Wärmebrücke

Eine Wärmbrücke ist eine örtlich begrenzte Schwachstelle der wärmeübertragenden Hüllfläche eines Gebäudes. Sie bewirkt sowohl zusätzliche Transmissionswärmeverluste als auch eine niedrigere raumseitige Oberflächentemperatur. Dies kann zu Tauwasserbildung und Schimmelpilzbefall führen. Die konstruktive Vermeidung von Wärmebrücken ist eine wichtige planerische Vorleistung. Lassen sich aufgrund bestimmter Bauweisen Wärmebrücken nicht verhindern, ist es wichtig, diese mit entsprechender Sorgfalt zu dämmen.

Quelle: Krüger, Erich W.: Konstruktiver Wärmeschutz. Niedrigenergie-Hochbaukonstruktionen, Köln 2000

 
Wärmebrücke, geometrisch

Geometrische Wärmebrücken entstehen, wenn die wärmeaufnehmende Oberfläche und die wärmeabgebende Bauteiloberfläche verschieden groß sind. Bei den geometrischen Wärmbrücken wird zwischen linienförmigen und punktförmigen Wärmebrücken unterschieden. Linienförmige Wärmebrücken sind zum Beispiel Außenwände oder Traufkanten. Punktförmige Wärmbrücken sind solche, bei denen die Wärmestromlinien in alle drei Raumrichtungen verzerrt sind, zum Beispiel Außenwandecken oder Kragarme.

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wärmebrücke, konvektiv

Konvektive Wärmebrücken entstehen durch Undichtigkeiten (Bauteilfugen, Durchführung von Installationsleitungen usw.) in raumabschließenden Bauteilen, durch welche Wärmeenergie infolge konvektiver Mitführung von Luft, Gasen oder Flüssigkeiten von der höheren zur niedrigeren Temperatur transportiert wird.

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wärmebrücke, stoffbedingt (physikalisch)

Stoffbedingte Wärmebrücken entstehen durch einen Wechsel der Wärmeleitfähigkeiten innerhalb einer oder mehrerer Bauteilschichten. Typische Wärmebrücken dieser Klasse sind Träger in Dächern, Stützen und Stege in Außenwänden oder Verbindungsmittel.

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wärmedämm-Putz

Mörtel mit Zuschlagstoffen wie Polystyrol und/oder Perlite. Wärmedämmputze haben eine geringe Rohdichte (0,15 - 0,60 g/cm³) und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,08 - 0,20 W/(m·K). Diese Putze werden sowohl als Außenputz, als auch als Innenputz verwendet. Sie dienen zur Verbesserung der energetischen Gesamtbilanz von Bauwerken.

Quelle: Peter, Norbert: Lexikon der Bautechnik. 10.000 Begriffsbestimmungen, Erläuterungen und Abkürzungen, Heidelberg 2001

 
Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Bauart, bei der Wärme-Dämmplatten auf Außenwandoberflächen geklebt (oder zusätzlich mit Haltern befestigt) werden. Auf der Oberfläche befindet sich ein mit Glasgewebe bewehrter Unterputz und ein Oberputz. Diese Kombination von Baustoffen erhöht die wärmedämmenden Eigenschaften von Außenwänden. Es handelt sich hierbei um eine Bauweise, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Im Zuge des Erlasses verschiedener Wärmeschutzverordnungen, die nun in der so genannten Energieeinsparverordnung (EnEV) gebündelt wurden, erlangte der Wärmeschutz an Bedeutung. Ein Wärmedämm-Verbundsystem ist eine Möglichkeit, den in der EnEV geforderten maximalen Jahresheizwärmebedarf zu erfüllen.

Quelle: Eschenfelder, Dieter/Lehmann, Wolfgang: Wörterbuch bauaufsichtlicher Begriffe. Leitfaden durch die Bauordnung, Köln 2001

 
Wärmedurchgangskoeffizient

Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch als Wärmedurchgangszahl oder umgangssprachlich k-Wert bezeichnet, gibt an, wie viel Wärme pro Zeit und Fläche einer Baukonstruktion aufgrund von Wärmedurchgang bei einer Temperaturdifferenz von 1 K verloren geht. Er ist eine grundlegende bauphysikalische Größe zur Ermittlung der energetischen Gesamtbilanz von Bauwerken. Je kleiner der U-Wert, umso geringer ist der Wärmeverlust durch das berechnete Bauteil, umso besser ist dessen Wärmedämmung. Je kleiner aber der k-Wert, desto größer ist dessen Effizienzabfall. Es ist also nicht möglich, durch immer größerer Dämmstoffdicken die Wärmeverluste "unbegrenzt" zu verringern. Formelzeichen: k(veraltet), nun U Einheit: W/(m²·K)

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wärmedurchgangswiderstand

Der Wärmedurchgangswiderstand ist der Kehrwert des Wärmedurchgangskoeffizienten. Dieser erlaubt es, den Zahlenwert des Wärmedurchgangskoeffizienten anders darzustellen, was unter Umständen Rechenoperationen vereinfachen kann. Formelzeichen: 1/k(veraltet), nun 1/U Einheit: m²·K/W

 
Wärmekapazität

Die Wärmekapazität ist eine Stoffeigenschaft (Stoffkonstante). Die Wärmekapazität C eines Körpers mit der Masse m ist die Wärmemenge, die benötigt wird, um die Temperatur des Körpers um 1 °C zu erhöhen. Sie ist das Produkt aus der spezifischen Wärme mal der Masse. Formelzeichen: Q oder C Einheit: 1 J/K (veraltet und nicht mehr zulässig: Kalorie 1 cal; 1 cal enstpricht 4,1868 J)

 
Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit ist die wesentliche Ausgangsgröße für wärmeschutztechnische Berechnungen und für die Bewertung der wärmeschutztechnischen Qualität eines Materials. Die Wärmeleitfähigkeit ist eine konstante Stoffeigenschaft (Stoffkonstante) die angibt, welche Wärmemenge durch 1 m² einer Stoffschicht von 1 m Dicke hindurchströmt, wenn eine Temperaturdifferenz zu beiden Seiten der Schicht vorhanden ist. Kleine λ-Werte bedeuten geringe Wärmeleitung und damit gute Wärmedämmung. Der Zahlenwert der Wärmeleitfähigkeit dient bei manchen Produktgruppen von Dämmstoffen zu deren Klassifizierung. So sind die Bezeichnungen 035 oder 040 bei Mineralfaserplatten nichts anderes als die jeweiligen Wärmeleitfähigkeitswerte 0,035 bzw. 0,040 W/(m·K) dieser Produkte. Formelzeichen: l Einheit: W/(m·K)

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wasserdampfdiffusion

Der selbständige Ausgleich innerhalb von Systemen mit unterschiedlichen Teildrücken oder sonstigen unterschiedlichen Konzentrationen aufgrund der Eigenbewegung von Atomen oder Molekülen wird als Diffusion bezeichnet. Der Ausgleich erfolgt in der Regel vom Ort der höheren Konzentration in Richtung der geringeren Konzentration. Jedes Atom oder Molekül ist in der Lage, sich zu bewegen. Die dazu nötige Energie kann z.B. in Form von Wärme aufgenommen werden; diese wird dann in Bewegungsenergie umgesetzt. Entsteht ein Gasgemisch von neuer Zusammensetzung (zum Beispiel durch Lüften eines bis dahin abgeschlossenen Raumes) können hier unterschiedliche Dampfteildrücke entstehen. Dieser Zustand ist aber physikalisch gesehen nicht haltbar. Aufgrund der oben beschriebenen Fähigkeit zur Eigenbewegung verteilen sich zum Beispiel Wasserdampfmoleküle so lange gleichmäßig im Raum, bis (bei einem gleichbleibenden Gesamtdruck) die unterschiedlichen Teildrücke ausgeglichen sind.

 
Wasserdampfdiffusions-Durchlasskoeffizient

Zu beiden Seiten eines Bauteils, insbesondere bei Außenbauteilen, herrschen gewöhnlich unterschiedliche Klimabedingungen. Die kennzeichnenden Größen sind die Innen- und Außentemperaturen und die Innen- und Außendrücke. Infolge des hierdurch bedingten Druckgefälles wandern Wasserdampfmoleküle von der warmen zur kalten Seite eines Bauteils durch die luftgefüllten Poren und die dazwischenliegenden Kapillaren der Baustoffschichten.Der Wasserdampfdiffusions-Durchlasskoeffizient gibt an, wie groß die Wasserdampfdiffusions-Stromdichte ist, wenn man diese nur auf die wirksamen Differenzen der Dampfteildrücke bezieht. Formelzeichen: D Einheit: kg/(m² x h x Pa)

 
Wasserdampfdiffusions-Strom

Zu beiden Seiten eines Bauteils, insbesondere bei Außenbauteilen, herrschen gewöhnlich unterschiedliche Klimabedingungen. Die kennzeichnenden Größen sind die Innen- und Außentemperaturen und die Innen- und Außendrücke. Infolge des hierdurch bedingten Druckgefälles wandern Wasserdampfmoleküle von der warmen zur kalten Seite eines Bauteils durch die luftgefüllten Poren und die dazwischenliegenden Kapillaren der Baustoffschichten. Diesen Vorgang, also den Ausgleichsprozess zwischen Orten höherer und niedrigerer Wasserdampfkonzentration, nennt man Wasserdampf-Diffusion. Die transportierte Wasserdampfmenge wird durch den Wasserdampfdiffusions-Strom charakterisiert. Formelzeichen: I

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wasserdampfdiffusions-Stromdichte

Zu beiden Seiten eines Bauteils, insbesondere bei Außenbauteilen, herrschen gewöhnlich unterschiedliche Klimabedingungen. Die kennzeichnenden Größen sind die Innen- und Außentemperaturen und die Innen- und Außendrücke. Infolge des hierdurch bedingten Druckgefälles wandern Wasserdampfmoleküle von der warmen zur kalten Seite eines Bauteils durch die luftgefüllten Poren und die dazwischenliegenden Kapillaren der Baustoffschichten. Die transportierte Wasserdampfmenge wird durch den Wasserdampfdiffusions-Strom charakterisiert.Die Wasserdampfdiffusions-Stromdichte gibt an, welche Wasserdampfmenge in kg in einer Stunde durch 1 m² eines Bauteils diffundiert. Formelzeichen: i Einheit: kg/(m²·h)

Quelle: Becker, Klausjürgen/Pfau, Jochen/Tichelmann, Karsten: Trockenbau Atlas. Grundlagen, Einsatzbereiche, Konstruktionen, Details, 2. Auflage, Köln 1998

 
Wasserdampfdiffussionsäquivalente Luftschichtdicke

Die Wasserdampfdiffussionsäquivalente Luftschichtdicke ist eine theoretische Vergleichsgröße für den Widerstand einer beliebigen Stoffschicht gegen Wasserdampfdiffusion. Sie gibt den Widerstand einer Stoffschicht gegen Wasserdampfdiffusion an, den eine gleichwertige (äquivalente) ruhende Luftschicht hätte. Je größer ihr Wert, desto weniger ist Wasserdampf in der Lage, den entsprechenden Stoff zu durchdringen. Formelzeichen: sD Einheit: Meter (m)

 
WPC-Terrassenbeläge

WPC ist die Abkürzung für Wood Plastic Composite. Das bedeutet Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Heute werden anstelle von Holz oft andere zellulosehaltige Materialien wie Reisspelzen oder Wiesengras eingesetzt. Terrassendielen aus WPC werden meist aus 60% Holz in Form von Holzspänen und Sägemehl sowie 40% Kunststoff und entsprechenden Additiven hergestellt.

Quelle: ökologisch-bauen.de

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