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Die Kellerdeckendämmung: Was Schönes für drunter

Wie bei allen Dämmflächen sind auch bei der Kellerdeckendämmung die Altbauten aus den 1970er-Jahren in der Regel in keinem optimalen Bauzustand. Der meist rohe Stahlbeton oder die noch früher eingesetzte Kombination aus Stahlträgern und Beton bieten der Heizwärme im Erdgeschoss eine erstklassige Möglichkeit, sich nach unten zu verziehen – der EG-Boden bleibt kalt. Das ist aber nicht nur ein reines Befindlichkeitsproblem für die Bewohner. Durch den geordneten Abzug der Wärme nach unten gehen etwa 5 – 10 % der Heizenergie verloren, bei steigenden Energiepreisen das schlagende Argument für jeden zaudernden Kunden. Demgegenüber stehen die von allen Dämmarbeiten wohl günstigsten Investitionskosten beim Kellerdecke dämmen: Je nach eingesetztem Dämmstoff ist eine funktionierende Kellerdeckendämmung schon zu Preisen zwischen 20 und 40 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Die Voraussetzungen für eine gelungene Kellerdeckendämmung:

Bei einer glatt geschalten Stahlbetondecke ist alles klar: Hier können bei der Dämmung der Kellerdecke sämtliche Dämmplatten einfach geklebt werden, entweder mit speziell abgestimmtem Bauschaum oder mit klassischem Klebemörtel. Bei unebenen Decken kommen wie beim WDVS die Dübel dazu (an allen Plattenecken und -mitten), bei stark unebenen oder gewölbten Decken muss eine Unterkonstruktion für die Kellerdeckendämmung eingezogen werden. In den Hohlraum zwischen Gewölbedecke und Deckenverkleidung können dann ganz einfach Zelluloseflocken eingeblasen werden.

Letztere Möglichkeit führt natürlich zu der Frage der Deckenhöhe und der Dämmstärke. Für eine Mindesteffizienz ist eine Dämmstärke von 60 mm nötig, als ideal gelten natürlich 120 mm. Diese sind aber in den üblicherweise eher niedrigen Kellerräumen selten realisierbar. Einen gewissen Spielraum haben Sie als Profi natürlich bei der Auswahl der Wärmeleitgruppe (WLG), denn eine 032er-Dämmplatte kann bei gleicher Dämmleistung natürlich dünner sein als eine 040er-Platte. Die Mehrkosten können Sie dem Kunden durch eine bessere Nutzbarkeit seines Kellers durchaus kommunizieren. Eine besondere Herausforderung bei der Kellerdeckendämmung stellt die oft vorhandene Verrohrung der Deckenunterseite dar. Bei 120 mm Dämmdicke lassen sich die meist 15 –20 mm dicken Wasserrohre noch gut durch entsprechende Ausklinkungen in den Platten integrieren. Bei kleineren Dämmstärken haben Sie die Möglichkeit, von beiden Seiten bis an die Rohre heran zu dämmen und die verbleibenden Hohlräume mit Mineralfaserstücken auszustopfen. Auch eine Dämmplatte unter die Dämmplatte (und über den Rohrverlauf) zu kleben ist eine Möglichkeit, wegen der gewöhnungsbedürftigen Optik aber dringend mit dem Bauherren abzustimmen. Die dritte Variante ist das „Spray on“-Verfahren, bei dem angefeuchtete Zelluloseflocken auf die gesamte Deckenunterseite aufgespritzt werden. So realisieren Sie bei stark verrohrten Decken eine gut geschlossene Dämmfläche. Aber: Dafür ist ein Spezialgerät nötig.

Stein- und Holzwolleplatten müssen in der Regel verklebt und verdübelt werden. (Bild: Knauf Insulation)

Stein- und Holzwolleplatten müssen in der Regel verklebt und verdübelt werden. (Bild: Knauf Insulation)

Bei den leichten EPS-Platten reicht ein zum System gehörender Klebeschaum als Befestigung aus. (Bild: Brillux)

Bei den leichten EPS-Platten reicht ein zum System gehörender Klebeschaum als Befestigung aus. (Bild: Brillux)

Darauf müssen Sie bei der Kellerdeckendämmung achten:

  • Die Deckenfläche muss gründlich von allen losen Teilen (Putz/Farbe) gereinigt werden. Schrauben, Nägel und vor allem Betonnasen müssen weg.
  • Wasserführende Rohre (warm und kalt) müssen entweder vorab selbst isoliert oder in die neue Dämmung integriert werden. Bei Kaltwasser-Kupferrohren bildet sich sonst Kondenswasser, das zur Korrosion führt. Der Keller wird durch die Dämmung kühler und die Rohre können einfrieren.
  • Die Übergänge zu den Wänden müssen sauber ausgedämmt werden. Bei ungeraden Verläufen sollten Sie die Fugen mit Mineralfasern stopfen. Ideal ist es, die Wände etwa 40– 50 cm tief mitzudämmen.
  • Gut ist, wenn die Fassaden- oder Perimeterdämmung auf der Kelleraußenwand bis etwa 50 cm unter die Kellerdecke reicht. Ist das nicht der Fall, weisen Sie den Bauherren auf diese Dämmlücke hin.
  • In die Fugen zwischen die Dämmplattendarf kein Kleber gelangen – er würde eine Wärmebrücke bilden. Ideal sind Dämmplatten mit Nut und Feder oder einer Stufenfalz.
  • Für Kellerräume, die als Wohnraum genutzt werden sollen, greifen Sie am besten auf Dämmplatten mit Sichtunterseite zurück– das spart spätere Überkopf-Spachtel- und Streicharbeiten.
  • Fehlt die Klebeeignung des Untergrundes, muss zusätzlich gedübelt werden.
  • Auf unbehandeltem oder verputztem Beton geht’s immer ohne Dübeln.

Betonnasen müssen komplett entfernt werden, um eine möglichst planebene Fläche zu erhalten. (Bild: Brillux)

Betonnasen müssen komplett entfernt werden, um eine möglichst planebene Fläche zu erhalten. (Bild: Brillux)

Die erste Reihe sollte exakt ausgerichtet werden, wenn keine spätere Oberflächenbehandlung erfolgt. (Bild: Brillux)

Die erste Reihe sollte exakt ausgerichtet werden, wenn keine spätere Oberflächenbehandlung erfolgt. (Bild: Brillux)

Der Weg der Wärme

Ein Einfamilienhaus im ungedämmten Zustand verliert Energie durch alle Außenflächen. Diese Grafik zeigt, durch welches Bauteil wie viel der Heizenergie verloren geht. Bei einer ungedämmten Kellerdecke entspricht der Verlust etwa 2 – 10 l Heizöl pro Quadaratmeter Grundfläche und Jahr. Bei einer Grundfläche von 80 m2 und einem angenommenen Heizölpreis von 82 Cent pro Liter gehen also zwischen 130 und 650 Euro pro Jahr verloren. Bei Investitionskosten von etwa 3.000 Euro plus Zinsen hat sich die Kellerdeckendämmung nach wenigen Jahren amortisiert. Damit ist sie die kosteneffizienteste Dämmart am Haus.

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