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Bei Wasserschaden: Trocknung voll im Plan

Eine sinnvolle Wasserschaden-Trocknung ist nur dann möglich, wenn Sie als Profi vorab eine ausführliche Schadensanalyse durchführen. Wichtige Fragen dabei sind: Was ist die Ursache des Schadens? Welche Bauteile sind betroffen – müssen nur die Wände nach dem Wasserschaden einer Trocknung unterzogen werden oder noch weitere Bauteile? Wie sieht die Konstruktion darunter aus? Eine Checkliste, die vor allem auch Punkte zur Bausubstanz und zum Gebäude enthält, ist hier sehr hilfreich. Auch eine Skizze von den betroffenen Räumen hilft Ihnen, ebenso natürlich Fotos und, falls möglich, Thermografie-Aufnahmen. Je detaillierter die Bestandsaufnahme vor einer Wasserschaden-Trocknung erfolgt, desto passgenauer wird später Ihr Angebot. Ist die Schadensursache noch nicht bekannt, kann Ihnen ein Leckorter oder Bauwerksdiagnostiker helfen.

Erst wenn die Ursache des Wasserschadens behoben ist, kommt der technische Bautrockner zum Einsatz

Die eigentliche Wasserschaden-Trocknung mit technischen Geräten muss ebenfalls gut geplant sein. Bei nur leichten Feuchteschäden in Wänden oder Estrichen reicht oft schon eine Oberflächentrocknung. Bei aufwendigeren Fällen legen Sie zunächst die Art der technischen Trocknung fest, vor allem auch die Dimensionierung der einzusetzenden Bautrockner.

Die Entfeuchtungsgeräte werden anhand ihrer Leistungsaufnahme in die Klassen klein, mittel, groß unterteilt. Eine Tabelle, die bei einer Wasserschadensanierung den Zusammenhang zwischen Leistungsaufnahme und zu trocknendem Raumvolumen verdeutlicht, finden Sie im Beitrag „Wie funktioniert ein Bautrockner?“. Sinnvoll bei einer Trocknung nach einem Wasserschaden ist in jedem Falle der Einsatz eines Ventilators. Weil die Absenkung der Raumluftfeuchte durch den Trockner dazu führt, dass die Bauteile ihre Feuchte an die Raumluft abgeben, sorgt der Ventilator dafür, dass diese feuchte Luftschicht auf der Bauteiloberfläche schnell abgeführt wird. Die Arbeit der Bautrockner wird so erheblich erleichtert.

In Ihrem Sanierungsplan dürfen Zeiten und Kosten für eventuelle Rückbau- oder Demontagearbeiten im Zuge der Wasserschaden-Trocknung nicht fehlen. Das gilt selbstverständlich auch für den Wiedereinbau nach erfolgreicher Trocknung. Um im Sanierungsablauf keine Lücke entstehen zu lassen, sollte die Dauer der Wasserschaden-Trocknung dazu verwendet werden, die erforderlichen Baumaterialien nachzubestellen. Damit minimieren Sie die Wartezeit und den Nutzungsausfall für den Geschädigten.

Bautrocknung nach Wasserschaden: Ein Ventilator sorgt bei der technischen Bautrocknung für die Unterstützung der Luftentfeuchter. (Bild: Heylo)

Bautrocknung nach Wasserschaden: Ein Ventilator sorgt bei der technischen Bautrocknung für die Unterstützung der Luftentfeuchter. (Bild: Heylo)

Die hohe Luftfeuchte an der Bauteiloberfläche wird durch den Ventilator schnellstmöglich dem Trockner zugeführt. (Bild: Heylo)

Die hohe Luftfeuchte an der Bauteiloberfläche wird durch den Ventilator schnellstmöglich dem Trockner zugeführt. (Bild: Heylo)

Beim Einsatz mehrerer Bautrockner ist ein Sanierungs- und Ablaufplan sinnvoll. (Bild: Wilms)

Beim Einsatz mehrerer Bautrockner ist ein Sanierungs- und Ablaufplan sinnvoll. (Bild: Wilms)

Dokumentieren Sie Ihre Arbeiten genau

An dieser Stelle soll nochmal auf die Skizze der Schadensaufnahme hingewiesen werden. In diese sollten jetzt die Bohrungen der Estrichdämmschicht-Trocknung eingezeichnet werden und selbstverständlich auch die durchnummerierten Messpunkte. Die Messergebnisse werden in einem Messprotokoll dokumentiert. Hier hat es sich in der Praxis bewährt, sich die Messungen vom Geschädigten durch Unterschrift bestätigen zu lassen.

Angebot, Auftragserteilung, Lieferschein, Abtretung, Abnahme und Rechnung gehören zu einer Wasserschaden-Trocknung dazu und sollten daher nicht unerwähnt bleiben. Die genannten Dokumente gehören genauso zur geplanten Bautrocknung wie die eingesetzten Geräte. Auch in der technischen Trocknung gilt „ohne unterschriebenen Auftrag kein Aufbau“. Bei versicherten Schäden ist es von Vorteil, sich vom Versicherungsnehmer eine Abtretungserklärung unterschreiben zu lassen. Somit können Sie Ihre Arbeitsleistungen direkt mit der zuständigen Versicherung abrechnen.

Nach erfolgreicher Trocknung, aber spätestens nachdem die Wiederherstellungsarbeiten abgeschlossen sind, lassen Sie sich vom Auftraggeber die Abnahme unterschreiben.

Achtung: Trotz dieser unterschriebenen Abnahmeerklärung haben Sie mit dem Auftraggeber einen Werkvertrag nach BGB abgeschlossen, womit Sie für Ihre Leistung eine Gewährleistung von fünf Jahren geben.

Mit der Rechnungsstellung ist die Wasserschaden-Sanierung in der Regel abgeschlossen. Zusammen mit der Rechnung erhält der Auftraggeber das Messprotokoll, die Messskizze und den Nachweis für den verbrauchten Strom der Trocknungsanlagen für seine Unterlagen.