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Arbeiten mit dem Nibbler: Ein echter Knabberspaß

Das Kind hat viele Namen. „Nibbler“ sind die gleichen Elektrowerkzeuge, die auch als „Knabber“, „Blechknabber“ „Knabberer“ oder „Nager“ verkauft werden. Die mit Kabel oder Akku angebotenen Geräte haben ein ganz einfaches Arbeitsprinzip, nämlich das einer Stanze. Dabei wird das Schneidwerkzeug, der Stempel, mit einer an den meisten Geräten wählbaren Hubzahl hoch und runter bewegt. Damit das Blech sich dabei nicht mitbewegt, sorgt ein Stempeldurchmesser und Stempelform entsprechendes Stahlteil, die Matrize, für das Widerlager. Beim Nibbeln wird so das Blech Stück für Stück herausgestanzt und nach unten ausgeworfen. Dabei entsteht eine Schneidspur, die je nach eingesetztem Stempel einige Millimeter breit ist. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist auch in dickeren Blechen enorm hoch, bis zu 2,5 m/min sind je nach Material selbst für kleine Geräte kein Problem.

Das können die Nibbler

Die Arbeitsweise sorgt dafür, dass die kleineren Nibbler-Modelle gut durch nahezu jede Blechform zu führen sind, insbesondere durch Trapez- und Wellbleche. Nibbler arbeiten funken- und emissionsfrei, was ist vor allem in der Demontage von Tanks und Kessels wichtig ist. Im Gegensatz zu elektrischen Blechscheren entstehen beim Trennen mit dem Blechknabber weder Verformung noch Verzug oder Spannung im Werkstück. Der Schnitt ist unempfindlich gegen Neigungsveränderungen des Geräts. Speziell das Ausklinken bestimmter Formen ist wegen der guten Kurvengängigkeit der Nibbler sehr einfach, das Blech muss für das Einsetzen des Blechknabbers mindestens im Matrizendurchmesser vorgebohrt werden („Startlochdurchmesser“). Die schneidbaren Blechstärken sind natürlich materialabhängig, sie reichen von 1,3 bis 12 mm, wobei die Stärken ab 3 mm aufwärts in der Regel den leistungsstärkeren kabelbewehrten Varianten vorbehalten bleiben. Schneidbar sind Stahl und Aluminium, übrigens gehören dazu auch die Trockenbauprofile aus verzinktem Stahl.

Gerade für gewellte oder trapezförmige Bleche sind Nibbler ideal. Es entsteht kein Funkenflug. (Bild: Trumpf)

Gerade für gewellte oder trapezförmige Bleche sind Nibbler ideal. Es entsteht kein Funkenflug. (Bild: Trumpf)

Bis zu 12 mm dicke Bleche lassen sich durchtrennen, dann allerdings stoßen Akkugeräte an ihre Leistungsgrenze. (Bild: Trumpf)

Bis zu 12 mm dicke Bleche lassen sich durchtrennen, dann allerdings stoßen Akkugeräte an ihre Leistungsgrenze. (Bild: Trumpf)

Dicke Bleche können nur mit leistungsstarken Blechknabbern getrennt werden, der zweite Haltebügel ist dabei unerlässlich. (Bild: Trumpf)

Dicke Bleche können nur mit leistungsstarken Blechknabbern getrennt werden, der zweite Haltebügel ist dabei unerlässlich. (Bild: Trumpf)

Die Nibbler lassen sich mit einigem Zubehör auch zu stationären Maschinen umbauen. (Bild: Fein)

Die Nibbler lassen sich mit einigem Zubehör auch zu stationären Maschinen umbauen. (Bild: Fein)

Das macht die Qualität eines Nibblers aus

Rein technisch arbeiten die im Handel angebotenen Nibbler alle gleich, die Unterschiede zeigen sich in der Benutzerfreundlichkeit. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem möglichst einfachen Wechsel der Schneidrichtung, den ein guter Blechnibbler werkzeuglos bieten sollte. Die mögliche Richtungsänderung liegt idealerweise bei 360°, die einige Hersteller für ihre Geräte im 45°-Raster, andere nur im 90°-Raster anbieten. Werkzeuglos sollte auch der Wechsel des Stempels und des Werkzeugträgers funktionieren. Für exakte Rundungen ist noch der kleinstmögliche Kurvenradius entscheidend, den Sie mit so einem Blechknabberer schneiden können.
Gute (kleinere) Geräte liegen im Bereich von 50 mm, die Dick-Blechnibbler haben mit etwa 300 mm den naturgemäß größeren Radius. Beim Stanzen treten mehr oder weniger große Vibrationen an Gerät und Werkstück auf. Grundsätzlich kann man sagen, dass die (meist einstellbare) Hubzahl darüber entscheidet, wie stark die Vibrationen sind. Je höher die Hubzahl, desto geringer die maximale Schneiddicke und die Vibrationen. Hochleistungsgeräte weisen eine Hubzahl von unter 400 1/min auf. Das reicht zwar für Schneiddicken von 12 mm (Aluminium) und 10 mm (Stahl) aus, versetzt den Knabberer aber so in Vibration, dass ein zweiter Handgriff nötig ist. Der hilft natürlich auch, so eine schweren Elektroknabber (bis zu 15 kg) überhaupt tragen und führen zu können. Zum hohen Gewicht trägt neben dem schwereren Motor (bis zu 2.000 Watt Nennaufnahmeleistung) auch das Zweiganggetriebe bei, das solche Dick-Blechnibbler brauchen.

Das Zubehör

Je vielfältiger die einsetzbaren Stempelformen und zugehörigen Matrizen angeboten werden, desto professioneller können Sie mit einem Nibbler arbeiten. Bei den Stempeln kommen meist Rundstempel zum Einsatz, in speziellen Fällen auch Rechteck-, Langloch oder Quadratstempel. Unbedingt sollte ein Hersteller auch Ersatz-Kohlebürsten im Angebot haben. Bei den leichteren Geräten ist eine Verlängerung sinnvoll, bei den schwereren zudem ein Zusatzhandgriff. Für alle Nibbler anzuraten ist, das Schneid-, Stanz- oder Nibbelöl regelmäßig einzusetzen, das erhöht die Standzeit des Stempels erheblich.
 
Autor:
Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild: Fein
 

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