Mit Feuchtraumtüren Geld verdienen

Mit Feuchtraumtüren Geld verdienen

Der Renovierungs- und besonders der Sanierungsbereich sind für Schreiner und Tischler enorm wichtige Zielmärkte. Schließlich werden – so aktuelle Schätzungen – mehr als 80 Prozent der Investitionen hier getätigt und nicht im Neubau.

Verspiegelte Feuchtraumtür von Jeld-Wen. (Foto: Jeld-Wen)

Ansatzpunkte, um Kunden proaktiv in diesem Zusammenhang auch über den Einsatz neuer Innentüren zu beraten, gibt es viele, doch versiegen die Versuche allzu oft. Ein Grund ist sehr häufig die immens lange und damit kundenunfreundliche Lieferzeit. Insbesondere technische Türen, wie Schallschutztüren oder Feuchtraumtüren, sind bei vielen Herstellern oft mit langen Wartezeiten verbunden. Innentürenhersteller Jeld-Wen bietet hier einen echten Mehrwert, denn über 80 Prozent der bestellten Modelle können mit „5-plus“, dem Hochleistungsliefersystem für Türen und Zargen, in nur fünf Tagen beim Händler sein.

Beim Haus-Rundgang zur Bestandsaufnahme fallen vielen Schreinern oftmals die Innentüren zu den Feuchträumen besonders negativ auf. Herkömmliche Innentüren, fälschlicherweise anstelle von Feuchtraumtüren in Badezimmern und WC eingebaut, wurden aufgrund ihrer artfremden Nutzung im Laufe der Zeit unansehnlich und müssten dringend ausgetauscht werden. Diesen Umstand sollten sich Profis in der Beratung zunutze machen und mit fundiertem Wissen zum Thema Feuchtraumtüren aufwarten.

Doch was genau versteht man fachlich unter einer Feuchtraumtür? Eine Beanspruchung von Türen im Feuchtraumbereich liegt dann vor, wenn die Bauteile kurzfristig einer Feuchteeinwirkung auf der Oberfläche ausgesetzt sind. Diese Feuchteeinwirkung kann aufgrund hoher Luftfeuchte oder durch direktes Spritzwasser im unteren Türbereich erfolgen. Feuchtraumtüren zeichnen sich dadurch aus, dass die Türunterkante mit einem speziellen, ummantelten Anleimer versehen ist und die Oberfläche der Tür mit einem wasserundurchlässigen 0,5 bis 0,8 Millimeter starken Schichtstoff ausgestattet wurde.

Faktoren benennen

In der Vergangenheit lag die Betonung in der Praxis eher auf dem Wort „Spritzwasser“ als auf dem Wort „Feuchteeinwirkung“. Die in Wohngebäuden üblicherweise auftretenden Luftfeuchten wurden von den Türen im Regelfall immer absorbiert. Heute werden Türen aber nicht selten völlig anders genutzt beziehungsweise zweckentfremdet. Da wäre das Beispiel der Kleiderhaken, die ganz praktisch auf der Innenseite der Badtür oben an der Falz befestigt werden, um Bademäntel oder Duschhandtücher platzsparend zu positionieren. Die Feuchtigkeit, die von diesen Textilien in direktem Kontakt mit der Oberfläche auf die Tür einwirkt, wird unweigerlich irgendwann zum Verzug der Tür führen.

Weiterhin darf man die sich entwickelnde Transformation von „Nassbereichen“ in Wohnhäusern nicht unterschätzen. Während in der Vergangenheit ein Badezimmer lediglich der Körperreinigung diente, treffen wir heute immer häufiger auf den Trend zur Gestaltung des Raums in einen kleinen „Wellness“-Bereich innerhalb der eigenen vier Wände. Größere Duschen mit Duschköpfen, die einen Regenschauer nachempfinden, oder die immer häufiger fehlenden Duschabtrennungen erhöhen die auftretende Luftfeuchtigkeit sowie die Gefahr von Spritzwasser erheblich.

Darüber hinaus gilt es wissen, ob der Raum ein Fenster hat, das regelmäßig geöffnet wird, oder ob das Bad gar als Waschküche zum Waschen und Trocknen der Wäsche eingesetzt wird. All dies hat Auswirkungen auf den Feuchtegehalt der Luft und damit auf die nötige Materialbeschaffenheit der Innentür. Wer derartige Rahmenbedingungen vorfindet, sollte von üblichen Wohnraumtüren ablassen und Feuchtraumtüren oder gar Nassraumtüren aktiv beraten und ausführen, auch um späteren Reklamationen vorzubeugen.
Eine Nassraumtür ist laut Definition dann einzusetzen, wenn ein Türblatt langanhaltender Nässeeinwirkung und häufigem Spritzwasser ausgesetzt ist. Anwendungsbeispiele sind Türen von Nasszellenbereichen in Krankenhäusern, Hotels und Badeanstalten. Jeld-Wen bietet geprüfte Feuchtraumtüren sowie Nassraumtüren (RAL-GZ 426 Teil 3 beziehungsweise DIN EN 16580) an, die speziell für diesen Einsatzzweck entwickelt und zertifiziert wurden.

Auch bei der sachkundigen Montage der Zargen (etwa durch die Versiegelung der Anschlussfugen) kann sich der Fachmann beweisen. Nebenbei ist Jeld-Wen der einzige Hersteller, der nach RAL zertifizierte Holzumfassungszargen für Nassraumtüren anbietet. Schreiner und Tischler haben die Möglichkeit, millimetergenau, ohne einen Aufpreis für das individuelle Maß, ihre Tür ab Stückzahl „Eins“ zu bestellen. Fünfzehn Tage später kann dann bereits die Tür beim Fachhändler abgeholt werden.

Für den Schreiner ergeben sich mit diesem Wissen interessante

Ansätze im Kundengespräch. Zum einen kann er durch kompetente Beratung, praktiziertes Fachwissen sowie eine zeitnahe Lieferung und Montage sein eigenes Standing beim Kunden erheblich verbessern. Zum anderen ist der Schreiner hierdurch Teil einer Lösung sowie einer Präventivmaßnahme und eben nicht Teil eines vorhandenen Problems. Dieser emotionale Unterschied in der Kundenwahrnehmung sollte es dem Schreiner wert sein, der Feuchtraumtür mehr Beachtung zu schenken.

Über den Autor

Rainer Hofer ist mit über 20 Jahren in den Diensten von Jeld-Wen ein Innentüren-Urgestein mit Expertise rund um das vielschichtige Produkt. Der gelernte Schreiner durchlief von der Kundenbetreuung über die technische Auftragsklärung für Sonderlösungen und Spezialprojekte bis hin zum technischen Produktmanagement die unterschiedlichsten technischen sowie kundenbezogenen Bereiche bei Jeld-Wen, seit Anfang 2019 ist er dort Schulungsleiter.

 

 

2. Dezember 2020
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