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Gesünder arbeiten - mehr verdienen

Luftreiniger und Entstauber stellen eine vergleichsweise einfache, aber sehr effektive Möglichkeit dar, um die Luft frei von Schmutzpartikeln zu halten. Sie dienen gleichermaßen dem Arbeits- und Umgebungsschutz, gewährleisten bei der Schadstoff- und Schimmelpilzsanierung das Erreichen der Sanierungsziele und hinterlassen beim Kunden durch eine saubere Baustelle einen positiven Eindruck. 

“Wo gearbeitet wird, da staubt es“ und „Das haben wir schon immer so gemacht“: Solche typischen Äußerungen zeigen, wie noch vielfach auf Baustellen über Baustaub gedacht wird. Dabei weiß man heutzutage – und die BG Bau klärt mit einer Kampagne darüber auf –, dass Baustaub krank macht. Oft treten die auf Staub zurückführbaren Atemwegserkrankungen erst als Spätfolge auf, sodass kein direkter Zusammenhang erkannt wird. Beim mechanischen Bearbeiten von Bauteilen oder Werkstücken werden fast immer Stäube freigesetzt. Rotierende Werkzeuge und Zugluft verteilen dabei Milliarden von Staubpartikeln in der Luft. Je nach Arbeitsverfahren und Baustoff werden luftgetragene Partikel also mehr oder minder intensiv auf der Baustelle verteilt. Personen, die sich dort aufhalten, atmen diese Stäube zwangsläufig ein. Insbesondere Feinstäube sind dabei besonders gesundheitsschädlich, denn sie dringen bis in die oberen Atemwege, die Bronchien und sogar die Lungenbläschen vor und können dort die Schutzmechanismen des Körpers überfordern. Die gesundheitlichen Folgen reichen von irritativen und toxischen Reaktionen über chronische Entzündungen der Atemwege bis hin zur Bildung von Tumoren. 

Abb. 1: Mit absaugenden Maschinen lässt sich die Luftqualität auf Baustellen erheblich verbessern. Am besten ist es, den anfallenden Staub direkt am Entstehungsort abzusaugen. Foto: Heylo

Abb. 1: Mit absaugenden Maschinen lässt sich die Luftqualität auf Baustellen erheblich verbessern. Am besten ist es, den anfallenden Staub direkt am Entstehungsort abzusaugen. Foto: Heylo

Abb. 2: Luftreiniger sorgen für eine gerichtete Luftströmung und halten durch
einen leichten Unterdruck den Staub im Arbeitsbereich. Foto: Heylo

Abb. 2: Luftreiniger sorgen für eine gerichtete Luftströmung und halten durch
einen leichten Unterdruck den Staub im Arbeitsbereich. Foto: Heylo

Abb. 3: Arbeitsbereiche lassen sich mit Staubschutzwänden verkleinern. 
Foto: Heylo

Abb. 3: Arbeitsbereiche lassen sich mit Staubschutzwänden verkleinern.
Foto: Heylo

Bau-Entstauber müssen mindestens für Staubklasse M zugelassen sein 

Mit absaugenden Maschinen lässt sich die Luftqualität auf Baustellen erheblich verbessern (Abb. 1). Zum direkten Absaugen an der Maschine, aber auch zum Reinigen der Baustelle werden heute Bau- Entstauber der Staubklasse M eingesetzt. Baustellentaugliche Bau-Entstauber weisen eine Reihe spezifischer Merkmale auf. Von normalen Industriesaugern unterscheiden sie sich in erster Linie durch Warnvorrichtungen, die bei Unterschreiten eines bestimmten Luftstroms optisch oder akustisch alarmieren. Dadurch wird verhindert, dass der Luftdurchsatz unbemerkt abreißt, z.B. bei gesättigten Filtern oder verstopften Saugschläuchen. Bau-Entstauber müssen mindestens für die Staubklasse M zugelassen sein. Die früher verwendete Staubklasse L ist für Holz- und quarzhaltige Baustäube nicht ausreichend, da diese mittlerweile als gesundheitsgefährdend eingestuft sind. Außerdem verfügen die Geräte über eine grobschmutztaugliche Ausrüstung, wasserbeständige auswaschbare Filter, feuchtschmutzbeständige Vlies-Entnahme- oder Plastik-Entsorgungssäcke sowie eine vollautomatische Filterabreinigung. Ihre Eignung für die Absaugung von Elektrowerkzeugen mit hoher Abtragleistung, wie z.B. Mauernutfräsen, muss in Tests der BG Bau nachgewiesen werden. Neben Holz- und Baustäuben dürfen Bau-Entstauber der Staubklasse M auch bei bleihaltigen Stäuben, alter Mineralwolle oder Hochtemperaturwolle verwendet werden. 

Entstauber der Staubklasse H nur dort einsetzen, wo sie gefordert werden 

Für Arbeiten mit krebserregenden Stoffen, Asbestfasern oder Schimmelpilzen sind Entstauber der Staubklasse H vorgeschrieben. In diesen Geräten kommen Filter mit einem nochmals höheren Abscheidegrad zum Einsatz. Außerdem ist eine staubfreie Entnahme des aufgesaugten Schmutzes möglich. Eingesetzt werden sollten diese Sauger nur dort, wo sie tatsächlich gefordert werden. Zum einen sind die H-Klasse-Filter empfindlicher als M-Klasse-Filter, zum anderen sind Filter und Zubehör bei diesen Geräten deutlich teurer. Langfristig ist es daher wirtschaftlicher, mit 2 unterschiedlichen Entstaubern zu arbeiten, als regelmäßig teure Filter und Staubsäcke zu ersetzen. 
Müssen große Flächen von mehreren hundert Quadratmetern bearbeitet werden, reicht die Leistung normaler Bau-Entstauber mit ca. 1.200 Watt meistens nicht aus. Dort kommen Bau-Entstauber mit hohen Absaugvolumina zum Einsatz. Sie können in kurzer Zeit größere Staubmengen aufnehmen und eignen sich damit für die rationelle Reinigung stark verschmutzter großer Flächen oder zum Absaugen größerer Maschinen, z. B. Parkettschleifmaschinen. Die Aufnahmeleistung dieser Entstauber beträgt mehr als 2.000 Watt, der Unterdruck mindestens 200 mbar. Zudem verfügen sie über größere Filterflächen und mehrstufige Filtersysteme. Die erste Filterstufe ist auf sehr hohen Staubanfall ausgelegt und verfügt über eine automatische Abreinigung. Einige Geräte integrieren alternativ einen Vorabscheider. Damit eignen sie sich auch für feine Gipsstäube oder faserhaltigen Staub. 

Vorabscheider erhöhen Leistungsfähigkeit von Bau-Entstaubern 

Die Leistungsfähigkeit kleiner und großer Bau-Entstauber lässt sich durch Vorabscheider wesentlich erhöhen. Wie der Name bereits sagt, werden Vorabscheider dem Bau-Entstauber vorgeschaltet. Der Saugstrom erzeugt im Inneren des Vorabscheiders einen Luftwirbel, der die Staubteilchen mithilfe der Fliehkraft nach außen an die Wandung drückt. Im sich konusförmig nach unten verjüngenden Gehäuse sinken die Staubteilchen nach unten und fallen in einen Staubsammelbehälter. Auf diese Weise gelangt nur noch ein geringer Teil der Stäube in den Bau-Entstauber. Der Filter wird geschont und dessen Standzeit erheblich verlängert, während die Saugleistung lange Zeit konstant hoch bleibt. Besonders bei kritischen Stäuben oder großem Staubanfall ermöglichen Vorabscheider längere Einsatzzeiten ohne Unterbrechungen durch zusätzliche Abreinigung oder Filterwechsel. Darüber hinaus können aufgesaugte Flüssigkeiten die Filter des Entstaubers nicht mehr beschädigen. Die Entleerung geht bei Vorabscheidern außerdem viel einfacher vonstatten, wenn stabile Müllsäcke verwendet werden.  

Luftreiniger sorgen für Luftfilterung und Unterdruckhaltung  

Trotz fortlaufender technischer Innovationen wird es weiterhin viele Tätigkeiten geben, bei denen es schwierig bis unmöglich ist, die Stäube an der Entstehungsstelle vollständig zu erfassen. Hier können Luftreiniger unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Sie sorgen für einen permanenten Luftaustausch im Arbeitsbereich, nehmen Stäube nah an der Entstehungsstelle auf und erzeugen im Sanierungsbereich einen bestimmten gewollten Unterdruck (Abb. 2). Luftreiniger helfen, den notwendigen Atemschutz der Mitarbeiter auf ein Minimum zu reduzieren. Für das Absaugen von Oberflächen sind sie dagegen nicht vorgesehen. Ein Luftreiniger besteht aus einem kraftvollen Gebläse zum Lufttransport, das mit einem 2- bis 3-stufigen Filtersystem und einer Volumenstromkontrolle kombiniert wird. In der Regel kann der Volumenstrom den Verhältnissen vor Ort durch einen Drehzahlregler angepasst werden. Insbesondere bei der Schadstoffsanierung konnte durch Messungen belegt werden, dass sich gröbere Partikel, die die Luft deutlich sichtbar eintrübten, schnell wieder absetzten. Feine, nicht sichtbare Partikel blieben dagegen deutlich länger in der Luft. Mitunter ist es daher ratsam, die Geräte bei reduzierter Drehzahl über das Arbeitsende hinaus weiterlaufen zu lassen. Bei den von der BG Bau empfohlenen Geräten werden ihre Gehäuse auf ihre innere Dichtigkeit geprüft. Verwendet werden darf zudem nur geprüftes Filtermaterial, das der Staubklasse M oder H entspricht. Bei wasserbasierten Systemen fehlen derartige Kennzeichnungen oft. Zudem stellt sich bei ihnen die Frage, wo und wie das verschmutzte Wasser richtig entsorgt wird.

Einfache Abluftgeräte, die die Abluft ohne Filterung ins Freie leiten, entsprechen nicht mehr den Vorgaben der BG Bau. Auch im Freien können sich schließlich Personen in der Nähe der Abluft aufhalten. Beim Einrichten der Baustelle ist darauf zu achten, dass die Luftreiniger einen gerichteten Luftstrom erzeugen. Zwischen Abluftschlauch und einer Luftzuführung sollte der Luftstrom so angelegt werden, dass die Schmutzfracht nur einen kurzen Weg durch den Arbeitsbereich zurücklegen muss und dass sich der Mitarbeiter auf der Reinluftseite aufhält.  Sowohl auf der Ansaug- als auch auf der Ausblasseite sind Luftreiniger mit Anschlüssen für Luftschläuche ausgerüstet. Saugschläuche sollten möglichst nah an der Entstehungsstelle des Staubs angelegt werden, um damit möglichst viel Staub zu erfassen. Der Anwender vermeidet so, dass die verschmutzte Luft auf einer längeren Strecke durch den Raum gezogen werden muss.

Ein weiterer Vorteil der Saugschläuche ist die Möglichkeit, diese entsprechend dem Arbeitsfortschritt leichter nachführen zu können. Um ein Zusammenziehen der Schläuche auf der Saugseite zu verhindern, werden drahtverstärkte Schläuche verwendet, die an ihrem Ende mit einem Draht leicht fixiert werden sollten. Die angesaugte Luft wird im Gerät über einen Vorfilter für Grobstäube und einen Schwebstofffilter der Staubklasse M geführt. Die gefilterte Luft kann daher bei normalen Baustäuben im Raum bleiben. Beim Einsatz auf Asbest-Baustellen muss die Luft demgegenüber durch einen H-Klasse-Filter ins Freie abgeleitet werden. Mit Messungen muss dann regelmäßig nachgewiesen werden, dass ein Grenzwert von 1.000 Fasern/m³ in der Abluft nicht überschritten wird. Beim Einsatz von Luftreinigern ist darauf zu achten, dass die eingesetzten Luftschläuche, Gerätedichtungen und Filtermaterialien keine Beschädigungen aufweisen, an denen ungefilterte Luft ausströmen kann. Jedes Leck im System verschlechtert den Gesamtabscheidegrad erheblich und kann damit z.B. bei Asbestbaustellen oder der Schimmelpilzsanierung das Erreichen des Sanierungsziels verhindern. Eine fest eingebaute Volumenstromkontrolle zeigt dem Benutzer optisch oder akustisch an, wenn die Filter ausgetauscht werden müssen. Die Bemessung der Geräteleistung richtet sich bei Baustäuben nach dem Raumvolumen. Von der BG Bau wird bei Baustäuben ein 15-facher Luftwechsel pro Stunde gefordert. Dieser Wert geht von nahezu gesättigten Filtern und Raumhöhen bis zu 3 m aus. Sollte der Arbeitsbereich größer als die empfohlene Raumgröße sein, kann ein zusätzliches Gerät eingesetzt werden. Alternativ kann der Arbeitsbereich durch Errichten einer Staubschutzwand verkleinert werden. Insbesondere bei der Schadstoffsanierung sollten die Sanierungsbereiche so kompakt wie möglich bemessen werden.

Abb. 4: Der Luftreiniger kann in Kombination mit Staubschutzwänden außerhalb
des Arbeitsbereichs platziert werden. Foto: Heylo

Abb. 4: Der Luftreiniger kann in Kombination mit Staubschutzwänden außerhalb
des Arbeitsbereichs platziert werden. Foto: Heylo

Abb. 5: Weil Schmutz je nach Gewerk und Baustelle sehr unterschiedlich beschaffen sein kann, sollte das Saugzubehör auf die für das Gewerk typischen Schmutzarten und -größen angepasst sein. Foto: Heylo

Abb. 5: Weil Schmutz je nach Gewerk und Baustelle sehr unterschiedlich beschaffen sein kann, sollte das Saugzubehör auf die für das Gewerk typischen Schmutzarten und -größen angepasst sein. Foto: Heylo

Staubschutzwände und Luftreiniger kombinieren 

War es bis vor einigen Jahren üblich, aufwendig Staubschutzwände aus Holzlatten zu bauen und eine Folie daran zu tackern, geht der Trend heute zu einfach und schnell zu errichtenden Teleskopstangensystemen (Abb. 3). Der Vorteil eines solchen Systems ist, dass eine räumliche Abtrennung von einer einzelnen Person ohne Leiter innerhalb kürzester Zeit zu errichten ist. Mit Klemmvorrichtungen wird eine festere Baufolie an den oberen Enden der Stangen an der Decke gehalten. Das herabhängende untere Ende der Folie wird unter den Fuß der Teleskopstange geschoben. Sobald die Stange gespannt wird, ist die Folie sicher fixiert. Nach dem Ausrichten aller Stangen, wenn die Folie also relativ glatt gespannt ist, können mit 1ein oder 2 zwei aufgeklebten Reißverschlüssen und einem Messer wieder verschließbare Durchlässe in der Staubschutzwand geschaffen werden. Werden im Arbeitsbereich absaugende Maschinen verwendet, kann der erforderliche Bau-Entstauber vor der Staubschutzwand platziert werden (Abb. 4). Durch das Absaugen von innen nach außen entsteht im Arbeitsbereich ein leichter Unterdruck. 

Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Staubschutzwand zusätzlich luftdicht abzukleben. Ebenso verhält es sich, wenn ein Luftreiniger mit einer Staubschutzwand kombiniert wird.  

Baustellen richtig reinigen  

Zu den organisatorischen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zählt das regelmäßige Reinigen von Baustellen. Grobe Verschmutzungen werden in 2 Schritten beseitigt: Große Teile werden zunächst mit einer Schaufel aufgenommen. Kleinere Stücke und Staub nimmt anschließend der Bau-Entstauber auf. Weil der Schmutz je nach Gewerk und Baustelle sehr unterschiedlich beschaffen sein kann, sollte das Saugzubehör auf die für das Gewerk typischen Schmutzarten und -größen angepasst sein (Abb. 5). Gereinigt wird grundsätzlich von oben nach unten, damit von oben kein Schmutz auf bereits gereinigte Flächen herabrieselt. Werden auf der Baustelle Luftreiniger eingesetzt, wird auch in Richtung des Luftstroms gereinigt, damit keine noch staubige Luft über bereits gereinigte Flächen geführt wird. 

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Arndt Lubrich Seminarleitung Heylo GmbH Achim 

Keyvisual und Teaserbild: Heylo GmbH

 

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