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Bauschutt richtig entsorgen: Der Dreck muss weg!

In vielen Fällen leisten die lokalen Abfallverwertungen gute Dienste, wenn es kleinere Mengen von ausgebautem Bauabfall zu entsorgen gilt. Aber haben Sie schon mal mehrfach am Tag in der Schlange gestanden, die sich in größeren Städten an den Einfahrten der Recyclinghöfe bildet? Dann liegen die Nerven blank, vor allem, wenn es auf der Baustelle schnell voran gehen soll. Klärt der zuständige Mitarbeiter dann noch darüber auf, dass einzelne Teile nicht angenommen werden dürfen, kommen Fragen nach weiteren Kosten für die Entsorgung hinzu.

Damit das Entsorgen von Bauschutt während und nach den Ausbauarbeiten möglichst reibungslos verläuft, lohnt es sich ein wenig Zeit in die Frage zu investieren: wohin mit dem Bauschutt?

Zwei Überlegungen sollten dabei im Vordergrund stehen:

  • Wie viel Bauschutt wird anfallen?
  • Welche Art von Abfall muss entsorgt werden?

Bauschutt entsorgen heißt zuerst: Bauschutt berechnen

Man sollte möglichst schon vor Baubeginn wissen, ob der anfallende Müll ins Baustellenfahrzeug passt und wie oft man dann fahren muss – oder ob ein kleiner oder großer Container nötig ist.

Die Formel dafür lautet schlicht:

Länge x Breite x Tiefe = .... cbm (m³)

Eine Wand mit 4 Metern Länge, 3 Metern Höhe und einer Schicht aus Putzen und Wandbelägen von 5 Zentimetern ergibt also 0,6 Kubikmeter Müll.

Um das Gewicht zu berechnen, nimmt man folgende Formel:

… cbm x 1,3 = … to

Im Durchschnitt hat ein Kubikmeter Bauschutt ein Gewicht von 1,3 Tonnen. 0,6 Kubikmeter Bauschutt wiegen durchschnittlich 0,78 Tonnen.

Abfallsorten selber trennen – und Geld sparen

Reiner Bauschutt besteht nur aus wiederverwertbaren mineralischen Materialien wie Beton, Backsteinen, Ziegeln, Klinkersteinen und Mörtelresten, Fliesen, Glasbausteinen, Keramik sowie Sand.

In der Regel muss bei Bauabfällen Baumischabfall entsorgt werden. Darin können enthalten sein: Kunststoffe, Folien, Pappe, Metalle, Kabel, Gipskartonplatten, Holz, Glas, Steine, Ziegel und Fliesen. Die Sortierung von Baumischabfällen nimmt der Entsorgungsbetrieb vor. Es ist demnach teurer, Baumischabfall zu entsorgen als reinen Bauschutt.

Es kann sich je nach Menge lohnen, die einzelnen Abfallsorten selbst schon auf der Baustelle zu sortieren. Meist fällt von den Abfallsorten, die kein Bauschutt sind, weniger an, sodass man sie gegebenenfalls auch selbst entsorgen kann.

Holzabfälle sind recyclingfähig, daher können sie, wenn größere Mengen anfallen, getrennt entsorgt werden. Auch hier gilt: Die getrennte Entsorgung ist günstiger, als die Sortierung durch den Entsorgungsbetrieb vornehmen zu lassen.

Tipp: Teilweise nehmen die lokalen Entsorgungsbetriebe einzelne Baumaterialien (zum Beispiel Laminat) kostenlos im Rahmen von Sperrmüllterminen mit. Arbeiten Sie für private Auftraggeber, kann Ihr Kunde dann nach Absprache mit dem Sperrmüllanbieter einen entsprechenden Termin zum Bauabfallentsorgen vereinbaren.

Als Sonderabfälle zählen in der Regel Stoffe, die mit Schadstoffen belastet sind. Also zum Beispiel asbesthaltige Baumaterialien und Dämmstoffe aus künstlicher Mineralfaser. Bevor Sie diese selbst ausbauen, informieren Sie Ihren Auftraggeber und lassen Ihn ein Fachunternehmen beauftragen, dass sich um die Entsorgung kümmert!

Manche typische Asbestprodukte sind leicht zu identifizieren: An dieser Brandschutztür hat sich eine Asbestschnur gelöst. (Bild: Hans-Dieter Bossemeyer)

Manche typische Asbestprodukte sind leicht zu identifizieren: An dieser Brandschutztür hat sich eine Asbestschnur gelöst. (Bild: Hans-Dieter Bossemeyer)

Vielfach enthalten alte Cushion-Vinyl-Platten Asbest. Wenn Sie solche Bodenbeläge in alten Gebäuden finden, sollten Sie zumindest aufmerksam werden. (Bild: Pollubat, www.pollubat.ch)

Vielfach enthalten alte Cushion-Vinyl-Platten Asbest. Wenn Sie solche Bodenbeläge in alten Gebäuden finden, sollten Sie zumindest aufmerksam werden. (Bild: Pollubat, www.pollubat.ch)

Charakteristisch für asbesthaltige Cushion-Vinyls ist die Unterschicht aus Pappe (Asbestpappe). (Bild: Pollubat, www.pollubat.ch)

Charakteristisch für asbesthaltige Cushion-Vinyls ist die Unterschicht aus Pappe (Asbestpappe). (Bild: Pollubat, www.pollubat.ch)


Lokaler Abfallwirtschaftsbetrieb vs. Containerdienst

In der Regel nehmen die lokalen Verwertungsbetriebe Bauschutt nur in kleinen Mengen an (eimerweise zum Festpreis). Baumischabfälle entsorgen meist nur spezialisierte gewerbliche Anbieter.

Auch kleine Container (ab 3 m3) zum Entsorgen von Bauschutt bekommt man teilweise schon zu sehr günstigen Festpreisen. Alternative zum Festpreis pro Kubikmeter ist die Abrechnung nach Gewicht.

Tipps zum Bauschutt entsorgen

  • Lassen Sie sich von dem beauftragten Entsorger unbedingt die Entsorgungspapiere geben, wenn der Auftrag abgeschlossen ist. Sie können dann rechtlich nicht belangt werden, sollte der Müll nicht dort landen, wo er soll.
  • Überlegen Sie, ob Sie einen verschließbaren Container benötigen. Gerade in Städten freuen sich manche Nachbarn, wenn sie ihren eigenen Müll in fremden Containern entsorgen können.
  • Lassen Sie sich schon vor Baubeginn zum Thema Bauabfall richtig entsorgen beraten: Anbieter von Entsorgungsdienstleistungen informieren in der Regel umfassend, auch über die jeweils kostengünstigere Alternative.
  • Trennen Sie selbst, wenn relativ viel Müll einer Kategorie anfällt. Dann wird es günstiger, den Bauschutt zu entsorgen.

Container bestellen, Genehmigung nicht vergessen

Soll zum Entsorgen von Bauabfall ein Container auf öffentlichen Verkehrsflächen aufgestellt werden, muss zuvor eine Genehmigung bei der Stadt eingeholt werden. Die Genehmigung ist kostenpflichtig. Hinzu kommen Gebühren für die jeweilige Standzeit (in der Regel pro Woche), die sich nach der Größe des Containers richten. Außerdem gibt es bestimmte Vorgaben, nach denen Sie sich beim Aufstellen des Containers richten müssen. Diese können Sie bei der Verwaltung erfragen.

 

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