Fliesen entfernen Stripper Keyvisual neu

Fliesen entfernen mit dem Stripper: Hey, was geht ab?

Teppichstripper werden klassischerweise zum Entfernen vollflächig verklebter elastischer Bodenbeläge eingesetzt. Teppichböden werden so entfernt, ebenso PVC-/CV-Beläge. Auch Linoleum zu entfernen, ist mit dem Teppichstripper möglich. Selbst Fliesen können gelöst werden, das funktioniert aber nur im Ausnahmefall – im Dauerbetrieb wäre der Verschleiß der Maschine zu groß.
Die eingesetzten Klingen sind standardmäßig aus einem 0,8 mm starken Federstahl gefertigt. Die Arbeitsweise beim Teppichbodenentfernen ist eine Hub-Schwingbewegung, die durch eine am Motor angeschlossene Exzenterwelle erzeugt wird. Stripper gibt es als Aufsitz-, Teppich- und Handstripper, Letzterer kann auch für Wandbeläge eingesetzt werden. Für große Objektflächen ist ein Stripper mit Selbstantrieb unbedingt anzuraten, wenn man PVC oder Fliesen entfernen oder andere Bodenbeläge lösen möchte.

Beton und Estrich fräsen

Die Beton- oder Estrichfräse kommt zum Einsatz, wenn es in die Tiefe gehen soll. Während Schleifmaschinen im Zehntelmillimeterbereich unterwegs sind, können mit den Fräsen 1 – 2 mm des Estrichs inklusive aller darauf befindlichen Beläge in einem Arbeitsgang abgetragen werden. Möglich machen das rotierende Lamellen, die beim Estrich- oder Betonfräsen mit vielen Widia-bestückten Punkten die Estrichoberfläche zertrümmern. Um die Menge der nachfolgend eingesetzten teuren Spachtelmasse zu begrenzen, wird nach dem Estrichfräsen oft noch einmal geschliffen. Estrichfräsen gibt es in verschiedenen Größen als Aufsitz- und handgeführte Maschinen. Die kleinen kompakten Fräser kommen mit einem 220-Volt-Anschluss aus, die großen brauchen 400 Volt.

Der Handstripper kann wegen seines geringen Gewichts auch zum Entfernen von Wandbelägen eingesetzt werden. (Bild: Roll GmbH)

Der Handstripper kann wegen seines geringen Gewichts auch zum Entfernen von Wandbelägen eingesetzt werden. (Bild: Roll GmbH)

Mit 210 mm Arbeitsbreite und 2.200 Watt Leistungsaufnahme ist der Bullystripper für große Bodenflächen geeignet. (Bild: Roll GmbH)

Mit 210 mm Arbeitsbreite und 2.200 Watt Leistungsaufnahme ist der Bullystripper für große Bodenflächen geeignet. (Bild: Roll GmbH)

Bis zu 2 mm Estrich plus Belag schafft eine leistungsfähige Estrichfräse. Sie braucht einen 400-V-Anschluss. (Bild: Schwamborn Gerätebau GmbH)

Bis zu 2 mm Estrich plus Belag schafft eine leistungsfähige Estrichfräse. Sie braucht einen 400-V-Anschluss. (Bild: Schwamborn Gerätebau GmbH)

Walzen-/Teller-/Randschleifmaschinen für das Entfernen von Lackschichten

Auch alte Lackschichten auf Holzdielenböden können ungeheuer hartnäckig sein. Entfernt werden sie mit einer Walzenschleifmaschine und einem grobkörnigen Schleifband. Gute Maschinen sind sehr kompakt, aber mit ungefähr 80 kg Gewicht schwer. Dieses Gewicht braucht die Maschine, um den notwendigen Anpressdruck auf der Bodenfläche zu erzeugen. Zum leichteren Tragen können die Führungsstange, das Absaugrohr und die Bedienstange abmontiert werden. Die Walzenschleifmaschine arbeitet mit einer elektrisch betriebenen rotierenden Schleifwalze aus Hartgummi, die je nach Modell zwischen 200 und 300 mm Arbeitsbreite bietet. Hochwertige Geräte haben an der Walze expandierende Gummisegmente, die das Schleifband immer auf Spannung halten.

Heißluftgeräte zum Entfernen von Kunstharzlacken und Folien

Mit Heißluftpistolen lassen sich alle Beschichtungen auf Kunstharzbasis hervorragend ablösen. Das gilt vor allem für alte Kunstharzlacke auf stark strukturierten Flächen (Kassettentüren) und festsitzende Folien. Das Harz wird durch die starke Erwärmung wieder weich und lässt sich mit Spachtel oder Schaber einfach abziehen. Der Luftstrom der Heißluftpistolen wird bis zu 650 °C heiß, bei guten Geräten lässt sich die Temperatur elektronisch zwischen 50 und 650 °C sehr genau regeln. Die meisten Pistolen kann man senkrecht abstellen, damit auch stationäres Arbeiten möglich ist und die Düse ungefährlich abkühlen kann.

Lackfräsen für das Abtragen von dicken Lackschichten

Relativ unbekannt ist die Lackfräse, mit deren Hilfe vor allem unzugängliche Stellen sowie Nuten, Falze und Ecken von dicken Lackschichten befreit werden können. Die abtragbare Schichtdicke liegt zwischen 0 und 0,3 mm, der Schneidenflugkreis bei 80 mm. An beiden Seiten kann das Messer freigelegt werden, damit senkrechte Flächen bis zu einer Höhe von 28 mm und Stärke von 0,15 mm abgefräst werden können.

Walzenschleifmaschinen holen jede Lackschicht vom Holzboden. Mit bis zu 80 kg sind sie sehr schwer. (Bild: Bona Deutschland)

Walzenschleifmaschinen holen jede Lackschicht vom Holzboden. Mit bis zu 80 kg sind sie sehr schwer. (Bild: Bona Deutschland)

Heißluftgeräte lösen kunstharzhaltige Beschichtungen wie Lack und Kleber durch Erweichen ab. (Bild: Steinel)

Heißluftgeräte lösen kunstharzhaltige Beschichtungen wie Lack und Kleber durch Erweichen ab. (Bild: Steinel)

Die Lackfräse arbeitet sowohl auf der Fläche als auch am Rand. Eine Absaugung ist dringend anzuraten. (Bild: Metabo)

Die Lackfräse arbeitet sowohl auf der Fläche als auch am Rand. Eine Absaugung ist dringend anzuraten. (Bild: Metabo)

Autor:

Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS

 

Keyvisual und Teaserbild: Metabo