicherung sind damit die beiden nicht trennbaren Komponenten einer dauerhaften luftdichten Folienanschluss- bzw. Folienstoßverklebung.

 

Nur: Die auf die Klebeverbindung aufgeschraubte Anpresslatte erfüllt diese Kriterien nicht, sie ist keine Lösung des Problems „mechanische Belastung der Klebeverbindung“. 

Hier wird jetzt erklärt, wie fachgerecht gearbeitet wird.

1.Schritt: Dämmstoff nachhaltig montieren

Dämmstoffgewicht belastet Verklebung. Das Gewicht von Dämmstoff und Folien bringen die Luftdichtheitsebene zum Durchbiegen. Foto: Marco Ranz

Der Dämmstoffeinbau als Zwischensparrendämmung in Dachkonstruktionen, erfolgt naturgemäß gegen die Schwerkraft. Damit der Dämmstoff (meist Faserdämmmatten) seine ­Position zwischen den Sparren behält und nicht herausfällt, wird eine Lagesicherung benötigt. Der Reibungswiderstand des Dämmstoffs an den Sparrenflanken allein kann in keinem Fall als ausreichend gelten. Der Dämmstoff soll aber nicht nur „oben“, sondern er soll in einer exakten Position verbleiben (Abrutschsicherheit).

Klebstreifenwanderung. Der Zollstock zeigt, dass das Klebeband um ca. 10 mm gewandert ist. Klebeverbindungen sorgen für Dichtigkeit, Sicherungsfunktionen können sie nicht übernehmen. Foto: Marco Ranz

Ein fachgerechter Dämmstoffeinbau beinhaltet schon unter Berücksichtigung der „Schwerkraft“ und „Insektenunzugänglichkeit“ auch das Anbringen einer Lagesicherung, einer Stützkonstruktion. Dieser sowieso anzubringenden Stützkonstruktion kann dann auch eine stützende und sichernde Funktion für die Folie und deren Verklebungen übernehmen.

2. Schritt: Geeignete Rahmenbedingungen schaffen

Der erste Schritt einer Folienverlegung und Verklebung ist es, die für das Funktionieren des eingesetzten Klebstoffs notwendigen „Rahmenbedingungen“ zu schaffen. Bekannte Größen dabei sind neben bestmöglicher Staubfreiheit auf der Baustelle Luftfeuchte, Materialfeuchte und Temperatur.

3. Schritt: Folie sauber verlegen

Kompetente Handwerker positionieren die Folienstoßverklebungen nur auf harter Hinterlage, in der Regel auf den Sparren. Die Verlegung der Folienbahnen erfolgt also von First zu Traufe. Die nachfolgend angebrachte Stützkonstruktion sichert dabei das Klebeband jeweils im Abstand der Querlattung. Als „freie Verklebung“ verbleiben so lediglich Einzelabschnitte von ca. 40cm Länge. (Ein weiterer Vorteil: Das die Folienoberfläche ablaufende Kondensat (Winterbaustelle) kann das Klebeband nicht hinterlaufen und die Verklebung dabei beeinträchtigen.)

Klebstreifenwanderung. Der Zollstock zeigt, dass das Klebeband um ca. 10 mm gewandert ist. Klebeverbindungen sorgen für Dichtigkeit, Sicherungsfunktionen können sie nicht übernehmen. Foto: Marco Ranz

4. Schritt: Folie sauber senkrecht verkleben

Eine schlecht verlegte Folie kann nur schlecht verklebt werden, jede Verlegeungenauigkeit bedeutet zusätzlichen Verklebeaufwand. „Schlecht verlegt“ kann dabei bedeuten:

  • Folie ist faltig angebracht;
  • Folienfläche ist gestückelt, also auf Kosten von mehr Verklebung Folienverschnitt reduziert;
  • Folienstöße sind ungünstig angeordnet.

Der richtigen Stoßanordnung kommt dauerhaft eine wesentliche Rolle zu. Und „zufällig dauerhaft“ ist auch keine gute Basis für einen fünfjährigen Gewährleistungseitraum. Die Positionierung dieser Folienstöße – also das Verlegebild – ist dabei keine vom Architekten zu erbringende Planungsleistung, sie liegt vielmehr im Verantwortungsbereich des ausführenden Unternehmers.

Diese Klebeverbindung kann nicht ungeschützt gegen auf sie einwirkende Kräfte aus Dämmstoff-, Foliengewicht, Winddruck und nachfolgenden Gewerken bleiben. Auch nicht für einen „nur“ kurzen Zeitraum.

Die Verklebung darf auch nicht zur Kabel- und Rohrbefestigung „missbraucht“ werden. Kabel und Rohre sind vom Fachunternehmer so zu positionieren und zu befestigen, dass eine spannungsfreie Anschlussverklebung hergestellt werden kann. Gleiches gilt auch für in Dämmebene laufende Rohrleitungen.

Die Stützkonstruktion zur Aufnahme von Dämmstoff-, Foliengewicht und Winddruck wird ausgeführt als Holzlattung mit einem ­Achsabstand von 40 bis 50 cm. Die Lattung wird dabei quer zum Sparrenverlauf geschraubt, die Lattenbefestigung erfolgt direkt ohne Abstand in die Sparren hinein. Auch später nicht einsehbare oder begehbare Bereiche wie z.B. Abseiten oder auch gedämmte, aber nicht ausgebaute Dachspitzen sind mindestens mit so einer Stützkonstruktion zu versehen.

Der Einbau dieser Querlattung/Stützlattung erfolgt zusammen mit der Dämmstoff- und Folienmontage und ist deshalb Bestandteil des Gewerks „Dämmstoff und Dampfbremse liefern und einbauen …“.

Sicherung der Anschlüsse an begrenzende Massivbauteile.

Dazu zählen in der Hauptsache:

  • Anschlüsse an begrenzendes Außenmauer­­­werk
  • Anschlüsse an begrenzendes Innenmauer­­­werk
  • Anschlüsse an begrenzende Massiv­decken
  • Anschlüsse an begrenzende Konstruktionshölzer (Pfetten, Schwellen, o.Ä.)
Im Falle einer Reparatur. Nach der Folienreparatur wird die Verklebung zusätzlich mechanisch gesichert. Foto: Marco Ranz

Folien- und Dämmstoffgewicht sind von zuvor beschriebener Querlattung aufgenommen, andere zusätzlich auf die Klebeverbindung einwirkende Kräfte sind dann noch solche aus Bauteilbewegungen (Schneelast – Winddruck auf das Dach) und aus Folienlängenänderung (Folienschrumpfung). Beide Kräfte können problemlos durch die Ausbildung einer ausreichend bemessenen Folienschlaufe, also Folienzugabe, im Anschlussbereich aufgefangen werden (wie in nahezu sämtlichen Verarbeitungshinweisen einschlägiger Produkte auch angegeben).

 

 

 

 

Autor: Marco Ranz

27. April 2021
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Was ist die richtige Holzqualität?

Was ist die richtige Holzqualität?

Ein Blick auf die letzten Angebote oder Lieferscheine Ihres Holzlieferanten gibt einen ersten Hinweis, welcher Sortierung Ihre gekauften Produkte entsprechen. Haben Sie eine bestimmte Qualität vereinbart oder sich auf die handelsübliche Qualität verlassen? Nicht immer sprechen Hobelwerk, Handel und verarbeitende Zimmerleute dieselbe Sprache – auch wenn es wünschenswert wäre – daher ist ein Blick in die gängigen Sortierregeln unumgänglich.

Gemäß der Fachregeln des Zimmererhandwerks (FR 01: Holzfassaden und FR 02 Balkone und Terrassen) ist die übliche Qualität, die Auftraggebende für sichtbare nichttragende Holzbauteile aus Nadelholz im Außenbereich erwarten können, die Güteklasse 2 nach DIN 68365:2008 (Schnittholz für Zimmererarbeiten – Sortierung nach dem Aussehen – Nadelholz). In der Praxis wird aber häufig die sogenannte „U/S“-Sortierung nachgefragt und eingekauft oder keine eindeutige Vereinbarung getroffen.

Was hat es mit der „U/S-Sortierung“auf sich?

„U/S-Sortierung“ ist eine Bezeichnung aus dem 1958 erschienenen „Grünen Buch“ namens „Die Sortierung von schwedischem Schnittholz“ und bedeutet zunächst „unsortierte Qualität“ in den anfallenden Klassen U/S I-IV (siehe Tabelle 1). Dieses Sortiersystem sollte 1994 durch das sogenannte „Blaue Buch“ „Nordisches Holz – Sortierungsregeln mit den Klassen A–D und den Unterklassen A1–A4“ ersetzt werden, welches sich aber nicht durchgesetzt hat. Seit 2015 gibt es daher das „Graue Buch“, in welchem die „U/S-Sortierung“ wieder enthalten ist (Neuauflage 2020). Diese Regeln werden vom Markt angenommen und spiegeln die zu erwartenden Qualitäten bei nordischer Ware wider. Aber auch innerhalb Deutschlands findet man häufig nach diesen Kriterien sortierte Ware. Bei Hobelware, zum Beispiel Fasebrettern im nordischen Bereich, wird üblicherweise die Qualität „U/S hobelfallend“ seitens des Holzhandels importiert, in der zusätzlich zur U/S-Qualität noch Anteile der Quinta (V) mit hinzugenommen werden. Die U/S hobelfallend wird somit aus sägefallender Qualität (U/S + V) –einschließlich Quinta (V) – gehobelt.

Wonach wird sortiert?

Übersicht der Normen und Regelwerke

DIN 68365:2008-12 „Schnittholz für Zimmererarbeiten – Sortierung nach dem Aussehen – Nadelholz“

Nordisches Holz – Sortierungsregeln (2020)

DIN EN 14519:2006-03 „Innen- und Außenbekleidungen aus massivem Nadelholz – Profilholz mit Nut und Feder“

DIN EN 15146:2007-03 „Innen- und Außenbekleidungen aus massivem Nadelholz – Profilholz ohne Nut und Feder“

VEH Qualitätsrichtlinien für Hobelwaren (Verband der Europäischen Hobelindustrie, 2016)

Sägefallend ohne Sexta

Da sich der Begriff „sägefallend“ zunehmend auch auf dem deutschen Markt etabliert, ist es wichtig zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Wichtig ist dabei zu klären, dass es sich um eine Qualität der ersten beiden Klassen U/S (mit den Unterklassen I-IV) und V handelt, ohne die VI (Sexta). Oft wird in diesem Zusammenhang auch von einer A/B-Sortierung gesprochen, die aber mit der Ablöse des älteren blauen Buches durch das graue Buch nicht mehr für nordische Ware definiert ist. A- und B-Sortierungen gibt es hingegen bei anderen europäischen Sortiervorschriften, die hier noch vorgestellt werden. Erfahrungswerte zeigen für die Qualitätsbezeichnung „U/S hobelfallend“, auch „U/S sf“ oder nur „U/S“ bezeichnet, eine Verteilung von ca. 70 % U/S (I-IV) inkl. 30 % Quinta (V) ohne Sexta (VI). Nach der Erfahrung beim Import nordischer Ware ist eine gute mittelschwedische oder finnische Ware, die meist zum Einsatz kommt, den üblichen Erwartungen entsprechend und ergibt somit auch eine handelsübliche Qualität, die ein Nachsortieren nicht mehr erforderlich macht.

Weitere praxisübliche Sortierungen und Qualitäten

Sortierungen wie die „U/SSortierung“ entstammen den Sortiervorschriften nordischer Ware, werden aber darüber hinaus auch für inländische und anderes Importnadelholz verwendet. (Bild: Der Zimmermann)

Hobelwerke, die nicht mit nordischer Ware arbeiten, bieten oft eine A/B-Sortierung an. Diese Sortierkriterien sind nicht zu verwechseln mit den Qualitätsstufen A, B, C für Schnittholz im untergegangenen blauen Buch (siehe oben). Dies sind eigene Kriterien, die auf weiteren Sortierregeln fußen (siehe unten) – leider setzen sich diese nicht komplett durch, obwohl dies wünschenswert ist. Im Handel wird traditionell weiter meist die oben beschriebene „U/S“, wie die U/S hobelfallend oft verkürzt genannt wird, nachgefragt. Oft liest man im Zusammenhang mit den A/B-Sortierungen von der Norm DIN 68126- 3 aus dem Jahr 1986, was nicht mehr zutreffend ist, da diese Norm durch die europäischen Normen für Hobelware ersetzt wurde. Aktuell gelten DIN EN 14519 (2006) für Profilholz mit Nut und Feder und DIN EN 15146 (2006) für Profilholz ohne Nut und Feder. In diesen Normen sind gültige A- und B- Sortierungen definiert. Zudem können diese Normen auch als Produktnormen für eine CE-Kennzeichnung von Hobelware für Wandverkleidungen herangezogen werden. Ohne weitere Vereinbarung ist in der Praxis oft eine A/B-Sortierung handelsüblich, die in etwa 30 % A- und 70 % B-Anteilen entspricht. Das entspricht nicht der oben beschriebenen Qualität einer nordischen „U/S hobelfallend“ Schnittholz-Sortierung.

Für eine Entsprechung der Sortierung nach DIN 68365, Güteklasse 2 sollte demnach sichergestellt sein, dass eine vereinbarte „U/S hobelfallend“ ausreicht oder eine entsprechende Werkssortierung mit nachweislich hohem Anteil der Klasse A vereinbart werden.

Der Verband der europäischen Hobelindustrie, VEH (maßgeblich geprägt durch österreichische und deutsche Unternehmen) bietet dazu auch eine Qualitätsrichtlinie mit einer Sortierung nach A und B an. Dort gibt es neben der A/B-Sortierung (ca. 30 % A/70 % B) auch die „VEH Top“, die 60 % A und 40 % B enthalten darf. Die „VEH Top“ entspricht so auch in etwa der „U/S hf“ und ist mit der Güteklasse 2 der DIN 68365 vergleichbar.

Sichtung des Holzes
Was beachten bei der Wareneingangskontrolle?

nach dem Merkblatt „Wareneingangskontrolle – Grundlagen“ von Holzbau Deutschland sind folgende Punkte zu überprüfen:
  • Übereinstimmung der gelieferten Ware mit dem Lieferschein und dem Bestellschein
  • Mängel und Beschädigungen
  • Menge
  • Kennzeichnung (z. B. CE-Kennzeichnung)
  • Einhaltung der geforderten Holzfeuchte
  • Erfüllung der Anforderungen für den Verwendungszweck

Exkurs Rauspund

Eine weitere Qualität der Hobelware ist der Rauspund, der aber nicht der oben diskutierten Güteklasse 2 nach DIN 68365 entspricht. In DIN 68365 wird auch eine Klasse für Rauspund definiert. Der „Nordische Rauspund“ wird hingegen aus einer ‚VI (Sexta) und besser‘ Seitenware erzeugt. Die Sortierregeln hierfür sind im oben genannten grauen Buch zu finden. Zudem gibt es bisweilen auch gerade in Süddeutschland noch den Rauspund nach den Tegernseer Gebräuchen, der die niedrigste Qualitätsklasse hinter den Güteklassen I, II und III in den Tegernseer Gebräuchen darstellt. Es handelt sich dabei um ein sägeraues, früher ungehobeltes, heute meist einseitig gehobeltes, zumindest aber egalisiertes Brett mit Nut und Feder oder einer anderen Spundung wie einer Wechselfalz. Die Oberflächen-Hobelqualität (nur egalisiert) ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum „Nordischen Rauspund“, welcher gehobelt ist. Rauspund findet Verwendung als Dachschalung, Blindböden und sonstige untergeordnete Zwecke – für gewöhnlich aber nicht im sichtbaren Außenbereich.

Überprüfung der Qualität bei Wareneingang

Unabhängig davon, wofür das Holz eingesetzt wird, die gewünschte oder erforderliche Qualität sollte zwischen dem Holzhandel und Zimmerleuten vereinbart werden. (Bild: Der Zimmermann)

Für gewerbetreibende Zimmerleute ist die Wareneingangskontrolle gesetzliche Vorgabe (Untersuchungspflicht). Findet diese nicht statt, besteht für äußerlich erkennbare Mängel im späteren Verlauf so gut wie keine rechtliche Möglichkeit einer Reklamation. Davon unberührt bleiben sogenannte „verdeckte Mängel“ oder außerrechtliche Kulanzregelungen.
Geregelt ist dies in § 377 des Handelgesetzbuchs (HGB), der im ersten Satz besagt, dass „… der Käufer die Ware unverzüglich nach der Ablieferung durch den Verkäufer zu untersuchen und, wenn sich ein Mangel zeigt, dem Verkäufer Anzeige zu machen hat.“ Die Rügefrist ist in den Gebräuchen im Handel mit Holz und Holzprodukten in Deutschland (bekannt als „Tegernseer Gebräuche“) geregelt und beträgt 14 Tage ab Wareneingang. Wird die Mängelanzeige unterlassen, so gilt die Ware als genehmigt, es sei denn, dass es sich um einen Mangel handelt, der bei der Untersuchung nicht erkennbar war („verdeckter Mangel“).

Empfehlungen für die Anwendung

Grundsätzlich sollte man sich bereits bei der Planung eines Holzbau-Vorhabens Gedanken über die benötigte Qualität der Holzprodukte machen. Gemäß der Fachregeln des Zimmererhandwerks sind für Holzfassaden (Fachregel 01) sowie Balkone und Terrassen (Fachregel 02) grundsätzlich sichtbare nichttragende Holzbauteile üblicherweise aus Holz der Güteklasse 2 nach DIN 68365 herzustellen. Wird Holz nach einer anderen Sortiervorschrift bestellt oder keine Vereinbarung getroffen, so sollte dies entweder mit der Kundschaft klar abgesprochen und schriftlich vereinbart oder sichergestellt werden, dass nur Holz der Güteklasse 2 zur Anwendung kommt. Reklamationen und Gutachten zeigen, dass in vielen Fällen keine Qualität zwischen Holzhandel und Zimmerleuten vereinbart wurde. Das ist für beide Seiten ungünstig, wenn es zum Streitfall kommen sollte. Denn es ist meist die Endkundschaft, der reklamiert und mit der Qualität der Terrassendielen oder Fassadenbretter unzufrieden ist. Da die genannten Fachregeln des Zimmererhandwerks auch in den VOB-Normen zitiert werden, haben sie annähernd normgleichen Charakter und werden daher auch für Gutachten zugrunde gelegt. Im Gutachten ist bei der Bewertung einer handwerklichen Ausführung wichtig, ob das verbaute Holz der Güteklasse 2 entspricht. Tut es das nicht, können unangenehme Folgekosten entstehen. Es ist aber möglich, mit der Kundschaft eine andere Holzqualität als Güteklasse 2 nach DIN 68365 zu vereinbaren. Dann muss aber auf mögliche Abweichungen – insbesondere bei geringerer Qualität – hingewiesen werden. Dies erfolgt am besten anhand einer Bemusterung, die diese Abweichungen aufzeigt.

Autor:

Florian Zeller (Dipl.-Holzwirt) ist als Referent für Produkte/Normung/Technik im Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) tätig.
Keyvisual und Teaserbild: Holzabsatzfonds
3. September 2020
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