Ein Augenschmaus: Ein Holzboden steigert in jedem Badezimmer die Anmutung und Aufenthaltsqualität. (Quelle: Bauwerk Parkett)
Ein Augenschmaus: Ein Holzboden steigert in jedem Badezimmer die Anmutung und Aufenthaltsqualität. (Quelle: Bauwerk Parkett)

Boden

10. May 2022 | Teilen auf:

Holzboden im Bad: Keine Geheimnisse

Holzfußböden im Badezimmer sind Garanten für Ästhetik, warme Ausstrahlung und angenehme Haptik. Werden die Regeln für ihren Einbau und ihre Pflege beachtet, bleiben diese Vorzüge auch langfristig erhalten.

Wer sich in seinem Badezimmer einen Holzfußboden wünscht, kann lange daran Freude haben. Er muss nur bestimmte Regeln befolgen. Das gleich mal vorneweg. Natürlich ist Holz im Bad nicht ganz unproblematisch. Die Meinung „Das geht nicht“ hat aber der fachgerechte Einbau längst zum Anachronismus gemacht. Und so setzt sich im Nassraum neben Naturstein oder Fliese zunehmend eine neue Komponente durch – und mit ihr zusätzliche Spielräume für die Gestaltung und Optik. Dass Holz Temperatur- und Feuchteschwankungen selbst ungeschützt über lange Zeiträume widerstehen kann, zeigen diverse Innen- und Außenanwendungen. Geheimnisse gibt es hierbei nicht: Es bedarf nur der richtigen Holzauswahl, des fachmännischen Aufbaus und der regelmäßigen Pflege.

In der Ruhe liegt die Kraft

Grundsätzlich lassen sich im Badezimmer Parkett oder Dielen verlegen, während Laminat ausscheidet. Geeignet sind ruhige Hölzer, die bei wechselnder Feuchte und Temperatur wenig quellen oder schwinden. Als heimische Holzarten bieten sich folglich Erle, Esche, Douglasie, Nussbaum, Kirsche, Eiche, Elme oder Lärche an, unter den Tropenhölzern sind es Merbau, Jotoba oder auch Teak, das von Natur aus sehr harz- und ölhaltig ist. Will man auf Tropenhölzer verzichten, schätzt aber deren Optik, ist Räuchereiche eine gute Alternative. Weitere Gestaltungsvarianten bieten Pitch Pine, Bambus, kanadischer Ahorn, finnische Birke oder thermisch behandelte Hölzer. Letztere führen in der Innenanwendung mitunter jedoch zu einem Geruchsproblem. Will man sich im nächsten Schritt nun zwischen Fertig- oder Massivparkett entscheiden, ist bei der massiven Variante das stärkere Arbeiten und die erhöhte Neigung zur Fugenbildung zu bedenken. Dagegen ist sie an den Kanten formstabiler als Fertigparkett, bei dem die Holzschicht dort nur wenige Millimeter dick und die Gefahr des Eindringens von Wasser und damit bleibender Schäden höher ist. Mittlerweile sind allerdings auch Parkettarten verfügbar, die an den Kanten hydrophobiert und somit weniger anfällig für Feuchteschäden sind. Schließlich können in Abstimmung mit der späteren Beschichtung auch gebürstete, gestrahlte oder 3-D-Oberflächen eingesetzt werden, die eine besondere Haptik mitbringen.

Pro und Contra der Beschichtung

Geeignet sind Hölzer, die bei wechselnder Feuchte und Temperatur wenig quellen oder schwinden. Als heimische Holzarten bieten sich folglich Erle, Esche, Douglasie, Nussbaum, Kirsche, Eiche, Elme oder Lärche an. (Quelle: Bauwerk Parkett)

Um beim Verlegen einen fachgerechten Bodenaufbau zu erreichen, muss der Untergrund abgedichtet werden, um Feuchteschäden zu vermeiden. Selbst wenn die verwendeten Holzarten bei Feuchteänderung nur wenig schrumpfen oder schwinden, ist zu einer vollflächigen Verklebung zu raten. So kann nicht nur die Fugenbildung, sondern auch das Schüsseln des Parketts verhindert werden. Zudem müssen die Kanten und Fugen sicher abgedichtet werden. So werden die Fugen am Rand mit einer Dichtungsmasse verschlossen, für die Fugen zwischen den Dielen werden Dichtungsbänder eingesetzt. Alternativ zum Verkleben kann eine Unterkonstruktion mit eingebauter Dampfbremse oder -sperre gewählt werden.

Nach dem Verlegen wird die Oberfläche entweder mit Öl, Wachs oder einem Lacksystem geschützt. Dass im ersten Fall eine offenporige Oberfläche erhalten bleibt, dank der das Holz atmen kann, wirkt sich positiv auf das Raumklima aus, macht das Parkett aber auch schmutzanfälliger, aufwendiger zu reinigen und erfordert die regelmäßige Nachbehandlung. Allerdings dringt bei geölten Oberflächen auch kein Wasser durch Risse unter die Versiegelung. Eine lackierte Oberfläche ist dagegen leichter zu reinigen und widerstandsfähiger; die Versiegelung muss aber regelmäßig geprüft werden: Selbst kleine Risse sollten direkt ausgebessert werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit, das Quellen des Holzes und letztlich eine Schädigung des Lacksystems zu verhindern.

Ausgehend von diesen Hinweisen kann ein Holzboden im Bad zum Beispiel aufgebaut sein:

  • aus einer Grundierung zur Erhöhung der Haftfestigkeit,
  • einem Randdämmstreifen für den Schallschutz
  • Spachtelmasse für den Ausgleich von Bodenunebenheiten
  • Parkettkleber für das Ankleben der Abdichtung
  • einer Abdichtungsbahn
  • Dichtband als Ergänzung zur Abdichtungsbahn
  • Belagskleber für die vollflächige Verklebung
  • dem Parkettboden
  • und einer dauerelastischen Fuge.

Soll eine Fußbodenheizung verbaut werden, darf der Wärmedurchlasswiderstand des Belags nicht mehr als 0,15 m²*K/W betragen, was einer Parkettstärke von etwa 22 mm entspricht. Zu empfehlen ist auch hier die Verwendung ruhiger Hölzer und eine vollflächige Verklebung des Bodens. Dabei ist Fertigparkett einer massiven Variante vorzuziehen.

Luft und Pflege, Pflege und Luft

Der Tropfentest: Bleibt ein Tropfen gespannt auf der Oberfläche des geölten Parketts liegen, ist alles in Ordnung. Dringt der Tropfen sofort ins Holz ein, muss die Oberfläche nachgeölt werden. (Quelle: Bauwerk Parkett)

Holzböden benötigen eine regelmäßige Pflege, damit sie möglichst lange intakt und ansehnlich bleiben. Grundsätzlich kann ein behandelter Holzboden die Nässe im Bad gut tolerieren. So bleibt Parkett bei einer normalen Raumtemperatur von 20 bis 22 °C und einer Luftfeuchtigkeit bis 70 Prozent auch im Bad dauerhaft haltbar. Das umgehende Entfernen von Wasserlachen sollte ebenso zur Gepflogenheit werden wie das regelmäßige Lüften zur Alltagsroutine. Zur Reinigung und Pflege sollten geölte Holzboden leicht feucht gewischt werden, auf aggressive Reinigungsmittel oder Chemikalien ist zu verzichten. Ratsam ist es, den Boden wenigstens zwei- bis dreimal im Jahr nachzuölen. Wurde der Boden lackiert, entscheiden Zustand und Optik darüber, wann eine Erneuerung ansteht.

Doch noch ein Geheimnis

Um beim Verlegen einen fachgerechten Bodenaufbau zu erreichen, muss der Untergrund abgedichtet werden, um Feuchteschäden zu vermeiden. Selbst wenn die verwendeten Holzarten bei Feuchteänderung nur wenig schrumpfen oder schwinden, ist zu einer vollflächigen Verklebung zu raten. (Quelle: Bauwerk Parkett)

Mit Holz holt man sich einen Bodenbelag ins Badezimmer, der durch seine natürliche Ausstrahlung und angenehme Haptik wirkt. Man entscheidet sich aber auch für einen Belag, der empfindlicher ist als Fliesen oder Naturstein und folglich mehr Pflege benötigt. Damit bleibt es letztlich eine individuelle Abwägung, ob der höhere Aufwand den Gewinn an Ästhetik, warmer Ausstrahlung, angenehmer Haptik und verbessertem Wohnklima rechtfertigt. Das ist aber auch schon das einzige Geheimnis.

Hier gibt es weitere Tipps zu Reinigung und Pflege.

Autor
Michael Hobohm

zuletzt editiert am 12.05.2022