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Fliesen und Fliesenfugen reinigen: Das Reinheitsgebot

Fliesen sind zwar von Natur aus robust und hygienisch, dürfen aber nicht einfach nach Lust und Laune mit jedem beliebigen Putzmittel gereinigt werden. Sonst kann die Oberfläche oder auch die Fuge ernsthaft Schaden nehmen. Deshalb gehört zu einer ordentlichen Übergabe nach dem Fliesenverlegen nicht nur eine fachgerecht ausgeführte Erstreinigung, sondern auch die Übermittlung der Hinweise zur richtigen Pflege. Entsprechend muss man sich über einige Grundregeln zum Thema Fliesen und Fliesenfugen reinigen klar sein.

Die drei großen W-Fragen beim Reinigen von Fliesen und Fliesenfugen

1. Was putze ich?
  • Welche Art von Belag liegt vor? Muss man zum Beispiel Feinsteinzeug-Fliesen reinigen, keramische Fliesen oder Naturstein?
  • Wichtige Frage beim Fliesenfugenreinigen: Aus welchem Material bestehen die Fugen? Wurde zum Beispiel klassisch mit Zement, mit Epoxidharz oder Silikon verfugt?
2. Warum putze ich?
Klar, man muss Fliesen und Fliesenfugen reinigen, weil sie schmutzig sind. Doch bevor es losgeht, sollte man Grad und Art der Verunreinigung begutachten. Gewöhnlich werden zwei Arten der Reinigung regelmäßig durchgeführt:
  • Die Unterhaltsreinigung dient dem alltäglichen Entfernen von Schmutz.
  • Die Grundreinigung erfolgt in größeren Intervallen und ist besonders intensiv und umfassend, um hartnäckigere Ablagerungen und Flecken auch an schwer erreichbaren Stellen zu entfernen.
3. Womit putze ich?
  •  Welche Reinigungsmittel und -methoden eignen sich, nachdem das Material des Belags und die Art der Verschmutzung klar sind? Ist eine mechanische oder maschinelle Reinigung ratsam? Und vor allem: Was ist chemisch die beste Lösung – klares Wasser, eine Lauge oder eine Säure? Auf die Art des Reinigungsmittels ist auch zu achten, wenn man Bodenfliesen-Fugen reinigen will.

Vor dem Sprühen prüfen, ob der Reiniger sowohl für die Fliesen selbst als auch zum Reinigen der Fliesenfugen geeignet ist. (Bild: Manwalk / Pixelio)

Vor dem Sprühen prüfen, ob der Reiniger sowohl für die Fliesen selbst als auch zum Reinigen der Fliesenfugen geeignet ist. (Bild: Manwalk / Pixelio)


Die Reinigung von Feinsteinzeug ist generell eher einfach – selbst wenn es mal schwierige Flecken wie Farb- oder Lackspritzer gibt, bekommt man Feinsteinzeug mit Spezialreiniger wieder so schön sauber. (Bild: Porcelaingres)

Die Reinigung von Feinsteinzeug ist generell eher einfach – selbst wenn es mal schwierige Flecken wie Farb- oder Lackspritzer gibt, bekommt man Feinsteinzeug mit Spezialreiniger wieder so schön sauber. (Bild: Porcelaingres)

Keramik-Fliesen reinigen

Keramische Fliesen stellen zunächst einmal einen pflegeleichten Belag dar. Man darf ihm allerdings nicht mit Reinigungsmitteln zu Leibe rücken, die Flusssäure und/oder ihre Verbindungen, also Fluoride, enthalten. Diese würden bereits nach kurzem Einwirken die Fliesen angreifen. Vorsicht ist auch bei filmbildenden Putzmitteln, etwa mit Glanzeffekt oder Imprägnierung, geboten. Sie hinterlassen auf keramischen Fliesen nicht nur hässliche Streifen und andere optische Makel, sondern machen sie auch rutschiger. Für die Unterhaltsreinigung bei geringer Verschmutzung reicht oft feuchtes Aufwischen mit purem Wasser. Mit neutralen oder schwach alkalischen Reinigern bekommt man einzelne stärkere Flecken weg. Genauso wie beim Reinigen mit Maschinen ist darauf zu achten, den Schmutz nicht wieder antrocknen zu lassen. Bei der Grundreinigung kommen Spezialreiniger gemäß Herstellerangaben zum Einsatz, längere Einwirkzeiten und geeignete Bürsten können je nach Oberfläche beim Reinigen von Keramik-Fliesen helfen.

Rutschhemmende Fliesen

Für rutschhemmende Fliesen gilt: je höher der Grad der Rutschhemmung, desto aufwendiger die Reinigung. Und je härter das Wasser, mit dem die Fliesen etwa in der Dusche in Berührung kommen, desto häufiger muss mit säurehaltigen Produkten gereinigt werden. Reiniger mit Schleifmitteln dürfen jedoch nicht benutzt werden, da sie die Fliese in ihrer Rutschhemmung beeinträchtigen können.

Reinigung von Feinsteinzeug

Zur Unterhaltsreinigung den oberflächlichen Schmutz wie Staub und Haare mit einem feuchten Tuch oder Wischmop, zum Beispiel aus Mikrofaser, abwischen. Bei leichten Verschmutzungen reicht warmes Wasser, sonst helfen seifenfreie Reiniger. Rückfettende sowie seifen- oder wachshaltige Reiniger wie Spülmittel würden unschöne Ablagerungen bilden, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Zudem kann durch falsche Produkte die Gleitsicherheit leiden, und auch beim Fliesenfugenreinigen können sie schaden. Für die Grundreinigung gibt es Feinsteinzeug-Intensivreiniger gegen Fettflecken, Farben und Lackspuren. Sanitärreiniger helfen gegen Kalkablagerungen, Wasserflecken, Seifenrückstände und Urinstein bei gefliesten Flächen im Badezimmer. Mit einem passenden Scheuerpad wird die Grundreinigung leichter und effektiver.

Natursteinfliesen reinigen

Naturstein am besten zuerst mit einem Besen und anschließend per Wischmopp oder Tuch mit einem erprobten Mittel und viel Wasser reinigen. Ordentliches Nachwischen ist ein Muss. Weder haben jedoch Putzmittel für andere Flächen wie Badreiniger, Spülmittel oder Allzweckreiniger etwas auf Naturstein zu suchen, noch Hausmittel wie Essig. Keine scharfen Gegenstände und Hochdruckreiniger verwenden, da diese die Struktur der Natursteinfliesen angreifen. Für eine Grundreinigung lieber etwas mehr vom Pflegemittel zum Wasser geben und schrubben. Für eine Glanzauffrischung gibt es Spezialbehandlungen, ebenso für die einmalige schmutzabweisende Ausrüstung der Oberflächen.

Fliesenfugen reinigen

Ob ein Fliesenbelag lange und ohne Schaden Bestand hat, hängt auch von der Fuge ab. Deshalb ist deren Material ebenfalls entscheidend fürs Reinigen der Fliesenfugen, bestimmt es doch den entsprechenden Fugenreiniger und die Art seiner Anwendung. Säurehaltige Reinigungsmittel beispielsweise greifen die klassischen Zementfugen stark an, sodass sich für deren Pflege hauptsächlich leicht alkalische Mittel anbieten. Dass dunkle Zementfugen im Laufe ihres Gebrauchs nachdunkeln und helle gewöhnlich noch heller werden, lässt sich übrigens auch durch den Einsatz von geeigneten Reinigungsmitteln nicht verhindern.
Perlfuge, Epoxidfuge und Silikonfuge wiederum sind anders zu behandeln als klassische Zementfugen. So vertragen Epoxidharze keine große Hitze, sollten also nicht mittels Wasser(-dampf) mit Temperaturen über 75 Grad gereinigt werden. Mild saure oder alkalische Reiniger sind hingegen in Ordnung, wie bei Silikonfugen übrigens auch. Ein Blick auf die Produktinformationen empfiehlt sich wie immer unbedingt.
 
Im ersten Teil des Beitrags finden Sie Informationen zur Fliesenerstreinigung nach dem Verlegen.
 
Ausführliche Informationen zur Reinigung von Fliesenbelägen finden Sie bei Fliesen und Platten.
 

Autorin:

Dagny Moormann
Redaktion AUSBAUPRAXIS

Keyvisual und Teaserbild: Rainer Sturm / Pixelio


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