Baustoffklasse

Die Baustoffklasse dient der Einteilung von Baustoffen bezüglich ihres Brandverhaltens nach DIN 4102-1. Ihre Kennzeichnung erfolgt durch die Buchstaben A und B und durch die Ziffern 1 bis 3.

A1 = nichtbrennbarer Baustoff ohne oder mit nur sehr geringen brennbaren Bestandteilen;
A2 = nichtbrennbarer Baustoff mit geringen brennbaren Bestandteilen;
B1 = brennbarer Baustoff mit schwerentflammbaren Eigenschaften;
B2 = brennbarer Baustoff mit normalentflammbaren Eingeschaften;
B3 = brennbarer Baustoff mit leichtentflammbaren Eingenschaften (bauaufsichtlich als Baustoff nicht verwendbar). Siehe auch Feuerwiderstandsklasse.

Im Zuge der Harmonisierung europäischer Normen hat der europäische Ständige Ausschuss für das Bauwesen eine CE-Kennzeichnung erlassen, in die die deutschen Bezeichnungen wie folgt eingehen:

Die deutschen Baustoffklassen A1 und A2 entsprechen den gleichlautenden europäischen Bezeichnungen.
Die deutsche Baustoffklasse B1 wird auf europäischer Ebene in die Klassen B und C aufgeteilt.
Die deutsche Baustoffklasse B2 wird in die Klassen D und E aufgeteilt.
Die Produkte, die unter der deutschen Bezeichnung B3 nicht als Baustoffe zugelassen sind, werden zukünftig mit der Baustoffklasse F bezeichnet.

Grundlage für die Einordnung und Festlegung der Grenzwerte ist die Zeitspanne bis zum Erreichen des gefährlichen Flash-over. Produkte der Euroklasse A1, A2 und B führen nicht zum Flash-over, bei Produkten der Klassen C bis F tritt dieser jedoch früher oder später auf, bei Klasse D innerhalb von 10 Minuten und bei Klasse E sogar innerhalb von nur 2 Minuten.
 

Quelle: Eschenfelder, Dieter/Lehmann, Wolfgang: Wörterbuch bauaufsichtlicher Begriffe. Leitfaden durch die Bauordnung, Köln 2001 

 
Blower-Door-Messung

Die Blower-Door-Messung ist ein Verfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit von Dachstühlen, Holzhäusern und Profilhäusern. Dabei wird der zu überprüfende Raum komplett abgedichtet und mit Hilfe einer Pumpe ein Unterdruck erzeugt. Dadurch wird erreicht, dass an undichten Stellen Aussenluft in das Bauteil einströmt. Mit Hilfe eines einfachen Rauchdetektors (Zigarette, Räucherstab) kann die einströmenden Luft sichtbar gemacht werden und das Leck abgedichtet werden. Das Verfahren wurde als Ergebnis zahlreichen Bauschäden im Holzbau entwickelt. Immer wieder nämlich sorgten undichte Stelle in hölzernen Bauteilen für das Eindringen von Luftfeuchtigkeit und, damit verbunden, die Beschädigung des Bauteiles. Viele Dachstühle wurden in der Vergangenheit auf diese Weise frühzeitig zu Sanierungsfällen. Der Blower-Door-Test gibt Handwerkern und Hausherren die Sicherheit, das die durchgeführten Arbeiten sachgerecht sind.

 
Brandweiterleitung

Die Ausbreitung von Flammen im Brandfalle aufgrund des Mitbrennens/Glimmens von ursprünglich nicht betroffenen Teilen bezeichnet man als Brandweiterleitung. Diese stellt ein hohes Gefahrenpotential dar und muss durch bauliche Maßnahmen unterbunden werden.

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