Sonne – die unterschätzte Gefahr

Sonne – die unterschätzte Gefahr

Die anhaltend hohe Zahl der Berufserkrankungen zeigt, dass viel getan werden muss, damit die Solidargemeinschaft der versicherten Unternehmen künftig nicht mehr, sondern weniger Fälle zu schultern hat. „Deshalb dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen. Der UV-Schutz auf Baustellen muss bei allen Tätigkeiten eine wichtige Rolle spielen – und zwar immer, bei jeder Arbeit im Freien, vor allem von Anfang April bis Ende September“, so Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU. Unternehmen und Beschäftigte können einiges für den Schutz vor UV-Strahlung tun: von technischen Hilfsmitteln über eine angepasste Arbeitsorganisation bis hin zu persönlichem Schutz wie bedeckende Kleidung oder UV-Schutzcreme. Bergmann weiter: „Noch viel zu häufig wird die Gefahr durch UV Strahlung unterschätzt. Kein Wunder, denn die Sonne wird oft als angenehm empfunden.

Langfristig verzeiht unsere Haut jedoch keine Strahlungsdosis und die Hautschäden summieren sich im Laufe der Zeit und können zu Hautkrebs führen.“ Deutschlandweit erkranken laut Stiftung Deutsche Krebshilfe rund 98.000 Menschen am weißen Hautkrebs. Besonders gefährdet sind Personen, die im Freien arbeiten, so auch viele Beschäftigte der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen wie etwa Gebäudereiniger. Bereits im Frühjahr nimmt die Stärke ultravioletter Strahlung in unseren Breiten deutlich zu. Allein auf die Monate April und Mai entfällt ein Viertel der jährlichen UV-Bestrahlung.

Eine Förderung ist möglich

„Das Gefahrenbewusstsein ist ein zentraler Faktor, um den Krebs zu verhindern“, betont Bergmann. Daher werde die BG BAU ihre Aktivitäten wie in den Vorjahren auch in den kommenden Wochen deutlich verstärken. Dazu gehören etwa mehr Beratungsgespräche in den Betrieben, verstärkte Aufklärung des Branchennachwuchses sowie Informationen über die Website und in den Social-Media-Kanälen. Außerdem fördert die BG BAU verschiedene Maßnahmen zum Schutz bei der Arbeit unter der Sonne mit ihren Arbeitsschutzprämien, beispielsweise spezielle Wetterschutzdächer als technische Maßnahme zum Schutz gegen natürliche UV-Strahlung.

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Bereits ab dem Frühjahr nimmt die Stärke der UV-A- und UV-B-Strahlen in unseren Breiten deutlich zu. (Bild: DGVU)

Die BG BAU rät dazu, frühzeitig technische und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen und auch den persönlichen Schutz ernst zu nehmen. So ist es beispielsweise wichtig, dass die Hautschutzmittel nicht nur vor den UV-B-Strahlen schützen, sondern auch vor den UV-A-Strahlen. UV-B-Strahlen sind kurzwellig, energiereich und dringen weniger tief in die Haut ein als UV-A- Strahlen. Die UV-A-Strahlen sind langwellig und haben weniger Energie, sie dringen aber tiefer in die Haut ein. Berufstätige sollten zudem darauf achten, Sonnenschutzpräparate zu verwenden, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 haben. Wasserfestigkeit ist ein wichtiges Merkmal einer guten Creme, außerdem sollte man parfümfreie Produkte bevorzugen, da sie hautverträglicher sind. Für Berufstätige an exponierter Stelle wie etwa Dachdecker oder Zimmerer, empfiehlt sich Lichtschutzfaktor 50. Alle Details über die Rollen von UV-B und UV-A bei der Entstehung von Hautkrebs sind noch nicht erforscht. Sehr genau kennt man hingegen die Folgen: 2019 mussten über 14 Millionen Euro für Heilbehandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen und Renten an die Betroffenen aufgebracht werden. Das macht die Dringlichkeit, UV-Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Verhaltenshinweise zu beachten, deutlich.

Weitere Informationen unter www.bgbau.de/uv-schutz/.

Keyvisual und Teaserbild: BG Bau

13. April 2021

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