Ausgleichsmassen

Nivellierspachtelmassen: Läuft wie von selbst

Mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse ist ein Problemboden innerhalb weniger Stunden spiegelglatt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Zement- oder Calciumsulfatbasis?

Als Bindemittel für eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse sind die Unterschiede zwischen Zement und Calciumsulfat durchaus bemerkenswert. Letztere härten spannungsärmer aus als zementgebundene Massen, sind aber nicht oder nur mit einer Abdichtung im Nassbereich einsetzbar. Für bestimmte Untergründe wie Gussasphalt- oder Calciumsulfatestriche sind die CA-Ausgleichsmassen besser geeignet, auch die Druckfestigkeit nach 28 Tagen ist in der Regel höher als bei den zementären Massen. Mit beiden Bindemittelarten lassen sich mittlerweile kürzeste Aushärtezeiten erreichen, je nach Schichtdicke wird die Begehbarkeit nach ein bis zwei Stunden, die Belegreife nach 24 Stunden erreicht. Bei der Verlegung von dampfdichten Bodenbelägen wie etwa PVC darf die maximale Restfeuchte bei 2,5 Gewichtsprozent liegen, was gegebenenfalls durch eine CM-Prüfung zu verifizieren ist. Die an sich wünschenswerte schnelle Aushärtung der Ausgleichsschicht hat allerdings zur Folge, dass die meisten Produkte eine relativ kurze Verarbeitungszeit von maximal 20-30 Minuten aufweisen. Mit beiden Varianten sind Schichtdicken von bis zu 50 mm in einem Arbeitsgang möglich.

Muss die Grundierung für eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse unbedingt sein?

Der feste Verbund mit dem Unterboden ist eine Funktionsvoraussetzung – auch für eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse. Dementsprechend wichtig ist eine sorgfältige Grundierung, bevor die Ausgleichsmasse aufgetragen wird. Bei den kritischen Untergründen Holzdielen oder OSB-Verlegeplatten muss die Grundierung das Holz auch gegen die Feuchteeinwirkung der Ausgleichsmasse schützen, da es sonst durch die spätere Trocknung zu horizontalen Abrissen zwischen Spachtelung und Untergrund kommen kann. Das gilt auch, wenn eine zementgebundene Ausgleichsmasse auf einem Calciumsulfatestrich zum Einsatz kommt: Hier besteht die Gefahr, dass durch das Anmachwasser die obere Estrichzone aufweicht und es zu Haftverbundschäden kommt. Grundierungen auf Epoxidharzbasis sind hier erste Wahl, aber auch andere Reaktionsharz-Grundierungen mit einer anschließenden Quarzsandabstreuung sorgen für die nötige Absperrung und eine optimale Haftung.

Soll ein Holzdielenboden gespachtelt werden, sind zunächst die Dielen selbst mit Schrauben zu fixieren. Eine höhere Zugkraft erreichen Sie, wenn Sie Schrauben mit Teilgewinde einsetzen.

Soll ein Holzdielenboden gespachtelt werden, sind zunächst die Dielen selbst mit Schrauben zu fixieren. Eine höhere Zugkraft erreichen Sie, wenn Sie Schrauben mit Teilgewinde einsetzen.

Eine sorgfältige Grundierung bis in die Ecken rein sorgt für einen dauerhaften Verbund. Für Zementestriche reicht ein Tiefengrund, Calciumsulfatestriche müssen abgedichtet werden.

Eine sorgfältige Grundierung bis in die Ecken rein sorgt für einen dauerhaften Verbund. Für Zementestriche reicht ein Tiefengrund, Calciumsulfatestriche müssen abgedichtet werden.

Auf allen Holzuntergründen ist darauf zu achten, dass kein Anmachwasser ins Holz eindringen kann. Auf alten Parkettböden reicht oft die vorhandene Versiegelung aus.

Auf allen Holzuntergründen ist darauf zu achten, dass kein Anmachwasser ins Holz eindringen kann. Auf alten Parkettböden reicht oft die vorhandene Versiegelung aus.

Was sind die häufigsten Fehler?

Der häufigste Fehler ist die Überwässerung der Masse in der Hoffnung und Wahrnehmung einer besseren Fließfähigkeit der Masse. Der Schein trügt zwar nicht, allerdings: Durch das überschüssige Anmachwasser werden die leichten (Additive) und schwereren Bestandteile(Zuschlagssand) des Mörtels nahezu entmischt, eine stark verzögerte Trocknung und Rissbildung sind die Folge. Eine ebene Oberfläche ist mit zu dünner Masse kaum zu erreichen. Zweiter Fehler ist die mangelhafte oder ganz  fehlende Trennung der Spachtelfläche von aufgehenden Bauteilen. Starre Verbindungen zu den Wänden führen zu hohen Spannungen in der Fläche und zu einer erheblichen Verminderung der Trittschalldämmung des darunterliegenden Estrichs. Die Verbindung ist ganz einfach durch den Einbau eines umlaufenden Randdämmstreifens zu verhindern. Am Übergang vom Boden zu den Wänden muss der dicht sein, damit die Spachtelmasse nicht hinter den Streifen laufen kann.

Eine Vorspachtelung vor allem der Ecken hält den Trennstreifen sauber an der Wand und verhindert, dass die Spachtelmasse durch vorhandene Fugen ausläuft.

Eine Vorspachtelung vor allem der Ecken hält den Trennstreifen sauber an der Wand und verhindert, dass die Spachtelmasse durch vorhandene Fugen ausläuft.

Den optimalen Verlauf der Masse können Sie mit einem Glätter unterstützen. Mit ihm lassen sich auch eventuell nicht verrührte kleine Pulvernester auflösen.

Den optimalen Verlauf der Masse können Sie mit einem Glätter unterstützen. Mit ihm lassen sich auch eventuell nicht verrührte kleine Pulvernester auflösen.

Zum Entlüften von frischen Ausgleichsmassen mit geringen Schichtdicken brauchen Sie nicht unbedingt die Schwabbelstange, es reicht hier auch ein grober Besen.

Zum Entlüften von frischen Ausgleichsmassen mit geringen Schichtdicken brauchen Sie nicht unbedingt die Schwabbelstange, es reicht hier auch ein grober Besen.

 

Autor:
Ulrich Wolf
AUSBAUPRAXIS