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Von Fugenmörteln und wie man Fugen reinigt

Gerade für hochbeanspruchte Feuchträume gilt eigentlich folgende Regel: die glatten Fliesen dürfen je nach Herstellerempfehlung auch mit sauren Reinigungsmitteln behandelt werden, an die zementhaltigen Fugen sollte man nur mit einem neutralen oder alkalischen Reiniger rangehen. Doch daran hält sich in der Praxis kaum jemand…
 
Als Handwerker sollte man wissen: Fugen können durch tägliches Reinigen erheblichen Schaden nehmen. Der Grund dafür ist, dass die meisten handelsüblichen Haushalts- und Sanitärreiniger sauer sind. Besonders aggressiv wirken Reinigungsmittel auf der Basis von Zitronen- und Essigsäure. Die Säure zerstört mit jedem Sprühstoß die zementäre Bindemittelstruktur des Fugenmörtels. Die Folge sind raue, in der Oberfläche abgetragene Fugenmaterialien bis hin zum kompletten Ausbröckeln der Fugenfüller.
 
Die einfachste Maßnahme gegen diese Problematik wäre eigentlich, dem Auftraggeber eine Reinigungsempfehlung an die Hand zu geben: Reinige die Fugen bitte mit einem neutralen oder alkalischen Reiniger. In der Praxis funktioniert das leider nur selten: So werden zum Beispiel Duschen oder Badezimmer in Hotels oder Seniorenheimen mindestens einmal täglich gründlich gereinigt. Hier sollte also in jedem Fall darauf geachtet werden, dass für die Fliesen und die Fugen unterschiedliche Reinigungsmittel eingesetzt werden. In diesen hoch beanspruchten Bereichen sind jedoch meistens externe Reinigungsfirmen im Einsatz, deren Mitarbeiter häufig wechseln und denen es sowohl an Wissen als auch an Zeit mangelt, um dieser Herstellerempfehlung zu folgen.
 
Auch in der privaten Nutzung ist es immer wieder zu beobachten, dass dieses Wissen den meisten Mietern oder Bauherren einfach fehlt. Trotzdem sollten Handwerker ihren Auftraggebern Reinigungsempfehlungen an die Hand geben, um das Risiko von Reklamationen zu minimieren, und sie darauf hinweisen, dass eine unsachgemäße Reinigung nicht nur zu einer deutlich schnelleren Abnutzung, sondern zudem zum Erlöschen der Gewährleistung führt.
 
Eine andere Möglichkeit, Fugen vor diesen Schäden zu bewahren, wäre die Wahl eines hochwertigen Fugenmörtels. Das kann allerdings ziemlich teuer werden: Die in Schwimmbädern, Laboren oder Großküchen gebräuchlichen Epoxidharzfugenmörtel sind zwar resistent gegen anorganische Säuren und halten somit auch säurehaltigen Reinigungsmitteln lange stand. Ihr Einsatz im häuslichen Bad wäre jedoch überdimensioniert – sie sind aufwändiger in der Verarbeitung und sehr viel teurer als zementäre Fugenmörtel. Was also tun?
 
Das Zauberwort heißt Zuschlagstoffe. Mit den richtigen Zuschlagstoffen versehen kann auch ein zementärer Fugenmörtel aggressiven Reinigungsmitteln widerstehen. Der Preisunterschied fällt dabei im Vergleich zu Standardmaterialien so gering aus, dass sich die Investition angesichts der längeren Haltbarkeit der Fugen in jedem Fall lohnt. Auskunft über den passenden zementären Fugenmörtel für die jeweilige Einbausituation geben die Hersteller.
 
Ein Beispiel für einen solchen, mit speziellen Zuschlagstoffen versehenen Fugenmörtel ist der quarzfreie „Longlife“-Fugenmörtel „Weber.fug 875 Blue Comfort“ von Saint-Gobain Weber. Bei Bodenfliesen mit erhöhten Anforderungen, wie beispielsweise Fußbodenheizungen, gering instabilen Untergründen oder Fliesenmaterial mit extrem geringer Wasseraufnahme, haben sich vergütete Feinzement-Mischungen mit unterschiedlichen Zuschlägen bewährt. Durch einen Kunststoffanteil werden dabei die Flexibilität und die Flankenhaftung der Fliesen untereinander verbessert. Genau dies bietet die kunststoffmodifizierte „Flexfuge“ „Weber.fug 875 Blue Comfort“. Die Premiumfuge zeichnet sich durch eine erhöhte Resistenz gegen saure Sanitärreiniger aus, ist abriebfest, wasser- und schmutzabweisend und eignet sich sowohl für saugende als auch für nicht saugende Beläge.

Top-Tipps der Redaktion

  • Handwerker sollten ihren Kunden nach Abschluss der Arbeiten immer eine Reinigungsempfehlung überreichen.
  • Eine unsachgemäße Reinigung führt zu einer deutlich schnelleren Abnutzung der Fugen, eventuell auch zum Erlöschen der Gewährleistung.
  • Zementhaltige Fugen sollten mit neutralen oder alkalischen Reinigungsmitteln behandelt werden.
  • Beim Einsatz saurer Reiniger sollten die Fliesenfugen vor dem Auftrag der Reinigungsmittel vorgewässert und anschließend gründlich abgespült werden.
  • Zementärer Fugenmörtel hat auch Vorteile: Zement gilt als feuchtigkeitsunempfindlich und ist alkalisch, was die Resistenz gegen Schimmel in Feuchträumen deutlich erhöht.
Weitere Reinigungstipps enthält auch der Ratgeber Reinigung von Fliesen und Platten.

Fugen trennen nicht einfach die Fliesen voneinander. Durch ihre Struktur, Breite und Farbe setzen sie wichtige optische Akzente. (Bild: SG Weber)

Fugen trennen nicht einfach die Fliesen voneinander. Durch ihre Struktur, Breite und Farbe setzen sie wichtige optische Akzente. (Bild: SG Weber)



Nach nur 14 Tagen Dauerbelastung durch verschiedene Sanitärreiniger weist der rechte Prüfkörper, der aus einem zementären Standardmörtel hergestellt wurde, deutliche Zersetzungserscheinungen auf, während die linke, aus dem resistenteren Fugenmörtel von Weber hergestellte Probe ihre Form behalten hat. (Bild: SG Weber)

Nach nur 14 Tagen Dauerbelastung durch verschiedene Sanitärreiniger weist der rechte Prüfkörper, der aus einem zementären Standardmörtel hergestellt wurde, deutliche Zersetzungserscheinungen auf, während die linke, aus dem resistenteren Fugenmörtel von Weber hergestellte Probe ihre Form behalten hat. (Bild: SG Weber)

Autor:

Waldemar Pietrasch
Produktmanager Fliesensysteme
Saint-Gobain Weber
 
Keyvisual und Teaserbild: Saint-Gobain Weber
 

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