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Wand an Decke: Was tun mit der Ecke?

Oft ist es nicht möglich, Trennwände einzubauen, ohne am Anschluss zwischen Decke und Wand oder auch Wand und Wand etwas Luft zu lassen – Sei es, weil die Decke sich durchbiegt, sei es, weil sich eine Unterkonstruktion aus Holz möglicherweise noch bewegt.

Hier erfahren Sie, wann eine Anschlussfuge nötig ist und wie groß sie sein sollte >>

Zwei Wege zu perfekten Fugen

  1. Sie stehen zur Fuge oder nutzen sie als Gestaltungselement.
  2. Sie greifen in die Trickkiste und kaschieren die Fuge so, dass man sie möglichst gar nicht mehr sieht.

1. Ja zur Anschlussfuge

Entscheiden Sie sich bei einer größeren Fuge (Schattenfuge) für die erste Variante, können Sie natürlich kreativ werden – vielleicht fällt Ihnen eine ganz besondere Lösung für die Betonung oder Nutzung der Fuge ein. Folgende Lösungen setzen garantiert Akzente:

  • Eine Fuge zwischen Decken und Wand wird, je nach Größe, genutzt, um ein LED-Band zu integrieren. Das schafft eine angenehme indirekte Beleuchtung und setzt architektonische Akzente. Sie können die Fuge dafür auch unter beziheungsweise hinter einem vorgefertigten Profil verstecken.
  • Bei größeren Schattenfugen kann es edel wirken, wenn Sie das unter der Fuge liegende Bauteil in einer auffälligen oder dunkleren Farbe streichen. 
  • Geben Sie Decke und Wand unterschiedliche Oberflächen. Ist zum Beispiel die Decke glatt gespachtelt, geben Sie der Wand eine leichte Struktur, zum Beispiel durch den Oberputz oder eine aufgebrachte Tapete. Dann betont die Fuge den Unterschied, anstatt ein optischer Mangel zu sein.
  • Geben Sie Decke und Wand oder den beiden angrenzenden Wänden unterschiedliche Farben. Auch hier dient die Fuge dann als optischer Verstärker. Achtung: Die Decke sollte bei Räumen mit niedriger bis normaler Höhe heller sein als die Wand. Sonst wirkt der Raum noch niedriger.

Gerade wenn Trockenbauelemente an massive Bauteile anschließen, kommt es oft zu unvermeidlichen Rissen in der Fuge. Damit der Riss, anders als in diesem Bild, fein und gerade verläuft, kann man spezielle Klebebänder einsetzen. (Bild: Robert Kussauer )

Gerade wenn Trockenbauelemente an massive Bauteile anschließen, kommt es oft zu unvermeidlichen Rissen in der Fuge. Damit der Riss, anders als in diesem Bild, fein und gerade verläuft, kann man spezielle Klebebänder einsetzen. (Bild: Robert Kussauer )

Ja zur Fuge: Größere Fugen, auch Schattenfugen genannt, kann man mit LED-Bändern ausstatten, die dem Raum ein indirektes Licht geben. Dazu bieten verschiedene Hersteller vorgefertigte Profile an.

Ja zur Fuge: Größere Fugen, auch Schattenfugen genannt, kann man mit LED-Bändern ausstatten, die dem Raum ein indirektes Licht geben. Dazu bieten verschiedene Hersteller vorgefertigte Profile an.

2. Lieber fugenlos glücklich

Es gibt natürlich Möglichkeiten, kleinere Anschlussfugen zu verstecken, während Bauteilbewegungen zumindest in einem gewissen Rahmen ausgeglichen werden können. Beachten Sie aber, dass sich dort, wo es zu Bewegungen kommt, im Laufe der Zeit Risse bilden können. Und das sollte auch Ihr Kunde wissen!

  • Kleine Fugen können Sie mit einem Acrylat- oder besser Hybridpolymer-Dichtstoff schließen und später überstreichen. Dass der Anstrich früher oder später rissig wird, lässt sich aber nicht gänzlich vermeiden. Je nachdem kann es vorteilhafter sein, zunächst mit einer Tapete zu arbeiten – sie löst sich zwar unter Umständen auf die Dauer, bleibt aber zumindest optisch einigermaßen in Form. Typischerweise wölbt sich die Tapete zunächst an den Ecken.
  • Manche Handwerker entkoppeln den Anschluss, indem sie nach dem Verputzen der Wand (vor dem Austrocknen des Putzes) die Kelle einmal an der Decke  entlang ziehen, sodass an der Oberkante der Wand wieder ein dünner Spalt entsteht. Danach wird tapeziert, ein Dichtstoff aufgetragen, der den nunmehr kleineren Spalt füllt, und im Anschluss gestrichen. Etwaige sichtbare Risse sollten dann nur im Anstrich entstehen. Allerdings benötigt dieses Vorgehen einiger Routine.
  • Vorgefertigte Trennstreifen helfen, einen gleitenden Anschluss sauber auszuführen: Sie sorgen dafür, dass die massiven und nicht massiven Bauteile voneinander getrennt bleiben. Auch hierbei muss nachher mit einem Dichtstoff verspachtelt werden. Treten später Risse auf, dann verlaufen sie fein und gerade innerhalb der Anschluss-Ecke und sollten kaum auffallen.

Die Anschlussfuge: Darauf sollten Sie achten

  • Wenn Sie bei einer größeren Fuge bewusst auf die Schattenfuge setzen, muss die Gipskarton- beziehungsweise Bekleidungskante absolut gerade verlaufen. Hilfreich ist dabei eine „Schattenfugensäge“, mit der die verbauten Platten parallel zur Wand oder Decke begradigt werden können. Außerdem bieten verschiedenen Hersteller besondere Profile an, mit denen man einen sauberen Abschluss erstellen kann.
  • Verwenden Sie nur hochwertige Dichtstoffe! Manche Dichtstoffe ziehen sich beim Trocknen stärker zusammen als andere. Ist dieses „Schwindverhalten“ zu groß, reißt die Fuge auch ohne Bauteilbewegung leicht wieder auf.
  • Informieren Sie Ihren Kunden darüber, was Sie machen und  darüber, dass es an Bauteilanschlüssen immer zu Rissen kommen kann. Hier erfahren Sie, wie Sie sich bei abgedichteten Anschlussfugen rechtlich absichern.