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Integrierte Schiebetüren: Geht Ihnen was auf?

Zur sehr leichten Bedienbarkeit von Schiebetüren tragen maßgeblich die Art und die Qualität der Beschläge des jeweiligen Systems bei. Hochwertige Varianten kombinieren Leichtmetall-Einbauteile (etwa Aluminium) mit doppelpaarigen und kugelgelagerten Kunststoffrollen mit Pendelgelenk. Besonderes Augenmerk legen die Hersteller auch auf die Laufschiene. So bieten nachträglich noch demontierbare Schienen die Möglichkeit, jederzeit den hinteren Türstopper nachzujustieren oder die ganze Tür später motorisieren zu können. Andere Hersteller bilden ihre Laufschiene so stabil aus, dass es völlig ohne zusätzliches, tragendes Sturzprofil auskommt.

Bei den Durchgangsmaßen, die möglich sind, um eine Schiebetür einzubauen, hat sich ebenfalls viel getan. Bei einflügligen Türen können Sondermaße bis zu 1800 mm Breite und 2700 mm Höhe geordert werden. Dabei darf das Türblatt bis zu 120 kg schwer sein. Durch die Kombination von zwei Einbausets lässt sich aus jedem Schiebetürsystem bei Bedarf ein zweiflügliges zaubern. Ab einer bestimmten Öffnungsgröße und bei bestimmten Wandgestaltungen schreibt jeder Hersteller konstruktive Maßnahmen zur Erhöhung der Stabilität der Gesamtkonstruktion vor. Das betrifft den dann zwingenden Einsatz von CW 100-Profilen ebenso wie eine notwendige doppellagige Beplankung, falls beispielsweise eine der Wandflächen befliest werden soll.

Um die Montagezeiten zu verkürzen, gehen die Hersteller von Schiebetürsystemen dazu über, untergeordnete Verbindungen an den Wandtaschen nicht mehr zwingend zu verschrauben, sondern durch Clips zusammen zu stecken. Die statisch entscheidenden Knotenpunkte und Aussteifungen müssen aber bei allen Systemen weiterhin auch geschraubt werden. Für die Montage moderner Systeme braucht der Handwerker für eine Schiebetür im Trockenbau nur die Türblattmaße, die Systemteile werden dann mittels Zusammenstecken in das übliche Ständerwerk integriert.

Viele Verbindungen von modernen Schiebetüren werden lediglich gesteckt.
(Foto: Knauf)

Viele Verbindungen von modernen Schiebetüren werden lediglich gesteckt.
(Foto: Knauf)

Eine Klammer hält die Taschenprofile schraubenlos auf Abstand.
(Foto: Knauf)

Eine Klammer hält die Taschenprofile schraubenlos auf Abstand.
(Foto: Knauf)

Schiebetüren einbauen: Lösungen für Altbauwände

Auch im Bestand ist es kein Problem mehr, eine Schiebetür nachträglich einzubauen. In Altbauten sind häufig zweiflüglige Türen zwischen Speise- und Wohnzimmer eingebaut worden, die im Laufe der Zeit ihre Leichtgängigkeit verloren haben. Spezielle Gleittür-Lösungen können die alten schweren Holztüren ersetzen, sie funktionieren über eingelassene Decken- und Bodenschienen, die in den bestehenden Wandtaschen montiert werden. Diese sehr dünnwandigen Türsysteme sind eine Kombination aus einem schlanken, tragenden Aluminiumrahmen und einer nach Bauherrn-Wunsch gestalteten Füllung.

Für moderne Gleittürlösungen werden die vorhandenen Wandtaschen in Altbauten genutzt.
(Foto: Raumplus)

Für moderne Gleittürlösungen werden die vorhandenen Wandtaschen in Altbauten genutzt.
(Foto: Raumplus)

Wandverstärkungen sind bei dieser Variante nicht nötig, da die Gleittüren  auf Bodenschienen laufen.
(Foto: Raumplus)

Wandverstärkungen sind bei dieser Variante nicht nötig, da die Gleittüren auf Bodenschienen laufen.
(Foto: Raumplus)

 

Autor:

Ulrich Wolf
AUSBAUPRAXIS