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Arbeitskleidung fürs Handwerk: Zünftiges mit Werkzeugtasche

Intelligente Arbeitskleidung auf der Baustelle erleichtert jeden Werktag. Dabei halten Arbeits- und Zunfthosen nicht nur warm und schützen, im besten Falle sind sie auch Ihr mobiles Werkzeuglager. Das sollten Sie deshalb unbedingt haben:

Arbeitshosen

Zollstocktaschen:

Als gute Arbeitskleidung für Handwerk haben sich Hosen mit Taschen bewährt, bei denen der Zollstock auch in der Hocke nicht herausfällt. Diese Taschen haben einen schrägen Ausschnitt und sind hinten höher als vorne.

Handytaschen:

Das Handy ist heute auf jeder Baustelle unverzichtbar. Ideal sind Arbeitshosen mit Handytaschen auf im Stand gut erreichbarer Oberschenkelhöhe, die per Klettverschluss schnell zu öffnen und zu schließen sind. Handytaschen bei hochwertigen Hosen sind oft zusätzlich leicht gepolstert.

Sicherheitstasche:

Mindestens eine Tasche an der Arbeitshose sollte durch einen Reißverschluss gesichert sein. Diebstahl aus den Taschen heraus wird so zumindest erschwert.

Knietaschen:

An den Knien leidet eine Arbeitshose am meisten. Deshalb statten gute Hersteller von Arbeitsschutzkleidung die Kniepartien von Arbeits- und Zunfthosen mit Knietaschen für Polstereinlagen aus. Verwendet wird in der Regel Cordura (eingetragener Markenname des Schweizer Unternehmens Invista), ein Gewebe aus Polyamid. Es ist ähnlich haltbar wie Leder, aber mit nur 250 g/qm besonders atmungsaktiv. Wichtig: Die Kniepolster sollten sich von oben in die Taschen einstecken lassen.

Sonstiges:

Für eine bessere Bewegungsfreiheit ist ein elastischer Bund bei Arbeitskleidung fürs Handwerk sinnvoll, bei Latzhosen empfehlen sich zudem elastische Träger. Wer zusätzlich einen Gürtel braucht, sollte darauf achten, dass die Gürtelschnallen breit genug sind, um auch die massiven Workertaschen zu halten. Diese nützlichen Helfer sind mehr und mehr auf Baustellen zu sehen.

Gute, belastbare Knietaschen sind meist aus Cordura gefertigt, die Kniepolster sollten herausnehmbar sein. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Gute, belastbare Knietaschen sind meist aus Cordura gefertigt, die Kniepolster sollten herausnehmbar sein. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Zunfthosen werden oft noch in Handarbeit in Deutschland gefertigt. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Zunfthosen werden oft noch in Handarbeit in Deutschland gefertigt. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Zunfthosen aus Denim-Jeansstoff sind elastisch und haben einen höheren Tragekomfort als Cordhosen. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Zunfthosen aus Denim-Jeansstoff sind elastisch und haben einen höheren Tragekomfort als Cordhosen. (Bild: FHB original GmbH & Co. KG)

Das sind die Stoffqualitäten von Zunfthosen:

TRENKERCORD 400/500

Material 20-25 Rippen auf 10 cm Länge, Zusammensetzung: 400 = 80 % Baumwolle, 20 % Polyester, 530g/qm; 500 = 85 % Baumwolle, 15 % Polyester, 550g/qm
Einlaufwert: ca. 1 % in der Länge
Funktion: traditionelle Cordqualität für die Zunft, ansteigende Reißfestigkeit von 400 auf 500, als Arbeitsschutzkleidung besonders robust

ZWIRN-DOPPELPILOT/ (AUCH ENGLISCHLEDER GENANNT) 700

Material 100 % Baumwolle; Gewicht: 520 g/qm
Einlaufwert: ca. 4 % in der Länge
Funktion: als Arbeitskleidung fürs Handwerk besonders robust, hohe Scheuerfestigkeit, atmungsaktiv, angenehmer Tragekomfort durch aufgeraute Innenseite, feuchtigkeitsabsorbierend

STRETCH-PILOT/730

Material: 97 % Baumwolle, 3 % Elasthan; Gewicht: 410g/qm
Einlaufwert: unter 2 %
Funktion: besonders dehnfähig, max. 15 %, atmungsaktiv, angenehm weich zu tragen, hohe Reißfestigkeit, bis 60 Grad waschbar

DEUTSCHLEDER/800

Material: 100 % Baumwolle; Gewicht: 600g/qm
Einlaufwert: 5 % in der Weite und 3 % in der Länge durch spezielle Bindungsart
(Hinweis: Wählen Sie bei diesen Hosen eine Nummer größer als üblich)
Funktion: als Arbeitsschutzkleidung extrem robust, atmungsaktiv, schwerste Gewebekonstruktion in der Zunftbekleidung, angenehmer Tragekomfort durch aufgeraute Innenseite

Sicherheitsschuhe:

Dass Sicherheitsschuhe als Arbeitskleidung fürs Handwerk einen Zehenschutz und eine durchtrittsichere Sohle haben müssen, ist mittlerweile Allgemeingut. Hinsichtlich der Ausführung gibt es allerdings Unterschiede und Weiterentwicklungen der einzelnen Hersteller. Standard bei der Arbeitskleidung fürs Handwerk sind Sicherheitsschuhe der Kategorie S3. Das heißt, die Schuhe müssen zusätzlich antistatisch sein, eine öl-und benzinresistente Sohle haben, im Schuhoberteil beständig gegen Wasseraufnahme sein und die Bewegungsenergie über die Ferse ableiten. Die Hersteller hochwertiger Schuhe verwenden für die durchtrittsichere Sohle keinen Stahl mehr, denn der ist unflexibel, zudem isoliert er weder gegen Wärme noch gegen Kälte. Heute bieten Alternativmaterialien beim Sicherheitsschuh als Arbeitskleidung Schutz: Es sind spezielle Varianten von Kunststoffen, Textilien und auch Kevlar. Diese Materialien lassen sich als Brandsohle direkt mit dem Schaft verbinden. Das erhöht die bedingte Wasserdichtigkeit (in 60 Minuten weniger als 30 % Wasseraufnahme) der Schuhe.

Die Zehenschutzkappe muss bei einem S3-Schuh einer Aufschlagsenergie von mindestens 200 Joule trotzen können. Auch hier kommt nicht mehr der früher übliche Stahl zum Einsatz, sondern Kunststoff oder auch Aluminium. Die Kappen müssen in den Schuh eingearbeitet sein, sodass sie nicht herausgenommen werden können. Sie sind bei guten Schuhen in weiche Materialien eingehüllt, damit sie weder die Zehen selbst noch das Obermaterial der Kappe aufscheuern können.

Auch das Innenfutter von Sicherheitsschuhen unterliegt ständigen Verbesserungen. Weit verbreitet sind Mikrofaserfutter, die mit integrierten Belüftungskanälen dafür sorgen, dass die unvermeidliche Feuchtigkeit nach außen abtransportiert wird.

Die Laufsohle von Sicherheitsschuhen muss vor allem rutschfest sein. Dafür sorgt eine großzügige Profilierung, die das Wasser ähnlich einem Autoreifen zur Seite wegdrängen kann.

Lederschuhe müssen flexibel genug sein, um damit auch längere Zeit im Knien oder Hocken arbeiten zu können (Bild: FHB Original)

Lederschuhe müssen flexibel genug sein, um damit auch längere Zeit im Knien oder Hocken arbeiten zu können (Bild: FHB Original)

Mit einem Drehmechanismus scheiden die Schnürsenkel als Stolperfalle auf der Baustelle aus. (Bild: Engelbert Strauss)

Mit einem Drehmechanismus scheiden die Schnürsenkel als Stolperfalle auf der Baustelle aus. (Bild: Engelbert Strauss)

Arbeitsjacken:

Jacken als Arbeitskleidung fürs Handwerk sollen in erster Linie warm und trocken halten. Letzteres gilt allerdings nicht für den Regen von außen, sondern vielmehr auch und gerade fürs Schwitzen von innen. In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Materialien für Jacken als Arbeitskleidung auf dem Bau durchgesetzt, die wir hier im Detail vorstellen wollen:

Gore-Tex:

Der Name Gore-Tex steht im Ursprung für eine Membran aus Polytetrafluorethylen (kurz PTFE oder auch Teflon), die einerseits durch mikrofeine Poren wasserdicht von außen ist, andererseits eine hohe Diffusionsoffenheit von innen nach außen besitzt. Mittlerweile bekommen Sie Gore-Tex-Jacken als Arbeitskleidung fürs Handwerk in verschiedenen Qualitäten, die entweder die äußere Robustheit, eine noch höhere Atmungsaktivität, eine erhöhte Wärmedämmung oder einfach nur den Tragekomfort in den Vordergrund stellt. Achtung bei der Wäsche: Pulverförmige Waschmittel können den feinen Gore-Tex-Poren zusetzen, verwenden Sie besser flüssige Produkte.

Sympatex:

Auch die Sympatex-Membran aus Polyetherester ist wasserdicht und diffusionsoffen. Allerdings funktioniert das in diesem Fall nicht über Poren, sondern durch einen Prozess innerhalb der Membran. Dabei werden die Wasserdampfmoleküle über wasseranziehende Moleküle von innen nach außen transportiert. Je höher der Temperatur- und Feuchteunterschied zwischen Körper und Außenluft, desto schneller geht dieser Prozess vonstatten. Sympatex gilt vor allem in der Herstellung und Entsorgung der Materialien als umweltfreundlicher als Gore-Tex, weil dabei keine halogenierten Kohlenwasserstoffe freigesetzt werden.

Fleece:

Fleece ist ein englischer Begriff, der oft mit dem deutschen „Vlies“ verwechselt wird, aber nichts mit ihm gemein hat. Fleece ist ein Veloursstoff, das heißt, die eingearbeiteten Maschen werden aufgeschnitten, was zu einer rauen und flauschigen Oberfläche des Stoffs führt. Fleece-Qualitäten machen sich hauptsächlich über die Dicke sowie das Gewicht bemerkbar, das Gewicht wird dabei in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Üblich sind Flächengewichte von 100, 200 und 300 g/m2.

Fleece bietet seinen Nutzern einen guten Schutz vor Kälte. Wer Fleece schon einmal getragen hat, wird sich neben der ausgesprochenen Weichheit und dem Tragekomfort vor allem über die Knitter- und Bügelfreiheit gefreut haben. Allerdings ist Fleece nicht wasserdicht, obschon es zumindest wasserabweisend ist. Auch mit der Winddichtigkeit sieht es eher mau aus. Fleece lädt sich zudem elektrostatisch sehr stark auf.

Die Membran eines Funktionsstoffes ist in einem laminatartigen Schichtaufbau integriert. (Bild: Sympatex)

Die Membran eines Funktionsstoffes ist in einem laminatartigen Schichtaufbau integriert. (Bild: Sympatex)

Je nach Art der anderen Stoffe werden die drei Hauptfunktionen ... (Bild: Sympatex)

Je nach Art der anderen Stoffe werden die drei Hauptfunktionen ... (Bild: Sympatex)

... Atmungsaktivität, Wasser- und Winddichtheit erreicht. (Bild: Sympatex)

... Atmungsaktivität, Wasser- und Winddichtheit erreicht. (Bild: Sympatex)

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