Maschinelles Spachteln Keyvisual

Maschinell spachteln: Fläche machen

Spätestens ab einer geforderten Qualitätsstufen Q4 ist handwerkliches Können allein nicht mehr ausreichend, um eine Fläche mit einem vertretbaren Zeitaufwand zu spachteln. Hier kommen Dünnputze zum Einsatz, die in Schichtstärken bis etwa ein Millimeter aufgetragen und abgezogen werden müssen. Viele Hersteller haben ihre Spachtelmassen so eingestellt, dass sie auch mit speziellen Airless-Maschinen auf die Wand gebracht werden können. „Airless“ heißt hier, dass der nötige Druck zum Spritzen luftlos durch eine Membranpumpe oder Kolbenpumpe aufgebaut wird. Durch diese Arbeitsweise soll bei den niedrigviskosen Beschichtungsstoffen wie Dispersionsfarben und Lacken der gefürchtete (und teure) Farbnebel weitestgehend verhindert werden. Zur größeren Wirtschaftlichkeit dieser Maschinen zählt nicht nur der Umstand, dass die Beschichtungsleistung höher ist als von Hand, sondern zumindest bis zu einer Raumhöhe von drei Metern auch keine Leitern oder Gerüste nötig sind.

Bei kleineren Flächen kommt der Fertigspachtel aus dem Eimer, aus dem das Airlessgerät die Masse heraussaugt. (Bild: Knauf PFT)

Bei kleineren Flächen kommt der Fertigspachtel aus dem Eimer, aus dem das Airlessgerät die Masse heraussaugt. (Bild: Knauf PFT)

Airless bedeutet, dass sich der störende und teure Farbnebel bei der Verarbeitung der niedrigviskosen Beschichtungen in Grenzen hält. (Bild: Knauf PFT)

Airless bedeutet, dass sich der störende und teure Farbnebel bei der Verarbeitung der niedrigviskosen Beschichtungen in Grenzen hält. (Bild: Knauf PFT)

Auch mit relativ kleinen Geräten kann die Beschichtungsleitung gegenüber Handarbeit deutlich erhöht werden. (Bild: Knauf PFT)

Auch mit relativ kleinen Geräten kann die Beschichtungsleitung gegenüber Handarbeit deutlich erhöht werden. (Bild: Knauf PFT)

Was sind die Voraussetzungen für das Spachteln mit Airless-Geräten?

Nicht alle Geräte auf dem Markt können Spachtelmassen problemlos verarbeiten. Bei hochviskosen Materialien (dazu gehören etwa auch Flammschutzbeschichtungen) hat sich die Kolbenpumpentechnik als leistungsfähiger erwiesen, da sie auch die dafür nötigen hohen Spritzdrücke bis zu 500 bar gewährleistet. Wichtig ist, dass auch das Zubehör wie Pistole und das Düsensystem auf die Verarbeitung von Spachtelmassen und diese Drücke ausgelegt sind. Von der Leistung hängt auch die maximale Schlauchlänge ab, in der höchsten Leistungsklasse sind hier 90 Meter möglich. Eine große Schlauchlänge trägt wesentlich zur Wirtschaftlichkeit des Airless-Spritzens bei, weil das Gerät weniger umgesetzt werden muss. Die Standardlänge der mitgelieferten Schläuche liegt bei 15 bis 30 Metern. Produktunabhängig werden dem Profi aber auch beheizbare Schläuche angeboten, denn eine so erwärmte Spachtelmasse braucht weit weniger Spritzdruck, was für die Verarbeitung und für die Lebensdauer des Geräts wesentlich günstiger ist. Auch das nachträgliche Einstellen der Viskosität mit einer nebelbildenden Verdünnung kann sich der Verarbeiter damit sparen.  Der Haken: Diese Schläuche sind mit Preisen um die 1.500 Euro leider sehr teuer. Abhängig von der jeweiligen Objektgröße kommt die (Dispersions-) Spachtelmasse direkt aus dem Gebinde oder auch aus einem Silo oder Container. Die guten Airless-Geräte können über Ansaugsysteme direkt daran angeschlossen werden.
Findige Hersteller wie Graco oder Wagner verpassen ihren Airless-Produkten allerlei nützliche Zusatzfunktionen. Für den Anwender in der Praxis sicherlich am interessantesten ist zum Einen die Möglichkeit der automatischen Reinigung des Gerätes und zum Anderen eine drahtlose Fernsteuerung. Einstellbar ist darüber der Spritzdruck, der je nach Untergrund auch mal variieren kann. Praktisch ist natürlich auch ein integrierter Schlauchaufroller.
Ein Airless-Gerät rechnet sich aufgrund der günstigen Einstiegspreise von unter 2.000 Euro auch für kleinere Unternehmen relativ schnell. Gegenrechnen muss man allerdings den erhöhten Aufwand zum Abkleben und Schützen von Flächen, die spachtelfrei bleiben soll. Wer als Generalist auch mit Farben und anderen Beschichtungen arbeitet, profitiert aber auf jeden Fall vom Einsatz dieser Geräte.

Der Schlauch zwischen Airlessgerät und Pistole muss an den maximalen Spritzdruck des Gerätes angepasst sein. (Wagner Group)

Der Schlauch zwischen Airlessgerät und Pistole muss an den maximalen Spritzdruck des Gerätes angepasst sein. (Wagner Group)

Das Gleiche gilt auch für die Düsentechnik der Pistolen. Zu hohe Drücke können den Düsen schaden. (Bild: Wagner Group)

Das Gleiche gilt auch für die Düsentechnik der Pistolen. Zu hohe Drücke können den Düsen schaden. (Bild: Wagner Group)

Diese Spachtelmassen sind für die Airless-Geräte geeignet:*

  • bito Maschinenspachtel MS 108
  • Brillux Airless-Spachtel 1885 und 1890
  • Caparol Akkordspachtel KF
  • Diesco Akkordspachtel Airless
  • Dinova Airless-Spritzspachtel ELF
  • GIMA AIRLESS SPRITZSPACHTEL
  • Herbol Spritzspachtel Airless
  • Knauf Sheetrock Super Finish
  • maxit Airless-Spritzspachtel G
  • METYLAN RENOMUR FERTIGSPACHTEL
  • Murexin Airless Spritzspachtel Durapid AS 30
  • Palmcolor Airless Spritzspachtel D5
  • ProfiTec P 590 Spritzspachtel
  • pufamur Finish-Spachtel RAK 3
  • Relius Spritzspachtel Fein
  • Rigips ProMix Airless F
  • SIGMA Spritzspachtel
  • StoLevell In AS
  • Tex-Color Spritzspachtel Airless
  • Zero Airless Feinspachtel
  • 605 Megamur Airless Spachtel leicht und Feinspachtel
  • 606 Megamur Airless

* ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Spachtelgeräte funktionieren nicht nur auf der Fläche

Was Airless für die Flächenspachtelung ist, ist TapeTec für die Fugenspachtelung. Die unter der Bezeichnung ATF („Automatic Tape- and Finishing Tools“) verkauften Werkzeuge dienen dazu, die Plattenfugen in einem Arbeitsgang mit Spachtelmasse und einem Papierbewehrungsstreifen zu versorgen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen weiteres Zubehör entwickelt, mit dem auch Innen- und Außenecken bearbeitet werden können. Auch der zweite Spachtelgang (Finish) und das Verspachteln von Schraublöchern sind mittlerweile mit jeweils eigenen Geräten möglich. Nach Herstellerangabe sind die Geräte so kalibriert, dass für jede Anwendung automatisch die richtige Menge Spachtelmasse appliziert wird. Über eine Ladepumpe wird dem Gerät permanent das Material nachgeliefert, die dieses gebrauchsfertig aus dem Eimer entnimmt. Alternativ kann aber auch hier eine elektrische Pumpe („Continuos flow“) angeschlossen werden, um die Geräte permanent mit frischer Spachtelmasse zu versorgen. Wer als Anwender alle ATF-Geräte in seinem Werkzeugpark haben will, braucht anschließend viele Kilometer Fugen, um den Kaufpreis wieder einzuspielen. Die TapeTec-Grundausstattung schlägt bei der Anschaffung mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Laut Hersteller und Erfahrungsberichten der Anwender soll bei entsprechend geübtem Umgang mit dem Werkzeug allerdings eine Arbeitszeitersparnis von über 60 % möglich sein, was das Ganze schon wieder attraktiv macht. Der obligatorische erhöhte Reinigungsaufwand für die Geräte ist in dieser Rechnung schon berücksichtigt.

Schneller als mit dem Glätter werden in einem Arbeitsgang die Plattenfugen
gefüllt und die Papierbewehrungsstreifen eingelegt. (Bild: TapeTec)

Schneller als mit dem Glätter werden in einem Arbeitsgang die Plattenfugen
gefüllt und die Papierbewehrungsstreifen eingelegt. (Bild: TapeTec)

Die Feinspachtelung der vorgespachtelten Fugen kann ebenfalls mit einem Gerät erfolgen. (Bild: TapeTec)

Die Feinspachtelung der vorgespachtelten Fugen kann ebenfalls mit einem Gerät erfolgen. (Bild: TapeTec)

Für die Schraubenköpfe gibt es ebenfalls einen Spachtelvorsatz, was vor allem bei großen Höhen ein Vorteil ist. (Bild: TapeTec)

Für die Schraubenköpfe gibt es ebenfalls einen Spachtelvorsatz, was vor allem bei großen Höhen ein Vorteil ist. (Bild: TapeTec)