So gelingt Ihnen vernetztes Arbeiten am Bau

So gelingt Ihnen vernetztes Arbeiten am Bau

Was im Industriebereich schon seit Jahren gang und gäbe ist – Stichwort Industrie 4.0 – hat sich am Bau bis heute noch nicht ganz etabliert. Trotzdem nehmen auch hier Tablets, Apps, cloudbasierte Lösungen etc. immer mehr an Fahrt auf. Und das ist gut so: Digitales und vernetztes Arbeiten hilft, dass alle Beteiligten stets den Überblick behalten. Im Folgenden sechs Tipps, wie Sie das am besten anstellen.

Frühzeitig digitale Fähigkeiten ausbauen

Der wichtigste Schritt auf dem Weg zum vernetzten Arbeiten auf der Baustelle ist, immer mehr Arbeitsabläufe zu digitalisieren. Building Information Modeling (BIM) heißt das Stichwort. Es beschreibt die zunehmende Digitalisierung bei Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Bereits jedes zweite Bauunternehmen in Deutschland hat erste Erfahrungen mit BIM.

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    Zu den bekannten Werkzeugen des Handwerkers ist ein weiteres hinzugekommen: das so genannte mobile Endgerät. Es bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Abläufe im Bauwesen zu beschleunigen. Bild: istockphoto/demaerre

Höchste Zeit also, auf den Zug aufzuspringen! Weniger Zeitaufwand, geringere Kosten, bessere Kommunikation – das sind nur einige Vorteile, die BIM mit sich bringt. Den ersten Schritt in diese Richtung haben die meisten Unternehmen bereits vor Jahren gemacht und arbeiten mit Programmen wie Excel oder Word, um neue Informationen festzuhalten.

Oft erfolgt dabei allerdings noch die Dokumentation am Bau selbst per Hand und wird erst abends digitalisiert. Heute existieren jedoch bereits Softwarelösungen, die diesen Zwischenschritt sparen. Sie sind zugleich zentrale Kommunikationsstelle und digitale Bauakte.

Die richtige Softwarelösung finden

 Die wichtigsten Faktoren, die ein gelungenes Bauprojekt ausmachen, sind Organisation, Kommunikation und Dokumentation. Eine gute digitale Unterstützung, welche die Abläufe in diesen Bereichen noch verbessert, sollte daher mehrere Grundfunktionen bieten:

  • Überblick über das Bauprojekt sowie Überwachungsfunktionen
  • digitale Bauakte mit allen Unterlagen: Dokumente, Fotos, Pläne etc.
  • Erfassung wichtiger Daten direkt auf der Baustelle: Baubesprechungsprotokoll, Begehungsprotokoll, Checkliste für die Bauabnahme, Mängeldokumentation etc.
  • Aufgabenübersicht (Dashboard) und digitaler Bauzeitenplan
  • Aufgabenzuweisung an Verantwortliche
  • zentrale Plattform für die Kommunikation mit allen Beteiligten

Schulungen für das Projektteam anbieten

Wenn Sie sich für ein Tool entschieden haben, geht es daran, Fachkräfte und Bauunternehmen darauf vorzubereiten. Das Motto sollte lauten: Wenn schon, dann richtig. Nur, wer mit den Möglichkeiten eines Programms ausreichend vertraut ist, kann es auch sinnvoll nutzen.

Setzen Sie sich also in Ruhe damit auseinander und lernen Sie die Funktionen kennen. So können Sie feststellen, welche davon für Ihre Bauprojekte besonders hilfreich sind. Viele Softwarehersteller bieten außerdem Einführungen und Trainings für einen sanften Umstieg an.

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    Eine effiziente Nutzung der technischen Möglichkeiten steht und fällt mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Mitarbeiter. Investieren Sie unbedingt in Schulung und Weiterbildung Ihres Personals. Bild: istockphoto/Goodluz

Ein einheitliches System verwenden

Einfach nur eine neue Software für das eigene Unternehmen implementieren und das war’s? So einfach ist es leider doch nicht. Vernetztes Arbeiten auf der Baustelle funktioniert nur, wenn alle Projektteilnehmer dasselbe System nutzen. Wenn jeder seine eigene Software mitbringt, die mit anderen nicht kompatibel ist, geht der Vorteil der Digitalisierung verloren.

Gewonnene Zeit muss dann aufgewendet werden, um die Kommunikation über eine Vielzahl an Kanälen abzustimmen und Dokumente zwischen den einzelnen Programmen verfügbar zu machen. Das Fehlerpotenzial steigt, Aufgaben und Termine werden leicht übersehen und Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Daher sollten Sie sich schon vor dem Baustart für ein durchgängiges System entscheiden, welches alle Baubeteiligten verwenden können. So gewährleisten Sie, dass jeder auf dem neuesten Stand ist und keine Informationen verlorengehen.

Kommunikationsabläufe vorher definieren

Planung, Überwachung und Ausführung – ein geordneter Kommunikationsablauf beschleunigt den gesamten Prozess. Wichtig ist dabei, dass die genutzten Kommunikationswege vorher abgeklärt sind. So setzen alle beteiligten Firmen auf dasselbe System und geben Informationen über dieselben Kanäle weiter.

Anschließend ist noch eine klare Kommunikationsstrategie mit einer festgelegten Vorgehensweise bei Änderungen oder Problemen nötig. Damit vermeiden Sie unnötige Zeitverschwendung und gewährleisten trotzdem einen ausreichenden Informationsaustausch zwischen den einzelnen Parteien.

Keine „Über-Digitalisierung“ betreiben

So wie Sie beim Bau selbst auf hochwertiges Werkzeug setzen, sollten Sie auch bei der Koordination mit anderen Beteiligten gute Tools nutzen. Aber vernetztes Arbeiten ist eine Gratwanderung. Veraltete Methoden verlieren wichtige Zeit, in die andere Richtung können Sie jedoch ebenso übertreiben!

Konzentrieren Sie sich also auf das Wesentliche: Welche vernetzten Lösungen, Softwares und Baustellen-Apps bringen Ihnen tatsächlich einen Vorteil, welche sind nur Spielerei? So nutzen Sie nur das, was wirklich sinnvoll ist und sprengen auch nicht den Kostenrahmen.

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    Wer die genannten Tipps beherzigt, hat sein Unternehmen und ggf. auch seine persönliche Arbeitsweise schon einen großen Schritt weiterentwickelt. Bild: istockphoto/Melpomenem

Fazit: Frühzeitig starten und das richtige Maß finden

Digitale Fähigkeiten werden immer wichtiger, daran gibt es keinen Zweifel. Um am Bau von vernetzten Arbeitsabläufen zu profitieren, führt kein Weg an der Modernisierung alter Methoden vorbei. Mit den richtigen Tools, die vernünftig und sinnvoll eingesetzt werden, gelingen effiziente Kommunikation, Organisation und Dokumentation. Das nächste Bauprojekt kann kommen!

Autor:

Walter Fürthauer verfügt über zwanzig Jahre Erfahrung in der Bauprojektleitung und kennt die Herausforderung am Bau genau. Er wollte schon immer das digital vernetzte Bauen fördern, damit Bauprojekte als Team abgewickelt werden. Aus diesem Grund hat er BauMaster entwickelt, wo sich sein gesamtes Bau-Know-How wiederfindet.

Keyvisual und Teaserbild: istockphoto/demaerre

25. Mai 2021

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