Multigipsplatten

Alternative Wandbaustoffe: Trennwände mal anders

Massive Gipsbauplatten

Allgemeines:

Die „Multigips“-Wandbauplatten sind durch und durch aus Stuckgips gefertigt, mit ihnen lassen sich massive Trennwände ohne Ständerwerk errichten. Die Verbindung der Platten übernimmt ein Fugenspachtel, das Nut- und Federsystem erleichtert den Aufbau und sorgt für eine kraftschlüssige Verbindung. Die Plattengröße von 666 x 500 mm ist groß genug, um einen schnellen Arbeitsfortschritt zu erreichen und klein genug, um von einem Mann verarbeitet werden zu können. Die Plattendicken liegen bei 60, 80 und 100 mm. Gipsbauplatten müssen nicht verputzt werden. Die Oberfläche wird je nach Qualitätsanforderung nur in Fugen und Übergängen oder vollflächig gespachtelt. Die Anschlüsse der Trennwand an angrenzende Bauteile werden grundsätzlich elastisch ausgeführt.

Feuchte:

Für die Anwendung in Feuchträumen (Bäder und Küchen) steht von der „Multigips“-Platte auch eine bläulich eingefärbte Variante (MH 100) zur Verfügung. Die entspricht in allen Parametern der normalen Platte (M 100), allerdings liegt ihre Wasseraufnahme unter 5% bei zweistündiger vollständiger Wasserlagerung (Wasseraufnahmeklasse H2).

Schallschutz:

Bestimmte Plattenarten bieten aufgrund ihres wesentlich höheren Flächengewichts von 120 kg/m2 bis 140 kg/m2 (bei 100 mm Wandstärke) einen verbesserten Schallschutz gegenüber der Normalplatte (Flächengewicht 85 kg/m²). Zur leichteren Erkennbarkeit sind die Schallschutzplatten rötlich eingefärbt. Zum Schallschutz trägt auch der umlaufend elastische und damit entkoppelnde Anschluss aus PE-Schwerschaum bei. Der Anschlussstreifen wird entweder in Multigips eingebettet oder, als selbstklebende Variante, auf den ebenen Untergrund vollflächig und hohlraumfrei aufgedrückt.

Brandschutz:

Das Thema Brandschutz ist bei Wandbaustoffen aus Gips schnell abgehandelt. Gips ist per se unbrennbar, das enthaltene Kristallwasser sorgt durch Verdunstung auf der feuerabgewandten Seite für sehr langsam ansteigende Temperaturen. Mit einer einschaligen 60-mm-Konstruktion lassen sich feuerhemmende Wände (F 30-A) realisieren, ab 80 mm Dicke gelten die Wände als feuerbeständig (F 120-A) und ab 100 mm als hochfeuerbeständig (F 180-A).
 

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Hartschaum-Bauplatten

Allgemeines:

Kunststoff-Bauplatten bestehen aus einem XPS-Hartschaumkern, der von beiden Seiten beschichtet ist. Diese Beschichtung besteht aus entweder aus Glasfaser- oder Vliesgewebe und einer Mörtelschicht. Dieser Aufbau macht diese Platten zu wasserdichten Wandbaustoffen, auf die Fliesen oder Putz direkt aufgebracht werden können. Die geringe Wärmeleitzahl von 0,035 W/m2K sorgt für eine effektive Wärmedämmung. Freigegeben sind die Platten für normal temperierte Innenräume, am Boden dürfen sie nur bei zu erwartenden personenbezogenen Lasten eingesetzt werden, hohe Punktbelastungen sind nicht zulässig.
Die Verschraubung der Platten auf Holz- oder Metallständerwerk erfolgt mit systemeigenen Schrauben und Halte- oder Dämmplattenteller. Die Teller und die Fugen sind vor der weiteren Bearbeitung der Platten zu armieren und zu verspachteln. Die Bauplatten bekommen Sie für die unterschiedlichen Anwendungen in Stärken von 5 bis 50 mm. Die Maße reichen von 125 x 62,5 bis zu 250 x 120 cm.

Feuchteschutz:

Bauplatten auf XPS-Basis sind alle wasserfest und damit für den Einsatz  in Feuchträumen prädestiniert. Bei entsprechender Ausgestaltung der Stoß- und Anschlussbereiche kann die Verlegeplatte auch als bauaufsichtlich zugelassene Verbundabdichtung eingesetzt werden. Bei der Abdichtung der Plattenstöße sind spezielle Dichtkleber (auch Fliesenkleber) und Armierungsbänder einzusetzen. Bei einigen Systemen können die Stöße auch selbst verklebt werden, hier reicht dann eine Armierung mit selbstklebendem Dichtband.

Schallschutz:

Aufgrund der Rohdichte von etwa 33 kg/m3 und des damit einhergehenden geringen Flächengewichts tendieren die Schallschutzwerte einer XPS-Bauplatte gegen null. Daran ändert auch nichts, dass die Bauplatte als einzige hier vorgestellte Variante auf ein Ständerwerk geschraubt zu einem „Masse-Feder-Masse“-System wird. Insofern sind die XPS-Bauplatten für ein Mindestmaß an Schallschutz auf dem Ständerwerk nur einseitig (Feuchtraumseite) einzusetzen, während die andere Seite beispielsweise durch eine doppelte Gipsplattenbeplankung wenigstens etwas Masse erhält.

Brandschutz:

Die Bauplatten werden immer als fertige Einheit, also mit Kleber und/oder Funktionsschicht, auf ihr Brandverhalten getestet. Sie gelten als „normal entflammbar“ (B2 oder E).
 

Porenbetonsteine

Allgemeines:

Porenbeton hat trotz seines Namens nichts mit Beton gemein. Hergestellt wird er aus Branntkalk, Feinstsand (manchmal auch Flugasche), Zement und Wasser. Die Zugabe von Aluminiumpaste während des Abbindens sorgt für die feine Bläschenbildung und die gewünschte Porigkeit des Baustoffs, die zu einer Verfünffachung des ursprünglichen Volumens führt. Erst nach der Dampfhärtung im Autoklaven erreicht der Porenbeton seine volle Belastbarkeit und kann in Steine, Blöcke und Platten geschnitten werden.
Die vielen kleinen Poren sorgen für die gute Wärmedämmfähigkeit der Elemente und eine gute Relation von geringer Rohdichte zu hoher Tragfähigkeit. Wegen der hohen Maßhaltigkeit der Porenbetonelemente können sie im Dünnbettverfahren geklebt werden. Neben Steinen und Blöcken haben sich vor allem die raumhohen Trennwandelemente für nichttragende Innenwände etabliert. Diese Elemente müssen nicht zwingend verputzt werden, da sie schon werkseitig eine ausreichend glatte Oberfläche aufweisen. Untereinander verbunden werden sie mit Dünnbettmörtel an den Längsseiten. Der Zuschnitt erfolgt bauseits, Leitungsschlitze und Löcher werden ebenfalls vor Ort gefräst. Die Trennwandelemente sind 59,8 cm breit und bis zu 300 cm lang, 75 oder 100 mm stark, die flächenbezogene Masse liegt zwischen 37,5 und 72,5 kg/m2.

Feuchteschutz:

Für den Feuchteschutz in Feuchträumen ist bei den Trennwandelementen im Spritzwasserbereich unter den Fliesen eine Flächenabdichtung nötig, entweder in Form einer Folie oder eines flüssigen Dichtstoffs. Ein absperrender Putz auf Zement- oder Kalk-Zement-Basis ist nicht unbedingt erforderlich, da die Ebenheit der Elemente für die Fliesen völlig ausreicht.

Schallschutz:

Gilt generell, dass mit der flächenbezogenen Masse eines Bauteils auch dessen schalldämmende Wirkung steigt, kommt beim Porenbeton noch eine weitere Eigenart hinzu. Bei den Frequenzen bis 500 Hz kann man einen um den Faktor 3 höheren Verlust des Körperschalls feststellen, was sich zum Teil durch die hohe Biegesteifigkeit von Porenbetonbauteilen erklären lässt, die eine Weiterleitung des Schall an angrenzende Bauteile bewirkt. Unverputzter Porenbeton absorbiert den Schall, bei verputzten oder gespachtelten Oberflächen fällt dieser Effekt aber weg. Verbessert wird die gute Schalldämmung einer Porenbetonwand wie bei anderen Materialien auch durch eine umlaufende Entkopplung, zum Beispiel mit Gummischrotmatten.

Brandschutz:

Porenbeton ist ein nichtbrennbarer Baustoff, der der höchsten Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 Teil 1 zugeordnet sind. Dies gilt sowohl für einzelne Steine und Platten als auch für den Mauerwerksverbund. Porenbeton bietet im Brandfall den Flammen keine zusätzliche Nahrung und verhindert somit die Brandausbreitung. Er leistet keinen Beitrag zur Bildung von Brandrauch und gast auch unter großer Hitzeeinwirkung keine schädlichen Inhaltsstoffe aus.
 

Holzbauwände

Allgemeines:

Ein einfaches Nut- & Federsystem ist das Grundprinzip des Faay-Trennwandsystems. Die Elemente haben einen massiven Kern aus Flachs, die Oberflächen können je nach Anspruch aus verschiedenen Materialien gewählt werden, Gipskarton, HPL-Laminat, Holzfaser, Spanplatte und Vinyl stehen zur Auswahl. Der Flachskern ist in sich so stabil, dass kein Ständerwerk erforderlich ist. Verbunden werden die Elemente lediglich mit eingelegten Federn an den Elementstößen und verdübelten Holzleisten an Boden, Wand und Decke. Die Wand wird so zu einem belastbaren Ganzen, der Flachskern ist sowohl schraubbar (auch für hohe Lasten wie Waschbecken, Heizkörper etc., ohne Dübel) als auch stoßfest. Die Elemente sind 60 cm breit und zwischen 240 und 360 cm lang, sie können bauseits mit einer Hand- oder Tischkreissäge abgelängt werden. Die Bezeichnungen der einzelnen Plattenarten geben Auskunft über die Gesamtdicke der Wand, lieferbar sind je nach Oberflächenausstattung 12 verschiedene Stärken zwischen 54 und 167 mm. In allen bereits integriert sind jeweils zwei vertikale Kabelkanäle pro Element. Die Fugen der Elemente werden je nach Oberfläche mit einer zum System gehörenden Spachtelmasse verspachtelt oder mit Kunststoffprofilen verdeckt.

Feuchteschutz:

Wenn das Faay-System in Feuchträumen verbaut werden soll, bestellen Sie für die Oberfläche einfach die grünen imprägnierten Gipskartonplatten. Wichtig: Die Nutverbindungen der Wandelemente müssen Sie in Feuchträumen mit einem Kleber („Faayfix“) gegen eindringendes Wasser sichern, die Fugen natürlich mit imprägnierter Fugenmasse spachteln. Eine zusätzliche Abdichtung im Spritzwasserbereich ist bei Gipskartonplatten obligatorisch. Weitergehende Einschränkungen in Feuchträumen gibt es für die Faay-Elemente nicht.

Schallschutz:

Trotz des relativ geringen Flächengewichts von 30 kg/m2 erreicht schon die 54-mm-Variante VP54 einen Schalldämmwert (Rw) von 30 dB. Durch eine ein- oder beidseitige Gipsbeplankung kann dieser Wert bis auf 36 dB gesteigert werden, in der zweischaligen Ausführung (2 x VP54 mit 40 mm Steinwolle-Einlage) werden bis zu 56 dB Schallreduzierung realisiert. Wichtig natürlich auch hier: Die Anschlüsse an angrenzende Bauteile müssen durch Schaumstoffstreifen oder PU-Schaum entkoppelt werden.

Brandschutz:

Bis auf ganz wenige Ausnahmen (Holzweichfaseroberfläche) erreichen die Faay-Wandkonstruktionen mindestens die Feuerwiderstandsklasse F30, wie für nichttragende Trennwände vorgeschrieben. Die doppelschaligen Wohnungstrennwände IW200/54 und IW200/70 sind mit F120 sogar hochfeuerbeständig.

 

Autor:
Ulrich Wolf
AUSBAUPRAXIS

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