Wand wie Schrank

Wand wie Schrank

Zug um Zug etabliert sich der Trend in der Innenarchitektur, die Trennung von Raum-begrenzender Wand und davor gestellter Möblierung aufzuheben. Die Wand wird dabei durch zum Möbel und vergrößert die nutzbare Fläche im Raum, da Schränke und Sideboards entfallen. Voraussetzung für eine solche Raumgestaltung ist die flächenbündige Integration von Holz- oder Gipskästen in die Ständerwände, denn nur die doppelschalige Wand bietet dafür eine die Option

Die glatte Oberfläche der Wand aufzubrechen und Nischen in die Wände zu bauen, geschieht mithilfe von Kästen aus mitteldichten Faserplatten (MDF), die anschließend mit einer Hartgipsplatte bekleidet werden. Um eine nahtlose Verbindung zwischen MDF und Gipsplatte zu schaffen, wird ein Falz in die Holzfaserplatte eingelassen und ein Kantenprofil über Eck eingespachtelt.

  • Wandnischen Bild1

    Hier ist die Wandnische eine Sonderkonstruktion, die mit einer MDF-Platte und einer Hartgipsplatte gebaut wurde. (Bild: Rigips)

Neu ist das System eines Ausbauunternehmens aus Gelsenkirchen (Fa. Trel). Es besteht aus vorgefertigten Holzbausätzen, die als Paket vom Fachhandel bezogen werden können.  Das Zusammenbauen der Elemente stellt für einen Profi kein Problem dar: Der gefaltet angelieferte Bausatz wird aufgeklappt und bekommt durch das Aufschrauben der Rückwand Stabilität.

  • Wandnischen Bild2

    (Bild: T+A Trockenbau und Ausbau)

Das eigentliche Know-How dieses Systems besteht in der Befestigungstechnik. Der Haltemechanismus der Box besteht aus einem Bügel, der in das CW-Profil eingreift und mit Hilfe einer Schraube an den Ständer gedrückt wird. Je nach Größe des Elementes werden an jeder Seite in oder zwei Befestigungselemente verschraubt. An beiden Seiten der Box sind zwei auf die Ständerwand abgestimmte Nuten eingefräst, in die das Profil eingreift und die automatisch für den richtigen Abstand der Box zur Wandvorderkante sorgen.

Die Elemente gibt es in unterschiedlichen Breiten. Für Boxen mit geringerem Abstand wird zusätzlich ein weiteres CW-Profil in die Wand eingestellt. Prinzipiell lässt sich der komplette Wandhohlraum in Ständerwerksbreite nutzen. Als Trockenbauunternehmen hat man darauf geachtet, dass das Einbau-Element in jede Ständerwand passt und mit Trockenbau-Know-how montiert werden kann. Es schließt bündig an die Gipsbauplatte an und kann problemlos mit handelsüblichem Spachtel gespachtelt werden. Die Elemente gibt es in unterschiedlichen Breiten. Für Boxen mit geringerem Abstand wird zusätzlich ein weiteres CW-Profil in die Wand eingestellt.

  • Wandnischen Bild3

    Im Dachgeschoss. Das System ist auf 62,5 cm Abstand geeicht. Werden schmalere Einbausätze benutzt, wird ein zusätzliches CW-Profil benutzt. 120 cm breite Elemente sind ebenfalls verfügbar. (Bild: T+A Trockenbau und Ausbau)

Holzboxen, die in Ständerwände eingesetzt werden sind gab es auch in der Vergangenheit schon. Aber sie blieben Sonderanfertigungen (s.o.). Der neue Bausatz hat den Vorteil, dass jeder Handwerker die Bausätze zusammen mit dem restlichen Trockenbau-Material über den Fachhandel bestellen kann.

Mit Hilfe solcher Bausätze ist es dem Ausbau gelungen, die Wand funktional aufzuwerten, indem ihre Oberfläche nicht lediglich eine Raumbegrenzung darstellt, sondern sie zu einem innenarchitektonischen Element wird.

Autor:

Klaus Köpplin
Redaktion www.ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: Rigips

 

20. November 2020

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