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Wir stehen auf warm – Heizmatten im Bad

Elektrische Fußbodenheizung im Bad?! Jetzt nur keine kalten Füße kriegen – zwar passen normalerweise elektrische Heizmatten oder -Folien und Wasser nicht gut zusammen. Doch mittlerweile gibt es nicht nur Heizmatten für Bad und Wellnessbereich, sondern darunter sogar vorkonfektionierte Matten, die genau auf den Einsatz in bodengleichen Duschen abgestimmt sind. Sie sind bereits in Standard-Maßen mit Aussparung für den Ablauf erhältlich und können dank ihrer geringen Dicke gut nachträglich bei Badezimmersanierungen eingebaut werden. Das ist nicht nur Luxus, sondern beugt durch schnelles Abtrocken der Fliesen auch Schimmel und Stockflecken sowie muffigem Geruch vor.

Denkbar einfach: die vorkonfektionierten Heizmatten haben bereits eine Aussparung für den Ablauf und sind auf die Maße von Standard-Duschen zurechtgeschnitten. (Bild: AEG)

Denkbar einfach: die vorkonfektionierten Heizmatten haben bereits eine Aussparung für den Ablauf und sind auf die Maße von Standard-Duschen zurechtgeschnitten. (Bild: AEG)

In der bodengleichen Dusche sorgen sie nicht nur für warme Füße, sondern auch für Hygiene dank schneller Abtrocknung der Fliesen. (Bild: AEG)

In der bodengleichen Dusche sorgen sie nicht nur für warme Füße, sondern auch für Hygiene dank schneller Abtrocknung der Fliesen. (Bild: AEG)

Elektrische Fußbodenheizungen

Moderne elektrische Fußbodenheizungen eignen sich dank ihrer geringen Aufbauhöhe gut für Sanierungsarbeiten im Altbau, sind allerdings nicht als alleinige Heizung sinnvoll. Denn Flächenheizungen erwärmen den Boden und die Füße, weniger die Luft. Sie wirbeln durch diese geringere Konvektionsleistung allerdings auch weniger Staub auf, da eben geringere warme Luftmengen aufsteigen. Das kommt vor allem Allergikern entgegen. Unterschieden werden im Prinzip zwei Systeme:
 
Heizfolien
Hierbei handelt es sich um Polyesterfolien, auf denen eine Graphitschicht aufgebracht ist. Sie sind wirklich hauchdünn und im Wohnbereich einsetzbar, da sie sich weniger stark erhitzen und somit auch zum Beispiel unter Holz- und Laminatböden verbaut werden können. Natürlich nur, wenn diese für Fußbodenheizungen ausgelegt sind.
 
Heizmatten
Die Heizleiter dieser Systeme sind gewöhnlich als Schleifen auf einem Trägergewebe befestigt und ab einer Aufbauhöhe von wenigen Millimetern erhältlich. Sie werden grundsätzlich heißer als Heizfolien, eignen sich also eher für Stein- und Fliesenböden, die Hitze vertragen. Somit können sie gut in Bad, Saunabereich oder in der bodengleichen Dusche gelegt werden, wenn sie speziell dafür gefertigt sind, sprich, vollständig wasserdicht und ihre Leitungen über einen geerdeten Schirm verfügen. Es gibt aber auch Systeme aus Kabeln und Matten, die mit Holzböden kompatibel sind. Der Blick in die Produktinformationen verrät es.

Bei manchen Systemen sind, anders als bei konventionellen Heizmatten, die Leitungen individuell in der Entkopplungsmatte zu verlegen. (Bild: Schlüter)

Bei manchen Systemen sind, anders als bei konventionellen Heizmatten, die Leitungen individuell in der Entkopplungsmatte zu verlegen. (Bild: Schlüter)

Damit lassen sie sich jedem Fußbodengrundriss und damit den genauen Wünschen des Bauherren anpassen. (Bild: Schlüter)

Damit lassen sie sich jedem Fußbodengrundriss und damit den genauen Wünschen des Bauherren anpassen. (Bild: Schlüter)

Nicht alle Temperierungssysteme dürfen wie dieses an der Wand verbaut werden – wie immer gelten die Herstellerangaben. (Bild: Schlüter)

Nicht alle Temperierungssysteme dürfen wie dieses an der Wand verbaut werden – wie immer gelten die Herstellerangaben. (Bild: Schlüter)

Was hast Du eigentlich drunter?

Bei der Auswahl der richtigen Fußbodenheizung muss man nicht nur den Bodenbelag bedenken, der darüber gelegt werden soll. Auch der Untergrund und alle zu verarbeitenden Materialien müssen einbezogen werden. Also immer die Herstellerangaben, etwa zur Bodenausgleichsmasse oder zum Estrich beachten und nur Produkte passend zur Leistung der Fußbodentemperierung verarbeiten!

 

Und drüber?

Vorsicht ist bei (dickeren) Badematten und Teppichen sowie Schränken geboten. Letztere dürfen nicht mit vollem Bodenkontakt über den temperierten Flächen aufgestellt, müssen also eventuell mit Füßen versehen werden. Wenn möglich, sollte man sie natürlich schon vorher im Verlegeplan berücksichtigen und die entsprechenden Stellen bei der Installation der Heizmatten aussparen.

Sicherheit

Systeme zur elektrischen Fußbodentemperierung sind keine Do-it-yourself-Produkte. Sie sollten nur von Fachleuten verlegt werden. Gewöhnlich übernimmt der Hersteller auch nur dann die Garantie.
 

Heizmatten verlegen

Nach der Auswahl geeigneter Materialien und Erstellung des Verlegeplans – unter Einhaltung aller erforderlichen Mindestabstände, etwa zur Wand – erfolgt eine erste Kontrollmessung des Widerstands. Danach den Untergrund säubern, scharfe Kanten und andere Unebenheiten entfernen und darauf achten, dass alles vollständig trocken ist. Unterputzdose, Kaltleiter und Temperaturfühler gemäß den Herstellerangaben verlegen, danach die Heizmatten zurechtschneiden, wenn nötig. Zu beachten ist dabei, dass die Heizleiter nicht beschädigt werden und ein gewisser Radius beim Umbiegen eingehalten wird. Je nach Anforderungen und Typus können die Systeme im Estrich, in einer Ausgleichsmasse oder im Fliesenkleber angebracht werden. Selbstklebende Matten können beispielsweise einfach auf dem Untergrund, zum Beispiel Estrich oder Nivelliermasse, faltenfrei aufgelegt und angedrückt werden. Nach einer weiteren Kontrollmessung kann man den Fliesenkleber auf der Matte verteilen, und zwar so, dass diese vollständig bedeckt ist. Für Anschluss und Inbetriebnahme dann einen Profi hinzuziehen!

Autorin:

Dagny Moormann
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
 
Keyvisual und Teaserbild:  AEG