Für Anspruchsvolle

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Das australische Unternehmen Centor möchte mit hochwertigen Faltschiebetürsystemen mit integriertem Insekten- und Sonnenschutz für Terrassen den deutschen Markt erobern, neuerdings vom hessischen Solms aus. Wir waren vor Ort und sprachen mit Jörg Wagner, General Manager Europe, über die Zukunft und Gegenwart des Herstellers.

Es könnte – etwas generationenversetzt – eine typische „erfolgreicher Auswanderer kehrt mit seiner Erfindung zurück in die Heimat“-Geschichte sein: Centor wurde 1951 von dem deutschen Ingenieur Frank Spork in Brisbane, Australien, gegründet. Er war, so die Unternehmenserzählung, 1930 nach Australien ausgewandert und genoss das Wetter in Queensland so sehr, dass Familientreffen stets draußen stattfanden. Der Fokus des Großvaters des heutigen Centor-Geschäftsführers Nigel Spork lag auf dem Design und der Herstellung von hochwertigen Beschlagsystemen. Zu Zeiten der Centor-Gründung stieg Nigel Sporks Vater Erwin Spork in die Firma ein, die damals entwickelten Beschlag- und Laufschienen-Prototypen seien noch heute in seinem Privathaus verbaut.

  • Faltschiebetüren Bild 1

    Die integrierte Alu-Faltschiebetür „207“ an einer „offenen Ecke“ mit Holzverkleidung innen und integriertem lichtfilterndem Sonnen-Blickschutz von Centor in einem Objekt an der Sunshine Coast Mooloolaba in Australien. So eine Anlage hat das Unternehmen, wie Wagner im Gespräch mit der Redaktion erzählte, auch in dem Besprechungszimmer eines Industrieunternehmens im Raum Dresden eingebaut. Der Architekt konnte dadurch, so Wagner, 15 000 Euro für die Beschattungsanlage sparen. Wenn man die Klimadaten von Mooloolaba und Dresden vergleiche, sehe man, dass die Centor-Produkte für die verschiedensten Wetterlagen geeignet seien. „In Australien aber auch bei unserer größten Tochtergesellschaft in den USA sind alle extremen Wetterbedingungen zu finden, das heißt unsere Türen müssen weltweit, auch in Europa, perfekt funktionieren“, erklärt Wagner. Quelle: Centor

Die ersten wetterfesten Beschlagsysteme für Holz-Faltschiebetürsysteme für Terrassen, nach Angaben Centors damals die ersten weltweit, wurden Mitte der 90er Jahre entwickelt, als Nigel Spork ins Familienunternehmen kam. Heute sind die Beschlagsysteme immer noch ein wichtiger Geschäftsbereich von Centor, gemeinsam mit den horizontalen Insekten- und Sonnenschutzsystemen und den Aluminium-Faltschiebetürsystemen.

Weiterhin spielt aber auch Forschung und Entwicklung eine große Rolle bei Centor, zahlreiche Patente und Designpreise hat das Unternehmen zu verzeichnen. Der Hauptsitz ist noch immer in Brisbane in Australien, aber auch in England, den USA, China und Polen gibt es Standorte. Und neuerdings auch in Deutschland.

Faltschiebetüren im Hebe-Schiebe-Land

Als kombiniertes Produkt, also das großformatige Falt-Schiebe-Fenstertürsystem mit integriertem horizontalen Insekten- und Sonnenschutz, ist es auch das Alleinstellungsmerkmal von Centor, wie Jörg Wagner beschreibt. Wagner, seit Ende 2018 bei Centor, soll im Heimatland des Gründers unter anderem dafür sorgen, dass die Produkte vor allem von den Fachhändlern aufgenommen werden, die das Premium-Wohnsegment bedienen. Er hat Centor auf der Fensterbau/Frontale 2018 kennengelernt und war sofort begeistert, wie er im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

Deutscher Gründer

War Wagner in seiner Anfangszeit bei Centor nur für den Raum D/A/CH und BeNeLux zuständig, ist er es seit einiger Zeit für ganz Europa – und das vom hessischen Solms aus. Der Standort ist vor allem aufgrund seiner zentralen, verkehrsgünstigen Lage gewählt worden. In den Büroräumlichkeiten mit kleinem Showroom, in dem „auch noch Platz ist für weitere Expansion“, hängt an einer Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto des Firmengründers Frank Spork, mit einem seiner Beschläge in der Hand. „Es hilft natürlich, dass das Unternehmen auf einen deutschen Gründer zurückgeht“, sagt er beim Blick auf das Foto. Aber an sich sei es bisher nicht leicht für Centor, in Deutschland Fuß zu fassen, „ganz im Gegensatz zu zum Beispiel Großbritannien, wo wir schon seit 2004 erfolgreich sind mit unseren Beschlägen und Faltschiebetürsystemen.“. Die Centor-Beschläge seien in den auch Niederlanden sehr erfolgreich und das Geschäft mit den Insekten- und Sonnenschutzsystemen ist dort gerade angelaufen. Die deutschen Fachhändler aber seien so ausgelastet, dass ihnen oft die Muse fehle, sich mit etwas Neuem auseinanderzusetzen. Und die Faltschiebetüren seien bisher wenig verbreitet in gehobenen privaten Ein-Zweifamilienhäusern in Deutschland, obwohl sie so viel größere Öffnungen und mehr Komfort bieten, wie Wagner gern direkt im Showroom an einem Modell vorführt – das ausgestellte Centor-Modell lässt sich tatsächlich mit der Kraft von nur einem Finger leichtgängig ein- und ausfahren, auch für den integrierten horizontalen Sonnen- oder Fliegenschutz reicht ein Stups mit dem Zeigefinger. „Für die Händler ist es ein tolles Alleinstellungsmerkmal, wenn sie Centor-Faltschiebetüren anbieten und nicht wie alle anderen Hebe-Schiebe-Türen.“

Sei ein Centor-Modell erst einmal in den Showrooms der Händler gelandet, würde es sich auch sehr gut verkaufen, sagt Wagner, der als Zielgruppe die Eigenheimbesitzer „aus den oberen Zehntausend“ beschreibt, „die nicht nur auf den Preis schauen.“ Diese Zielgruppe sei auch für die Fachhändler immer interessanter, die den Preiskampf gerade im Kunststoffsegment nicht mehr mitmachen wollten, wie er beobachtet hat. Da scheint es fast passend, dass sich Centor in Solms das Gebäude mit einem Autohändler teilt, der auch Maseratis auf dem Hof stehen hat.

Analog ausprobieren

Doch während Maserati der betuchten Zielgruppe durchaus ein Begriff sein dürfte, ist es Centor bei Hausbesitzern und Bauherren der Oberklasse noch nicht, was laut Wagner, der merklich gern schon viel weiter fortgeschritten wäre bei der Eroberung des deutschen Marktes, auch an der Pandemie liegt. „Corona hat unseren Wachstumsplänen geschadet“, stellt er fest, und meint damit die geschlossenen Showrooms und Fachhändler in vielen Ländern und vor allem die vielen Messen, die ausgefallen sind.

  • Faltschiebetüren Bild 2

    Jörg Wagner, General Manager Europe bei Centor, im Showroom in Solms. Quelle: Redaktion/jule

„Ich habe die Centor-Produkte auf der Fensterbau/Frontale 2018 ausprobiert und war sofort begeistert. Und ich habe auf der BAU 2019 miterlebt, wie die Reaktion auf die Falt-Schiebe-Türen ausfallen. Viele, die sie auf unserem Messestand ausprobiert haben, wollten sie haben.“ So hatte er sich von der Fensterbau/Frontale, der BAU und auch von der R+T in 2020 und 2021 viel erhofft. Dass all diese Präsenz-Messen ausfallen, stellt ihn vor neue Herausforderungen. „Wir verzeichnen zwar auch Erfolge im Online-Marketing und werden auf dem digitalen Weg bekannter, aber das live ausprobieren und die persönlichen Gespräche auf den Messen können mit digitalen Medien nicht ersetzt werden.“

Er arbeitet bereits an einem Konzept, wie die Kunden auch in Pandemie-Zeiten künftig mit den Produkten in Berührung kommen werden, will aber noch nichts verraten. Man kann sich sicher sein, dass man von Centor im Jahr 2021 einiges hören wird.

Quelle:

Dorothea Körber

Keyvisual und Teaserbild: Centor

12. Oktober 2021

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