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Automatische Türen: Sesam öffne Dich

Für automatische Türsysteme prädestiniert sind Hauseingangs-, Terrassen- und Balkontüren sowie Brandschutztüren im Zugangsbereich zu Keller oder Tiefgarage. Auch in öffentlichen Gebäuden, Pflegeeinrichtungen, beim betreuten Wohnen oder in Komfortwohnungen werden automatische Türen bevorzugt. Ein anschauliches Beispiel für Universal Design (UD) ist die Schließgeschwindigkeit einer Automatiktür. In einer Großküche oder aus energetischen Gründen sollten automatische Türen schnell schließen, bei der Nutzung durch ältere oder behinderte Menschen jedoch möglichst langsam. Hier ist eine einfache Anpassung der Schließgeschwindigkeit sinnvoll.

Automatische Türen werden mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen angeboten. Auch Antriebe zum Nachrüsten von Bestandstüren sind möglich. (Bild: FTA) Ausgereifte Produkte für automatische Türen

Dennoch scheuen sich Bauherren und Hersteller vor Bauelementen mit Elektroantrieben. Bei näherer Betrachtung ist die „Black Box“-Elektrik aber gar nicht so kompliziert. Die Produkte sind ausgereifter geworden, und die Türenhersteller bieten integrierte Systeme für automatische Türen an, bei denen Elektro- und Türentechnik aufeinander abgestimmt sind.

Gemäß den Berufsgenossenschaften ist für das Arbeiten an elektrischen Einrichtungen eine Qualifikation als Elektrofachkraft erforderlich, die viele Metallbauer und Monteure durch eine Weiterbildung zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ erfüllen und zum Anschluss von elektrischen Türantrieben, Fensteröffnern oder Feststellanlagen autorisiert. Zu beachten ist, dass mit einem elektrischen Antrieb aus der Tür eine Maschine wird, bei der die Nutzungssicherheit gemäß EN 16005 „Nutzungssicherheit“ nachzuweisen ist. Grundsätzlich sind für automatische Türen vor Inbetriebnahme Risikoanalysen zu erstellen, aus denen Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Beseitigung von Risiken abgeleitet werden. Zu beachten ist die Nutzung durch schutzbedürftige Personen (ältere Menschen, Menschen mit Handicap und Kinder), beispielsweise bei der Einstellung von Schließgeschwindigkeit oder Kraftbegrenzung. Vor nicht zu vermeidenden Gefahren (Restrisiken) kann bedingt auch per Beschilderung oder in der Bedienungsanleitung gewarnt werden. Restrisiken wie Quetschen, Scheren und Anstoßen sollten aber konstruktiv durch Profile oder Abdeckungen reduziert werden. Detaillierte Informationen über automatische Türsysteme bietet auch der Fachverband Türautomation FTA sowie das ift Rosenheim.

Innovative Lösung für automatische Türen: Der Low-Energy (LE)-Antrieb

Zimmer- oder Wohnungseingangstüren können gut mit einem Low-Energy (LE)-Antrieb versehen werden, die mit geringer Kraft und langsamen Schließgeschwindigkeiten arbeiten und bei einem Widerstand (Hand oder Gegenstand) die Tür anhalten. In Verbindung mit einer variablen Offenhaltezeit von min. 5 Sekunden ist dies eine sinnvolle Ausführung, auch für die Renovierung. Die Bedienung kann durch Taster, Funksteuerung oder Transponder-Technik erfolgen, die ohne den Einsatz der Hände funktioniert. So werden automatische Türen mehr und mehr zu einer intelligenten Eingangslösung.

Hier finden Sie Informationen zu manuell bedienbaren barrierefreien Türen.

Hier finden Sie Informationen zu Anforderungen an barrierefreie Bauelemente.

Autoren

Jürgen Benitz-Wildenburg

Leiter Abteilung PR & Kommunikation,
Lehrbeauftragter am ift Rosenheim

Christian Kehrer

Leiter der ift-Zertifizierungsstelle
Lehrbeauftragter an der Hochschule Rosenheim.