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Holz behandeln: Der Lack ist ab

Mit dem Laugen das Holz gut vorbereiten

Das Laugen ist eine vorbereitende Arbeit, um unbehandeltes oder frisch geschliffenes Holz zu behandeln. Es hat lediglich die Aufgabe, das Holz vor der Vergilbung und dem dadurch bedingten Nachdunkeln durch die UV-Strahlen der Sonne zu schützen. Bei einigen Holzarten wie zum Beispiel der weichen Kiefer verhindert das Laugen, dass sie sich ins Rötliche (im Kernbereich) oder Gelbliche (im Splintbereich) verfärben. Wenn ein besonders heller Farbton eines Holzes gewünscht wird, können Sie die Lauge als Verstärkung der nachfolgenden Behandlung auch weiß pigmentiert einsetzen.

Laugen bekommen Sie als Weich- und als Hartholzlauge, eine Verwechslung kann gerade bei harten Belägen wie Buche- und Eichenparkett fatale Folgen bis hin zur kompletten Schädigung des Parketts haben. Wichtig ist, während der Verarbeitung die Lauge immer wieder gut durchzurühren, um eine gleichmäßige Verteilung der Inhaltstoffe (vor allem der Pigmente) und eine gleichmäßige Wirkung am Boden zu gewährleisten. Einige der Bestandteile, insbesondere die Oxalsäure in Hartholzlaugen, haben eine stark ätzende Wirkung. Beim Holz ist diese Wirkung erwünscht, aber Sie als Anwender müssen beim Auftragen Handschuhe und Schutzbrille tragen. Als Auftragswerkzeuge haben sich ein Fellwischer oder ein heller Nylonpinsel in der Praxis bewährt. Ist das Laugen beendet, können Sie im Anschluss das Holz weiter behandeln.

Die Lauge greift Werkzeug und Haut an. Sie müssen also einen laugebeständigen Kunststoffpinsel verwenden und beim Auftragen Handschuhe tragen. (Bild:Bioraum Woca)

Die Lauge greift Werkzeug und Haut an. Sie müssen also einen laugebeständigen Kunststoffpinsel verwenden und beim Auftragen Handschuhe tragen. (Bild:Bioraum Woca)

Wie das Laugen gehört auch das Beizen zu den Vorbehandlungen, die Fläche muss anschließend geölt oder lackiert werden. (Bild: Bioraum Woca)

Wie das Laugen gehört auch das Beizen zu den Vorbehandlungen, die Fläche muss anschließend geölt oder lackiert werden. (Bild: Bioraum Woca)

Das Ölen – eine Alternative beim Holzbehandeln

Als Alternative zum Holzbodenversiegeln kommt das Ölen ins Spiel. Es dient zur Grundbehandlung des geschliffenen rohen oder gelaugten Holzbodens. Die Wirkung von Holzölen beruht auf der Tatsache, dass sie ins Holz eindringen, die Poren verschließen und so das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz verhindern. Beim Holzbodenölen haben Sie die Möglichkeit, die Färbung des Holzes zu verändern und die Maserung entweder stark oder gar nicht anzufeuern. Die im Handel befindlichen farbigen Öle werden überwiegend in Braun- und Grautönen sowie in Weiß angeboten. Beim Holzbehandeln durch Ölen ist besonders auf eine absolut fett- und staubfreie Oberfläche zu achten, was in der Regel nur durch die Vorbehandlung mit einem Intensivreiniger erreicht werden kann. Flächenstreicher und Spachtel sind die üblichen Werkzeuge zum Auftragen des Öls, die Poliermaschine sorgt nach der ersten Einwirkzeit für das gleichmäßige Einmassieren. Wichtig ist, dass das Pad durch Wenden oder Wechseln immer saugfähig genug bleibt, um den hauchdünnen Ölfilm auf der Oberfläche komplett zu entfernen. Faustregel: ein Pad (beidseitig) pro zehn Quadratmeter Fläche. Wichtig: Nach dem Einmassieren darf die Oberfläche zwei bis drei volle Tage nicht betreten werden, der Raum sollte in dieser Zeit gut gelüftet sein. Ein zweimaliger Ölauftrag ist beim Holzbehandeln für ein Top-Ergebnis das Minimum. Moderne Hartöle reichen in der Härte und Belastbarkeit an die Wasserlacke heran, sind aber im Alltag etwas pflegeaufwendiger.

Wichtig ist, die Ränder der Bodenfläche mit der kleinen Walze sorgfältig vorzuölen. Hier entstehen beim Holzbehandeln sonst ungewollt Ansetzspuren. (Bild: Auro AG)

Wichtig ist, die Ränder der Bodenfläche mit der kleinen Walze sorgfältig vorzuölen. Hier entstehen beim Holzbehandeln sonst ungewollt Ansetzspuren. (Bild: Auro AG)

Die Holzdielen professionell ölen: Nach der Einwirkzeit von fünf bis 20 Minuten (je nach Hersteller) muss das überschüssige Öl mit einem Gummiwischer abgezogen werden. (Bild: Auro AG)

Die Holzdielen professionell ölen: Nach der Einwirkzeit von fünf bis 20 Minuten (je nach Hersteller) muss das überschüssige Öl mit einem Gummiwischer abgezogen werden. (Bild: Auro AG)

Weitere Alternative zum Versiegeln: den Holzboden wachsen

Die pastösen Hartwachse bestehen meist aus einer Kombination verschiedener Wachse wie etwa Erdwachs, Carnauba- und Bienenwachs, Paraffinen oder dem aus der Braunkohle stammenden Montanwachs. Um es für das Behandeln von Holz verarbeitbar zu machen, setzt man den Wachsen Lösemittel wie Petroleum, Terpentin oder Orangenöl zu. Wachse dringen nicht in das Holz ein, sondern bleiben als Schichtbildner auf der Oberfläche. Insofern braucht der Holzboden beim Wachsen immer einen Tiefenschutz in Form von Öl. Durch die polierte Wachsoberfläche wird der Boden aber durchaus noch ein Stück unempfindlicher, strapazierfähiger und vor allem auch pflegeleichter als nur geölte Böden. Hartwachsöle verbinden ein tief eindringendes Holzöl mit einem Wachs, meist Carnaubawachs. Diese Öle sind pro Arbeitsgang nur hauchdünn aufzutragen, für ein optimales Ergebnis reicht in der Regel ein zweimaliger Auftrag aus.

Holz behandeln – mit Wachs: Die gewachste Fläche wird mit der Einscheibenmaschine und einem weißen Pad poliert. (Bild: Auro AG)

Holz behandeln – mit Wachs: Die gewachste Fläche wird mit der Einscheibenmaschine und einem weißen Pad poliert. (Bild: Auro AG)

Das Wachsen muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, soll es seine schützende Funktion langfristig behalten. (Bild: Auro AG)

Das Wachsen muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, soll es seine schützende Funktion langfristig behalten. (Bild: Auro AG)

Technik aus dem Norden: Den Holzboden seifen

Holz behandeln mit Seife: eine Technik, die als Alternative zum Holzbodenversiegeln in Skandinavien weit verbreitet ist, bei uns aber eher ein Schattendasein fristet. Anwendung findet die Seife bei uns besonders im wohnbiologisch anspruchsvollen Bereich, im Denkmalschutz und in Museen. Die Seifenbehandlung ist Grundbehandlung, Reinigung und Unterhaltspflege in einem. Als Grundbehandlung funktioniert sie auch auf rohen Böden, in der Regel wird die Seife aber erst nach dem Laugen aufgetragen. In der Unterhaltspflege und Reinigung kann sie auch auf geölten Böden eingesetzt werden. Sie eignet sich für fast alle Böden aus massivem Holz, allerdings ist die Technik für besonders feuchteempfindliche Bodenbeläge nicht zu empfehlen. Das gilt besonders für Buchenholz, das kanadische Ahorn und Holzpflaster. Zwei Varianten sind im Fachhandel erhältlich: weiß pigmentierte Seife und Natur-Seife. Erstere ist bei hellen Holzarten respektive hell geölten Böden anzuraten. Für alle dunklen Holzarten beziehungsweise naturgeölten Hölzer eignet sich die Holzbodenseife Natur. Die Wirkweise der Seife ist beim Holzbehandeln ihre stark rückfettende Eigenschaft, dazu muss der Boden aber mindestens einmal monatlich mit dem normalen Putzgang nachbehandelt werden.

Die Seife verdünnen Sie mit warmem Wasser im Verhältnis 1:10, anschließend wird das Ganze gut durchgerührt. (Bild: Bioraum Woca)

Die Seife verdünnen Sie mit warmem Wasser im Verhältnis 1:10, anschließend wird das Ganze gut durchgerührt. (Bild: Bioraum Woca)

Verwenden Sie einen Eimer mit Seifenwasser, einen mit klarem Wasser. Den Boden behandeln Sie im Laufe von zwei Tagen zwei bis drei Mal. (Bild: Bioraum Woca)

Verwenden Sie einen Eimer mit Seifenwasser, einen mit klarem Wasser. Den Boden behandeln Sie im Laufe von zwei Tagen zwei bis drei Mal. (Bild: Bioraum Woca)

Das Lackieren: Schutz fürs Holz

Während es bei der Wahl der Öle und Wachse hauptsächlich um optische Unterscheidungen wie eher hell oder dunkel geht, kommen bei den Lacken noch die harten Fakten wie die erwartete Beanspruchung der Holzoberfläche und damit die Lösemittelbasis des Lacks hinzu. Im privaten Wohnbereich haben sich beim Holzbehandeln die wasserbasierten Systeme durchgesetzt, weil sie weitgehend lösemittelfrei und damit geruchsarm und vor allem schnell trocknend sind. Je höher der PU-Anteil in den Wasserlacken ist, desto höher können die damit lackierten Böden beansprucht werden. Das geht hin bis zur extrem starken Belastung. Die Glanzabstufungen umfassen matte, seidenmatte, seidenglänzende und glänzende Oberflächen. Allen Lacken gleich ist die Eigenschaft, die Holzmaserung wenig bis gar nicht anzufeuern.

Die einkomponentigen Kunstharzlacke hingegen bewirken aufgrund ihres hohen Lösemittelanteils das Gegenteil, die Maserung wird betont, das Holz dunkelt nach. Die Kunstharze machen den Lack leicht elastisch. Sie sorgen allerdings auch dafür, dass der Boden bis zu 24 Stunden Trocknungszeit braucht.

Das gilt auch für die ein- und zweikomponentigen DD- (auch PU-) Lacke. Der naturgemäß hohe Anteil an Polyurethan sorgt für die extreme Oberflächenhärte und Abriebfestigkeit, die in stark frequentierten Räumen wie Flure in Schulen, Museen und Ämtern gefragt sind. Die Topfzeit der 2-K-Lacke hängt stark von der Umgebungstemperatur und Luftfeuchte ab. Falls der Holzboden zuvor geölt war, muss ein sorgfältiger Abschliff erfolgen, denn PU-Lacke verursachen auf ölhaltigen Böden einen Grauschleier.

Autor

Ulrich Wolf
Redaktion Ausbaupraxis

Teaserbild und Keyvisual: Auro AG