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Einblasdämmung: Her mit den Flocken!

Einblasdämmungen haben Hochkonjunktur. Das hat zum einen mit der dringenden Notwendigkeit, zu tun, auch und gerade im Bestand zu dämmen, zum anderen damit, dass auch die Zahl der verschiedenen Dämmmaterialien zugenommen hat. Grundvoraussetzung aller Materialien ist, dass sie mit dem Förderluftstrom einblasbar sind. Das funktioniert mit Dämmfasern und mit Granulaten am besten. Aber Achtung: Nicht alle Dämmstoffe sind für alle Anwendungen gleichermaßen geeignet, so werden Dämmflocken (Zellulose, Glas- und Steinwolle, Holzfasern) weit überwiegend in Geschossdecken und Dachschrägen eingesetzt, die besonders rieselfähigen Granulate finden hingegen eher als Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk Anwendung. Wichtig bei allen Dämmstoffen ist, dass sie hydrophob (wasserabweisend) und dampfdiffusionsoffen sind. Eine nachträgliche Einblasdämmung lässt eine wärmetechnische Verbesserung des Bauteils von bis zu 90 Prozent erwarten.

Durch ein kleines Bohrloch in der Fuge der Vormauerschale kann der Verarbeiter mit einem Endoskop prüfen, ob eine Einblasdämmung überhaupt möglich ist. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Durch ein kleines Bohrloch in der Fuge der Vormauerschale kann der Verarbeiter mit einem Endoskop prüfen, ob eine Einblasdämmung überhaupt möglich ist. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

In Ausnahmefällen kann es sein, dass Bohrlöcher für das Einblasen nicht ausreichen. Dann werden ganze Mauersteine aus der Fassade herausgenommen und später wieder eingesetzt. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

In Ausnahmefällen kann es sein, dass Bohrlöcher für das Einblasen nicht ausreichen. Dann werden ganze Mauersteine aus der Fassade herausgenommen und später wieder eingesetzt. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Falls ganze Steine herausgenommen werden müssen, kann das Dämmmaterial nur über einen speziellen Einfüllstutzen eingebracht werden. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Falls ganze Steine herausgenommen werden müssen, kann das Dämmmaterial nur über einen speziellen Einfüllstutzen eingebracht werden. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Der hochverdichtete Dämmstoff (hier Steinwolle Fillrock KD von Rockwool) bildet im zweischaligen Mauerwerk eine fugenlose und feste Dämmschicht. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Der hochverdichtete Dämmstoff (hier Steinwolle Fillrock KD von Rockwool) bildet im zweischaligen Mauerwerk eine fugenlose und feste Dämmschicht. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)


In engen Räumen wie Kriechkellern ist eine Einblasdämmung ideal. Ist der gedämmte Raum belüftet, ist der Einsatz eines Dämmmaterials mit Bindemittel erforderlich, damit die Luftbewegung keinen Einfluss auf die Dämmschichtdicke hat. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

In engen Räumen wie Kriechkellern ist eine Einblasdämmung ideal. Ist der gedämmte Raum belüftet, ist der Einsatz eines Dämmmaterials mit Bindemittel erforderlich, damit die Luftbewegung keinen Einfluss auf die Dämmschichtdicke hat. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Generell ist der Einbau einer Einblasdämmung ohne Bindemittel nur bei geschlossenen Konstruktionen möglich. In diesem Beispiel sorgt eine Hartfaserplatte dafür, dass die Flocken im Bauteil bleiben. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Generell ist der Einbau einer Einblasdämmung ohne Bindemittel nur bei geschlossenen Konstruktionen möglich. In diesem Beispiel sorgt eine Hartfaserplatte dafür, dass die Flocken im Bauteil bleiben. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH)

Einblasdämmungen bieten ein paar handfeste Vorteile gegenüber den Platten und Matten, welche verlegt oder verklebt (WDVS) werden müssen.

Das sind die Hauptvorteile

Kommt überall hin

Zweischaliges Mauerwerk und schmale abgehängte Decken lassen sich mit Platten oder Matten nicht oder nur sehr aufwendig dämmen. Genau für solche Fälle ist die Einblasdämmung gedacht. Die Außenhaut des Bauteils wird nur „minimalinvasiv“ geöffnet, um den Einblasstutzen einzuführen, die entstandene Öffnung (es reichen schon Löcher von 2-3 cm Durchmesser) kann ohne Weiteres wieder verschlossen werden. Selbst für kleinste Hohlräume gibt es eine Einblaslösung wie das „Aerogel“.

Keine Hohlräume

Richtig ausgeführt, entstehen bei einer Einblasdämmung keine ungedämmten Hohlräume, wie es gerade bei Mineralwollmatten im Steildach fast unvermeidbar ist. Das hängt damit zusammen, dass der eingeblasene Dämmstoff je nach Material sich durch geringe innere Reibung sehr leicht in alle Ritzen verteilt. Auch das Einblasverfahren selbst sorgt durch den erzeugten Überdruck nicht nur für die gleichmäßige Verteilung, sondern auch für eine gewisse Verdichtung der Flocken und Granulate bis hin zu einer Rohdichte von 80 kg/m3. Es entsteht eine homogene Dämmschicht, die (wind)dicht an den umgebenden Bauteilen anliegt und nicht nachsackt.

Kein Verschnitt

Während bei Dämmmatten und –platten einen nicht unerhebliche Menge an Verschnitt anfällt, der teuer entsorgt werden muss, ist das bei den Einblasdämmstoffen nicht der Fall. Die gängige Lieferform PE-Säcke, in denen die Flocken hoch verdichtet eingepresst sind. Die Einblasmaschinen müssen den  gepressten „Flockenblock“ vor dem Einblasen wieder auflockern und zerkleinern, um ein optimales Dämmergebnis erzielen zu können.

Sehr schnell umsetzbar

Ein guter Fachbetrieb schafft ein ganzes Einfamilienhaus in der Regel an einem Arbeitstag, sofern nichts Unerwartetes dazwischenkommt. 

Kostengünstig

Es gibt mehrere Faktoren, die dazu führen, dass Einblasdämmungen im Bestand kostengünstiger sind als konventionelle Dämmlösungen. Dazu gehört die Tatsache, dass das Bauteil nicht großflächig aufgemacht werden muss, sondern mehrere kleine Öffnungen für das Einbringen des Dämmmaterials ausreichen. Ferner muss das Material nicht zum Bauteil geschleppt werden, was vor allem personalintensiv ist. Flocken oder Granulat werden ganz einfach vom Lastwagen mit dem Einblasgerät des Verarbeiters zum Ort des Geschehens gepumpt. Und schließlich muss bei Einblasdämmstoffen kein Verschnitt mitbezahlt werden.

Die reinen Materialkosten variieren bei den handelsüblichen Dämmstoffen je nach Art zwischen 70 und 400 Euro pro Kubikmeter Dämmstoff.

Das ist der Nachteil

Eine Einblasdämmung fachgerecht einzubauen, ist nicht nur eine Frage der technischen Ausstattung, sondern auch des Könnens und der Erfahrung. Insofern kann man jedem Profi, der sich einfach so  mal an Flocken und Granulaten versuchen will, nur dringend davon abraten. Wer sich auf diesem Markt tummeln will, ist gut beraten, sich von den Dämmstoffherstellern schulen und zertifizieren zu lassen.

Die gängigsten Materialien als Einblasdämmstoff mit ihrem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit:

  • Glaswolle         0,032 – 0,040 W/mK
  • Steinwolle       0,035 – 0,040 W/mK
  • EPS                    0,033 – 0,035 W/mK
  • PUR                   0,030 – 0,036 W/mK
  • Holzspäne        0,038 – 0,045 W/mK      
  • Zellulose           0,038 – 0,040 W/mK
  • Aerogel             0,020 – 0,020 W/mK
  • Blähglas            0,032 – 0,035 W/mK
  • Perlite               0,040 – 0,050 W/mK

Autor

Ulrich Wolf
Redaktion Ausbaupraxis
 

Teaserbild und Keyvisual: Deutsche Rockwool GmbH

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