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Silikon? Probier’s mal mit Fugenprofil!

Bei Bewegungsfugen aller Art fällt den meisten Handwerkern vor allem eines ein: Silikon. Dabei gibt es Alternativen, die beständiger und  oft auch schicker sind: Fugenprofile.

Gebäude bewegen sich. Die entstehenden Kräfte können sowohl im Belag und Estrich als auch in angrenzenden Bauteilen für Schäden sorgen. Verhindern sollen und können das Bewegungsfugen, zum Beispiel mit eingebauten Fugenprofilen. Sie nehmen die Kräfte auf, die auf die einzelnen Bauteile wirken; sie dehnen sich aus oder werden zusammengepresst – je nach Anforderung.

Schadhafte, gerissene oder mit Schimmel befallene Fugen lassen sich durch den Einsatz von Profilen wirksam verhindern. (Bild: Schlüter-Systems)fugenprofile-fliesenprofile-1.jpgViele Handwerker, die Fliesen verlegen, arbeiten bei Bewegungsfugen am liebsten mit elastischen Werkstoffen wie beispielsweise Silikon. Das mag einige Vorteile haben: die einfache Verarbeitung beispielsweise, vergleichsweise geringe Kosten und eine große Auswahl an Farbtönen. Doch Silikon hat auch einige gravierende Nachteile: Sehr lange dauert es meist nicht, bis sich bei Silikon-Bewegungsfugen erste Risse zeigen. Und wenn die erst mal da sind, setzt sich neben Schmutz auch Schimmel und anderes mikrobielles Getier fest. Dann bleibt dem Kunden eigentlich nur eines übrig: Er muss einen Handwerker kommen und die Silikonfuge erneuern lassen.

Fugenprofile: Extrem glatte Oberflächen verhindern Schimmel

Die Alternative zu Silikon und Co. heißt Fugenprofil. Egal ob Bauwerks-, Feldbegrenzungs-, Rand oder Anschlussfugen, mit Fugenprofilen lassen sich diese speziellen Schnittstellen schließen. Lösungen gibt es von den bekannten Fliesenzubehörspezialisten Wir wollen die Vorteile von diesen Profilen an dieser Stelle anhand der Serie „Schlüter-Dilex“ von Schlüter-Systems illustrieren.

Pro & Contra Fugenprofile und Fliesenprofile auf einen Blick

Vorteile

  • Profile können auch dreidimensionale Bewegungen aufnehmen
  • Im Gegensatz zu Silikon langlebig und langfristig wartungsfrei
  • Anorganische und unempfindliche Materialien bieten Schimmelpilzen und anderem mikrobiellen Befall keine Angriffsfläche
  • Die Kanten von Fliesen und Platten werden mit Fliesenprofilen effektiv geschützt
  • Auch in stark belasteten Bereichen wird die Funktionalität dauerhaft gewährleistet
  • Verlegung der Fliesenprofile erfolgt in einem Zug mit dem Belag

Nachteile

  • Höhere Kosten als Silikon
  • Aufwendigere Verarbeitung
  • Geringere Farbauswahl

Die Randfugenprofile aus der „Dilex“-Serie werden zum Beispiel aus anorganischen Materialien wie Edelstahl gefertigt oder bestehen aus speziellen Werkstoffen wie CPE (chloriertes Polyethylen). Die Oberflächen dieser Materialien sind extrem glatt. Auf einem derartigen Untergrund können sich Schimmelsporen oder andere Mikroorganismen nur schlecht verankern. Und wenn sich doch mal ein mikrobieller Belag auf dem Profil bilden sollte, wischt man die Oberfläche einfach gründlich ab – es verbleiben keine Rückstände im Material.

Dank der Nut- und Feder-Verbindung nehmen Fugenprofile wie das „Dilex-EK“ dreidimensionale Bewegungen auf. (Bild: Schlüter-Systems)Wenn sich das Gebäude bewegt oder der Estrich sich verformt oder schwindet, reißen Silikonfugen – Randfugenprofile nicht. Sie halten stand und gleichen die Spannungen in der Fußbodenkonstruktion aus. Ein weiterer Vorteil dieser Art von Profilen. So kann zum Beispiel „Schlüter-Dilex-EK“ durch seine Nut-und-Feder-Verbindung vertikale Verbindungen bis circa acht Millimeter aufnehmen. Gleichzeitig werden durch diese Konstruktion Schallbrücken am Boden-/Wandanschluss vermieden.

Die „Dilex-EK“-Randfugenprofile  gibt es in verschiedenen Material- und Farbausführungen. Wie Silikon können sie also passend zum Belag oder als bewusster Kontrast ausgewählt werden. Auch für Anschlussfugen von Fliesen an bestehende Belagsflächen oder Einbauteile wie Türzargen, Fensterelemente, Wannen oder Duschtassen, enthält Schlüter-Systems Produktpalette speziell entwickelte Lösungen.

Maßgeschneiderte Fugenprofile für spezielle Anforderungen

Feldbegrenzungsfugen teilen größere Belagsflächen in kleinere Felder auf. Auch in diesem Fall geht es darum Risse zu vermeiden, die durch Spannungen im Boden verursacht werden können. Je größer die betreffende Fläche ist, desto wahrscheinlicher sind derartige Probleme. Feldbegrenzungsfugen müssen von der Oberfläche des Belags bis auf die Trennschicht unter dem Estrich, auf die Abdeckung der Dämmung oder auf die Abdichtung durchgeführt werden. Im Sortiment von Schlüter gibt es diverse Profile für Feldbegrenzungsfugen: Neben Lösungen für die Dünnbettverlegung finden sich dort auch Varianten für das Mörtelbett und im Estrich. Spezielle Profile für den Türbereich und den Ausgleich von Niveauunterschieden sind ebenfalls vorhanden.

Wartungsfreie Bautrennungsfugenprofile leisten zusätzlich effektiven Kantenschutz, (Bild: Schlüter Systems)Gebäude- oder Bautrennfugen sind statisch und konstruktiv erforderliche Fugen, die ein Bauwerk in einzelne Abschnitte aufteilen. Sie müssen sowohl in der Estrichkonstruktion als auch im Bodenbelag genau an der vorgesehenen Stelle in der vorgesehenen Breite eingefügt werden. Für diese Zwecke gibt es Profile aus Aluminium oder Edelstahl, die eine langfristig wartungsfreie Ausführung solcher Fugen erlauben.

Angesichts der Vorteile von Fugenprofilen, sei die Frage erlaubt, warum immer noch so oft auf Silikon zurückgegriffen wird. Der weitaus häufigste Grund dürften die Kosten sein – das Angebot wird durch Profile nicht billiger. Es kommt also darauf an, dem Kunden die Profile richtig zu verkaufen. Und die besten Verkaufsargumente für Fugenprofile sind die langfristige Wartungsfreiheit und die dauerhaft schicke Optik – auch wenn die Farbauswahl etwas überschaubarer ist als bei Silikon. Überzeugen Sie Ihren Kunden damit, dass seine Profile sehr, sehr lange nicht ausgetauscht werden müssen, dass sie sehr, sehr lange so gut aussehen werden wie am ersten Tag, und dass der Reinigungsaufwand im Vergleich zu Silikonfugen gering ist. Außerdem erfolgt die Verarbeitung von Fliesenprofilen direkt, während die Fliesen verlegt werden. Kunden, die nicht jeden Pfennig umdrehen müssen, werden zugreifen.

Ausführliche Informationen zu Fugenprofilen bieten die Fachzeitschrift FLIESEN & PLATTEN und die Webseite FliesenundPlatten.de.

Autoren:

Bodo Höche
Redaktion AUSBAUPRAXIS

Sebastian Ulkan
Redaktion Schlüter-Systems KG

Quelle:
FLIESEN & PLATTEN 7/2017

Keyvisual:
Schlüter-Systems