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Multifunktionswerkzeuge – Das große Zittern

Sie sägen, schleifen, trennen, schaben und fräsen fast alles, was ihnen vor das Einsatzwerkzeug kommt. Holz, Metall und Kunststoff können alle, auch die zementären Fliesenfugen bereiten den oszillierenden Multifunktionswerkzeugen keine nennenswerten Probleme. Die sind überall da gefragt, wo Feinarbeit auf kleinem Raum gefragt ist. In Ecken können Multifunktionswerkzeuge schleifen, kleine Ausschnitte herstellen oder einzelne Fliesen aus dem Verbund herausfräsen. Jedem Handwerker sind solche Problemfälle schon untergekommen – für uns Grund genug, Ihnen die kleinen Helferlein genauer vorzustellen.

Das Funktionsprinzip eines Multifunktionswerkzeugs

Der korrekte Name der Geräte lautet „oszillierende Multitools“ (zur Unterscheidung von den Handwerkzeugen wie dem „Leatherman“, die ebenfalls unter dem Label „Multitool“ verkauft werden), was ganz einfach auf die Funktionsweise der Multifunktionswerkzeuge schließen lässt. Beim Oszillieren schwingt das Einsatzwerkzeug etwa 20.000 Mal pro Sekunde in einem Winkel von maximal drei Grad hin und her. Das reicht, um mit dem richtigen Einsatzwerkzeug feine Schnitte ebenso schnell zu erledigen wie lästige Schabarbeiten. Übrigens ist das Oszillationsprinzip bei diesen Geräten eine Erfindung der Firma Fein, die schon 1967 mit ihrem ersten „Fein Schleifer“ ein Multifunktionswerkzeug mit Zubehör auf den Markt brachte. Mit der Entwicklung von weiteren Einsatzwerkzeugen wurde aus dem Schleifer der „Multimaster“, der bis zum Auslaufen des Patents 2007 eine Alleinstellung innehatte.

Die Einsatzwerkzeuge eines Multifunktionstools

Als Haltevorrichtung für die Einsatzwerkzeuge dient bei allen Geräten eine einfache Schraube. Gegen das Verdrehen der Werkzeuge beim Arbeiten haben sich vor einiger Zeit die Systeme von Fein (sternförmiger Kranz) und Bosch (Haltestifte) durchgesetzt – die allermeisten Anbieter nutzen eines dieser beiden Prinzipien. Der Vorteil: Die Einsatzwerkzeuge von Fein und Bosch passen auf nahezu alle Konkurrenten. Der Werkzeugwechsel geht in der Regel mit einem Inbusschlüssel vonstatten, Fein bietet den Multimaster mit einem werkzeuglosen Wechsel an. Bei den professionellen Bosch-Geräten (blau) sind die Werkzeuge mittlerweile durch einen einfachen Klick-Mechanismus am Multifunktionswerkzeug zu fixieren.
Die Auswahl an Werkzeugen ist bei den billigeren Geräten eher eingeschränkt, oft werden ganze Sets für unter 30 Euro angeboten. Wer wie Profis auf eine hohe Standzeit der Multitools beim Sägen, Schaben und Fräsen angewiesen ist, muss diesen Betrag schon mal für ein einziges Werkzeug ausgeben. Das macht sich letztlich nur für Vielnutzer bezahlt.

Viele Multifunktionswerkzeuge lassen sich werkzeuglos über Spannhebel mit den Einsatzwerkzeugen bestücken. (Bild: Black & Decker)

Viele Multifunktionswerkzeuge lassen sich werkzeuglos über Spannhebel mit den Einsatzwerkzeugen bestücken. (Bild: Black & Decker)

Zur Aufnahme von Schleifmitteln muss eine Grundplatte eingespannt werden, die Fixierung der Schleifscheiben erfolgt über Klettbelag. (Bild: Dremel)

Zur Aufnahme von Schleifmitteln muss eine Grundplatte eingespannt werden, die Fixierung der Schleifscheiben erfolgt über Klettbelag. (Bild: Dremel)

Mit dem entsprechenden Zubehör lassen sich Multitools zu stationären Werkzeugen umbauen, wenn es besonders präzise werden muss. (Bild: Fein)

Mit dem entsprechenden Zubehör lassen sich Multitools zu stationären Werkzeugen umbauen, wenn es besonders präzise werden muss. (Bild: Fein)

Die Qualitätsmerkmale:

Zu den wichtigsten Qualitätsgaranten gehören bei einem oszillierenden Multifunktionswerkzeug das Zubehör und der möglichst einfache Werkzeugwechsel. Nicht zu unterschätzen ist auch die Geräuschentwicklung bei der Arbeit. Hier treten zwischen den Billigheimern aus Asien und den Markenprodukten die deutlichsten Unterschiede auf. Grundsätzlich gehört ein Gehörschutz immer dazu. Eine Drehzahlvorwahl ist für das Schneiden bestimmter Materialien von Vorteil, das bieten leider nicht alle Geräte. Das gilt auch für die Staubabsaugung. Nicht zuletzt muss so ein Gerät gut und bequem in der Hand liegen, schließlich kann sich die Arbeit damit auch mal hinziehen. Die Frage, ob Sie ein Multitool elektrisch übers Netz oder via Akku betreiben wollen, ist vor allem eine Frage Ihres Aktionsradius’ – hier müssen Sie bei manchem Hersteller mit erheblichen Preisunterschieden rechnen.

Akku-Multitools bieten modernste Technik wie Lithium-Ionen-Akku und einen bürstenlosen Motor. Sie sind deutlich teurer als kabelgebundene Geräte. (Bild: Bosch)

Akku-Multitools bieten modernste Technik wie Lithium-Ionen-Akku und einen bürstenlosen Motor. Sie sind deutlich teurer als kabelgebundene Geräte. (Bild: Bosch)

Kabelgebundene Geräte liegen etwas besser in der Hand, weil der mitunter schwere Akku fehlt. (Bild: Bosch)

Kabelgebundene Geräte liegen etwas besser in der Hand, weil der mitunter schwere Akku fehlt. (Bild: Bosch)

Autor:

Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild: Dremel
 

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