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Holzböden Keyvisual

Hilfreiche Tipps zur schonenden Holzbodenpflege

Wer sich für einen Holzfußboden entscheidet, überlegt genau, welche Art von Holz in Frage kommt. Die Nutzung der Räumlichkeiten spielt für die Auswahl der Holzart und deren Verlegung eine große Rolle. Hier wird zwischen Dielen- und Parkettböden sowie Holzfaser-/Holzspanplatten und Holzpflasterbelägen unterschieden (weitere Infos zu den verschiedenen Böden im 2. Info-Kasten ganz unten).

Unversiegelte Holzböden sind empfindlich gegen Feuchtigkeit. Daher hat sich bei der Reinigung das Saugen der Flächen oder staubbindendes Wischen mit ölimprägnierten Tüchern durchgesetzt. Hartnäckigere Verschmutzungen werden in einem weiteren Arbeitsgang feucht gewischt und trocken nachgerieben. 

Die Pflegeanleitungen der Hersteller von gewachsten und geölten Holzböden empfehlen außerdem, den Belag mit  Hart- bzw. Flüssigwachs kleinflächig nachzupflegen.

Pflege mit Wachs versiegelt die Schmutzpartikel lediglich

Hierbei werden in der Regel die Einscheiben-Maschinen mit roten bzw. beigen Pads eingesetzt. Dabei entsteht eine gleichmäßig wirkende Oberfläche.

Je nach Art des Holzes und dessen Behandlung sowie dem damit verbundenen Schmutzeintrag wird der Belag trotz sorgfältiger Pflege mit der Zeit unansehnlicher. Hartnäckige Verschmutzungen und Schmutzaufbauten können nämlich auf diese Weise nicht befriedigend entfernt werden. Ganz im Gegenteil: Der Schmutz wird sogar noch versiegelt.

Walzentechnik löst das Problem 

Der Aufbau solcher Schmutz- und Pflegefilme kann durch den Einsatz einer Scheuer- Saugmaschine mit Walzenschrubbkopf vermieden werden. Voraussetzung ist dabei, dass in der Ein-Schritt-Methode gearbeitet wird. Dabei muss die mit dem Schrubbkopf auf den Boden aufgebrachte Reinigungsflüssigkeit zuverlässig über den nachlaufenden Saugbalken als Schmutzflüssigkeit wieder aufgenommen werden. Stehendes Wasser und Pfützen sind dringend zu vermeiden.

Arbeitsgeschwindigkeit, Menge der Reinigungsflüssigkeit, Drehzahl der Walzenbürsten und die Dosierung (in der Regel 0,5 bis max. 3 %) müssen dem Verschmutzungsgrad angepasst werden. Von Vorteil ist es, in Richtung der Holzmaserung zu arbeiten. So greifen die Borsten der Walzenbürsten in die Struktur des Holzes ein und bürsten den Schmutz heraus – so bleiben Struktur und Charakter des Holzes langfristig erhalten.

Die Reinigung mit einer solchen Maschine ist besonders auf großen freien Flächen wie Fluren wirtschaftlich.

Grundreinigung eines Bodens unter Einsatz der Scheuersaugmaschine mit Walzentechnik in der 1-Schritt-Methode. Foto: Kärcher

Grundreinigung eines Bodens unter Einsatz der Scheuersaugmaschine mit Walzentechnik in der 1-Schritt-Methode. Foto: Kärcher

Bürstenwechsel nach der Grundreinigung und Vorbereiten des Spülgangs. 
Foto: Kärcher

Bürstenwechsel nach der Grundreinigung und Vorbereiten des Spülgangs.
Foto: Kärcher

Es gibt nicht die eine Bürste, mit der man alle Arbeiten ausführen kann. 
Foto: Kärcher

Es gibt nicht die eine Bürste, mit der man alle Arbeiten ausführen kann.
Foto: Kärcher

Der Aufbau eines Schmutz- und Pflegefilms kann durch eine Scheuersaugmaschine vermieden werden. Foto: Kärcher

Der Aufbau eines Schmutz- und Pflegefilms kann durch eine Scheuersaugmaschine vermieden werden. Foto: Kärcher

Was für die Reinigung und das Aufpolieren von Holzböden gebraucht wird auf einen Blick:

Grundreinigung

  • Scheuersaugmaschinen mit Walzenschrubbkopf
  •  Allround-Grundreiniger RM 754 ASF (3–5%)
  • Grüne Padwalzen bzw. weiche, weiße Walzenbürsten

Unterhaltsreinigung

  • Scheuersaugmaschinen mit Walzenschrubbkopf
  • Rote Standardbürsten oder weiche, weiße Walzenbürsten bzw. Walzenpads (rot oder gelb, je  nach Härtegrad und Struktur des Holzes)
  • Wischpflege Extra RM 780 (0,5–3%)

Auffrischen/Polieren

  • Trockensauger mit Parkettdüse
  • Scheuersaugmaschine mit Walzenschrubbkopf
  • Gelbe Walzenpads oder weiche, weiße Walzenbürsten bzw. Rosshaarbürsten (je nach Härtegrad und Struktur des Holzes)
  • Holzpflegeprodukt

Kann man einen Holzfußboden überhaupt grundreinigen?

Die Antwort lautet: Ja, man kann! Diese Aufgabe erledigt der Walzenschrubbkopf mit Doppelwalzen. Allerdings müssen jetzt grüne Padwalzen zum Einsatz kommen. Außerdem ist ein alkalischer Grundreiniger mit einem ph-Wert von max. 10,5 erforderlich. Er wird je nach Verschmutzungsgrad 3-5 %ig eingesetzt.  

Auch hier wird die Ein-Schritt-Methode angewendet: Auflegen der Reinigungsflotte, Schrubben und im gleichen Arbeitsgang Absaugen der Schmutzflüssigkeit. Je nach Pflegefilmaufbau und Verschmutzungsgrad müssen Sie die gleiche Spur so lange überfahren, bis der Holzboden in seiner Ursprünglichkeit wieder zum Vorschein kommt. Die allgemein bekannte Einscheibenmaschinen-Technik plus Nass-/Trockensauger darf in der Grundreinigung auf keinen Fall eingesetzt werden, da das stehende Wasser Schäden verursacht. Auch Scheuersaugmaschinen mit Scheibenschrubbkopf kommen nicht in Frage. Hier fehlt das erforderliche Drehmoment für die Grundreinigung. Durch die Flotationskraft entsteht zudem ein Wasserwall am Scheibenbürstenrand, der zu Schäden führen kann.  

Der abgelöste Schmutz verbleibt nicht am Pad. Dadurch findet keine Reduktion der Reinigungs-wirkung statt. Nach der Grundreinigung wird mit klarem Wasser gespült (wieder in der Ein-Schritt-Methode) jetzt mit den weichen weißen Walzenbürsten.  

Trocknungszeit unbedingt einhalten

Nach dem Trocknen (die Dauer kann durch das Luftgebläse AB 20 um bis zu 50 % reduziert werden) können Sie die Holzfußböden wieder wachsen oder ölen. Hierbei ist unbedingt die vorgeschriebene Trocknungszeit des Pflegeprodukt-Herstellers einzuhalten. Abschließend wird die Fläche mit der Walzenschrubbmaschine mit Hilfe von Polierbürsten (weiß) oder Rosshaarbürsten  bzw. Polierpads (gelb) bahnenweise auspoliert. Diese Maßnahme kann auch immer wieder zur Reparatur bzw. Pflege zwischendurch ergriffen werden.

Exkurs: Naturprodukt Holz – viele Vor- und manche Nachteile

Holz ist ein Naturprodukt und hat damit Vor- und Nachteile. Es sieht abwechslungsreich aus und lässt sich leicht verarbeiten. Holzbeläge gelten als besonders fußwarm. Sie verfügen über eine gute Dämmung und geringe Wärmeableitung. Zu den weiteren wertvollen Eigenschaften des Holzes zählt die große Elastizität, die beim Gehen die Füße weniger strapaziert. Wenn ein geeigneter Unterbelag (z. B. Dämmestrich) verwendet wird, kann außerdem eine gute Trittschalldämmung erreicht werden.

Der Nachteil: Holz quillt oder schwindet unter dem Einfluss von Feuchtigkeit. Wenn Holz nicht entsprechend präpariert worden ist, kann es nur in kleinen Segmenten zusammengefügt werden. Dadurch entstehen viele Fugen, auf die sich die Formveränderungen verteilen. So werden sie kaum sichtbar.

Holz wird zu verschiedenen Belagformen verarbeitet. Bei Dielenböden handelt es sich meist um gehobelte oder geschliffene Bretter von Nadelhölzern. Sie eignen sich für leichte bis mittlere Beanspruchung. Dielenböden werden auf Holzbalkendecken oder auf Massivdecken mit Lagerhölzern verlegt. Die Hobeldielen verbindet man untereinander durch Spundung oder Fälzung und nagelt sie offen oder verdeckt.

Bei Holzpflasterböden ist die Stirnholzseite sichtbar und dient als Lauffläche. Diese Böden werden imprägniert und eignen sich auch für schwere Belastungen, wie sie z. B. im industriellen Bereich vorkommen. Die Abriebwerte sind bei den in der Industrie bzw. im Gewerbe eingesetzten Holzpflasterböden sehr gering, da sich die Oberfläche im Laufe der Zeit zu einer widerstandsfähigen Deckschicht entwickelt.

Parkettböden sind Holzböden, bei denen die Bretter in verschiedenen Breiten, Längen und Mustern verlegt werden. Sie sind für leichte bis mittlere Beanspruchungen durch Fußgänger (z. B. in Wohnungen, Büros, Ausstellungsräumen) und als Stabparkett auch für leichte bis mittlere Belastungen im gewerblichen Sektor geeignet. Parkett wird auch als Fertigprodukt geliefert. Dann geht das Verlegen sehr schnell – zumal die einzelnen Tafeln oft schon grundiert und einmal versiegelt sind. Jedoch ist es in dieser Form nicht so robust.

Holzböden können unbehandelt bleiben, aber auch – je nach Einsatzgebiet und Frequentierung – gebeizt, gewachst, ölimprägniert, poliert, lasiert, lackiert oder versiegelt werden.

Da Holzböden feuchtigkeitsempfindlich sind, können zur Erstpflege von unversiegelten Holzböden keine Polymerdispersionen bzw. Selbstglanzemulsionen eingesetzt werden. Zu empfehlen sind dagegen Hartwachse, die in flüssiger Form oder als Heißwachs aufzutragen sind.

Autorin: Linda Schrödter, Pressereferentin Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

 

Keyvisual und Teaserbild: Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

 

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