Lass mich durch!

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Schiebetüren sind eine gern genutzte Möglichkeit, den vorhandenen Wohnraum flexibel auf temporäre Situationen abzustellen. Sie lassen sich in Neubauten, doch im Rahmen von Umbauten im Bestand einsetzen, wenn Trockenbauwände gestellt werden. Doch Schiebetür ist nicht gleich Schiebetür.

Niemals war Wohnraum so begehrt wie heute. Niemals aber war dieser auch so teuer wie er heute (in Großstädten) ist. Vor diesem Hintergrund sind Hausherren, Planer und Handwerker gehalten, aus vorhandenen Wohnflächen ein Optimum herauszuholen. Dabei ist die GK-Ständerwand heute State of the Art, weil sich ihre Wände schlanker ausführen lassen sich als Massivbauwände.
Als Ergänzung einer Ständerwand darf die Schiebetür gesehen werden. Sie bietet zusätzlich deutlich mehr Flächeneffizienz.

Eine Schiebetür spart Fläche

Zwei unterschiedliche Systeme von Schiebetüren sind im Markt verfügbar.

  • Schiebetüren Bild 1

    Bei der Komplettvariante werden Wand und Schiebetür...

  • Schiebetüren Bild 2

    ...in zwei voneinander unabhängigen Arbeitsschritten gebaut. (Bild: Eclisse)

Die Komplettvariante: Diese ist ein in sich vollständiges geschlossenes Bauteil. Sie wird vom Hersteller als Komplettpaket geliefert und separat von der eigentlichen Trockenbauwand zusammengebaut. Anschließend wird sie als fertiges Element in die Trockenbauwand eingestellt und befestigt. Die Öffnung in der Trockenbauwand wird wie eine klassische Türöffnung mit einem Türsturze oder einem Querriegel gebaut. Anschließend wird das Türelement an der Wand verschraubt. Lieferant solche Türen ist z.B. Eclisse). Der Vorteil dieser Systeme liegt darin, dass Wanderstellung und Türmontage zwei völlig getrennte Arbeitsschritte sind.

  • Schiebetüren Bild 3

    Bei der Strukturvariante werden Standardwandprofile...

  • Schiebetüren Bild 4

    ...durch spezielle Türprofile ersetzt. Das spart Material. (Bild: Knauf)

Die Strukturvariante: Da Ständerwände durch ihren Zweischeibenaufbau ohnehin einen Hohlraum in sich haben, lag es konstruktiv nahe, diesen für eine Schiebetür zu benutzen. Das heißt, im Gegensatz zur Systemvariante wird hier eine klassische Ständerwand gebaut, bei der an verstimmten Stellen die klassischen Tb-Profile durch Spezialprofile ersetzt werden. Solche Systeme werden von allen großen Herstellern (wie Knauf oder Rigips) geliefert. Sie sind in der Regel preiswerter als die Systemvariante, aber sie setzten große Sachkenntnis voraus, da die beiden Prozesse „Stellen der Wand“ und „Einbau der Schiebetür“ in einem Arbeitsschritt zusammengefasst werden.

Wer als Handwerker auf „Nummer Sicher“ gehen will, ist trotz des höheren Preises mit den Kompletttüren besser beraten.

Zwei Schiebetüren optimieren die nutzbare Fläche

Die Breite einer einzelnen Schiebetür beträgt ca. 1 m. Damit ist die Funktion „Raumabschluss“ zuverlässig erfüllt. Doch es besteht eine weitere architektonische Option: Raumflexibilisierung.

Stellt man zwei einzelne Schiebetüren mit Ihren Türblättern gegeneinander, dann hat man die Möglichkeit, aus einem großen Raum zwei kleine oder aus zwei kleinen Räumen einen großen zu machen. Letzteres ist dann eine attraktive Variante wenn z.B. für eine Familienfeier einmal ein großer Raum benötigt wird.

Schiebetüren Bild 5
Raumflexibilisierung durch Einsatz gegeneinander gestellter Schiebetüren ist eine attraktive Variante, die vorhandene Wohnfläche optimal zu nutzen. (Bild: Knauf)

So praktisch Schiebetüren im Einzelnen auch sein mögen, sie haben neben ihren zahlreichen Vorteilen auch Nachteile. Eine bewegliche Tür erreicht konstruktionsbedingt nicht die Schallschutzwerte einen Drehtür. Darauf sollte der Handwerker der Fairness halber seinen Auftraggeber hinweisen. In Räumen, wo Diskretion geboten ist, sind im Augenblicke die klassischen Türen noch die bessere Wahl.

Die Hersteller der Schiebetüren aber arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, die dieses Manko abstellen.

Die Türblätter selbst sind in der Regel nicht Teil des Lieferumfanges. Sie müssen entweder im Katalog des Systemgebers ausgesucht werden, oder können als Standardprodukte bei Türenherstellern geordert werden.

Autor:

Klaus Köpplin
Redaktion www.ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: Raumplus

1. Februar 2021

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