Dachflächenfenster: Die optimale Platzierung

Die Lichtausbeute durch die Dachflächenfenster ist nicht unerheblich von montagetechnischen Details wie beispielsweise dem Einbau des Innenfutters abhängig. Werden die Futter am unteren Ende vertikal nach unten gezogen und die Futter am oberen Ende horizontal eingebaut („Keilfutter“), vergrößert das den Lichteinfall enorm. Ungünstig ist hier das früher übliche Kastenfutter, übrigens auch aus bauphysikalischer Sicht, weil sich aufsteigende feuchte Luft unterhalb des oberen Futters sammelt.

Wenn man Dachfenster richtig platzieren will, müssen auch diese Aspekte beachtet werden: Je höher die Fensteroberkante, desto heller wird’s im Oberstübchen, die Lage der Fensterunterkante hat hingegen kaum Einfluss auf den Tageslichtquotienten, allerdings ist sie wichtig für den Ausblick. Die DIN 5034 verlangt für Räume unter dem Dach nicht nur einen möglichst großen Lichteinfall, sondern auch eine „Sichtverbindung nach außen“.

Dachfenster richtig platzieren: Auch die Dachneigung spielt ein Rolle

Die Lage der Fensterober- und Unterkante ist bei üblichen Klapp-/Schwingfenstern durch die Obenbedienung (h= 200 cm) und durch die Mindestbrüstungshöhe (h= 90 cm) begrenzt. Die Dachneigung entscheidet über die maximale Fensterlänge: Bei Dachflächenfenstern ohne Aufkeilrahmen ist für die Obenbedienung eine Dachneigung von mindestens 39° nötig, da sonst bei Einhaltung der 200-cm-Bedienhöhe das Fenster zu lang wird. Konstruktionsbedingt ist bei 160 cm aber Schluss mit einteiligen Fenstern. Die Hersteller gehen auf der Suche nach mehr Licht deshalb in die Breite. So ist die neue Generation des „Cabrio“ von Velux um satte 20 cm breiter (114 statt 94 cm) als das kleinere Modell.

Dachfenster für mehr Licht – mehrere Elemente kombinieren

Stark verbesserte Eindeckrahmen und Konstruktionen mit Hilfssparren machen es möglich, dass verschiedene Fensterelemente neben- und übereinander angeordnet werden können und damit die Lichtausbeute maximal wird. Unter- und oberhalb der Brüstungs- und Bedienhöhe lassen feststehende Elemente jede Menge zusätzliches Licht in den Dachraum, ohne selbst bedient werden zu müssen. Zur erhöhten Lichtausbeute trägt auch bei, dass die Rahmenkonstruktionen immer schlanker gehalten werden können, was bei gleichen Außenmaßen den Glasanteil spürbar erhöht. Mit solchen Kombinationen ist der Planer weitestgehend unabhängig von Brüstungs- und Bedienhöhe. Bei den Plänen, Dachfenster richtig zu platzieren, sollten auch diese Möglichkeiten berücksichtigt werden.

Das alte Kastenfutter lässt wenig Licht rein und verhindert eine durchgehende Luftzirkulation.

Das alte Kastenfutter lässt wenig Licht rein und verhindert eine durchgehende Luftzirkulation.

Ist der untere Anschluss vertikal und der obere horizontal ausgebildet, sind Lichtausbeute und Zirkulation optimal.

Ist der untere Anschluss vertikal und der obere horizontal ausgebildet, sind Lichtausbeute und Zirkulation optimal.

Autor:

Ulrich Wolf
AUSBAUPRAXIS