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PVC und Linoleum: Elastische Lösungen für Bad und Co

Die Charakteristik von PVC

PVC oder Linoleum? Beide Bodenbelege haben ihre Vorzüge und Nachteile – sie werden hier genauer beschrieben. PVC-Böden sind zwar nur zwischen zwei und vier Millimeter dick, wirken aber trotzdem leicht schall- und wärmedämmend. Der Gehkomfort ist gegenüber harten Belägen wie Laminat und Parkettdielen deutlich angenehmer. In privaten Gebäuden sind CV-Beläge eine kostengünstige und sauber zu verlegende Alternative zu den Bodenfliesen im Bad, sie sind nämlich wasserfest und beständig gegen Seifen und sonstige Chemikalien. Diese Dichtigkeit weist ein PVC-Boden aber leider auch gegen Dampfdiffusion auf. Hier hat PVC Nachteile: Erdberührende Bodenplatten müssen deshalb vor der Verlegung abgesperrt werden, damit sich zwischen Estrich und PVC-Belag keine aufsteigende Feuchtigkeit sammelt. Bei Estrichen muss die Verlegereife durch eine CM-Messung belegt werden.

Die hohe Strapazierfähigkeit des Bodenbelags beruht auf der hochverdichteten Oberfläche, die bei einigen Herstellern zusätzlich mit einer dünnen PU-Schicht überzogen ist. Da PVC Farbe gut annimmt, bieten die Hersteller eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Farben und Dekoren an.

In der DIN 4102 („Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen“) sind PVC-Beläge als schwer entflammbar (B1) eingestuft. Brennen können sie aber trotzdem, dabei entstehen zum Teil hochgiftige Gase. Womit wir auch schon beim Thema Ökologie wären: Da bei der PVC-Produktion Weichmacher eingesetzt werden, kann es während der Nutzungsdauer zur „Migration“ dieser Teilchen kommen. Entgegen der landläufigen Meinung „gasen“ oder „dünsten“ PVC-Böden aber nicht aus. Die schwerflüchtigen Weichmacher-Teilchen lagern sich an andere Teilchen, etwa dem Hausstaub, an und werden so regelmäßig entsorgt.

Im Übrigen sind PVC-Bodenbeläge mittlerweile zu 100 Prozent recycelbar. Ausnahme: Beläge mit Asbestrücken, die bis etwa Mitte der 80er Jahre verlegt wurden.

Die Charakteristik von Linoleum

Im Vergleich zu PVC ist Linoleum der ältere Bodenbelag und wurde nach dem Krieg häufig in öffentlichen Gebäuden als Bodenbelag eingesetzt. Die Linoleum-Vorteile: Hauptargument für einen Linoleumboden ist die äußerst hohe Lebensdauer ohne nennenswerte Abnutzung der Oberfläche (richtige Pflege vorausgesetzt). Die zwei bis vier Millimeter dicken Bahnen punkten vor allem hinsichtlich der Ökologie, denn 80 Prozent der Rohstoffe sind erstens nachwachsend und zweitens biologisch abbaubar. Die Oberfläche wirkt antibakteriell und ist in gewissem Umfang diffusionsoffen. Das verhindert einerseits die statische Aufladung, macht den Belag aber andererseits fürs häusliche Bad gänzlich ungeeignet – hier hat Linoleum Nachteile. Dazu gehört auch, dass Linoleum keine stark alkalischen Stoffe (ab einem pH-Wert von 9) verträgt.

PVC und Linoleum werden nach der DIN 4102 in die B1-Kategorie eingestuft.

Die Farbvielfalt der Linoleumböden entspricht in etwa der bei den PVC-Böden, die Farbigkeit ist allerdings nicht ganz so brillant.

Eine Besonderheit des Linoleums gegenüber dem PVC ist der sogenannte Reifeschleier. Dabei handelt es sich um Farbverschiebungen auf der Oberfläche, die durch unterschiedliche Lichteinwirkung vor und während der Verlegung hervorgerufen werden. Die Farbverschiebungen verschwinden innerhalb der ersten drei Wochen wieder, ebenfalls durch die Raumbeleuchtung und das natürliche Sonnenlicht. Der Reifeschleier ist kein Mangel. Erst wenn er nach drei Wochen unverändert sichtbar ist, kann der Kunde reklamieren.

Heterogene Bodenbeläge aus PVC bestehen aus mindestens zwei Schichten. Die unteren Trägerschicht hat einen hohen Anteil an Füllstoffen (20 bis 40 Prozent), die dünnere Oberschicht einen hohen PVC-Anteil (40 bis 60 Prozent). (Bild: Tarkett)

Heterogene Bodenbeläge aus PVC bestehen aus mindestens zwei Schichten. Die unteren Trägerschicht hat einen hohen Anteil an Füllstoffen (20 bis 40 Prozent), die dünnere Oberschicht einen hohen PVC-Anteil (40 bis 60 Prozent). (Bild: Tarkett)

Linoleum ist eine homogene Masse, die auf eine Trägerbahn (Jute) gewalzt und dann getrocknet wird. Die Festigkeit des Linoleums ist auf das enthaltene Leinöl zurückzuführen. (Bild: Tarkett)

Linoleum ist eine homogene Masse, die auf eine Trägerbahn (Jute) gewalzt und dann getrocknet wird. Die Festigkeit des Linoleums ist auf das enthaltene Leinöl zurückzuführen. (Bild: Tarkett)

Verarbeitungstipps für PVC-Bahnenware:

  • Der Untergrund muss rissfrei, trocken, eben und saugfähig sein. Nichtsaugende Untergründe mindestens 2 Millimeter spachteln.
  • PVC-Bahnen locker aufgerollt mindestens 48 Stunden akklimatisieren lassen.
  • Mindesttemperaturen: Untergrund 15 Grad C, Raum 18 Grad C
  • Grundsätzlich sollten PVC-Beläge in allen Räumen vollflächig fixiert werden, auch in solchen unter 20 Quadratmeter Grundfläche.
  • Genaue Infos zu den einsetzbaren Klebern/Fixierern unter www.klebstoffe.com
  • Nach dem Zuschnitt der Bahnen wird zunächst die erste Hälfte aufgeklappt und dann in den frischen Kleber blasen- und hohlraumfrei eingedrückt. Nach Trocknung folgt die zweite Hälfte.
  • Die PVC-Nähte werden mit einem Kaltschweißmittel abgedichtet. Für die Typ A-Verklebung (ohne Fuge) muss ein Doppelnahtschnitt durchgeführt werden.

Infos unter www.mueller-pvc-naht.de

Verarbeitungstipps für Linoleum-Bahnenware:

  • Der Untergrund muss rissfrei, trocken, eben und saugfähig sein. Nichtsaugende Untergründe mindestens 2 Millimeter spachteln.
  • Zugeschnittene Linoleumbahnen locker aufgerollt und stehend im Raum mindestens 48 Stunden akklimatisieren lassen.
  • Mindesttemperaturen: Untergrund 15 Grad C, Raum 18 Grad C
  • Genaue Infos zu den einsetzbaren Klebern unter www.klebstoffe.com
  • Bei Räumen unter 5,0 Metern Länge zunächst etwa Dreiviertel der Bahnenlänge vollflächig verkleben, den Rest am Kopfende erst nach der Klebertrocknung einpassen und ebenfalls kleben.
  • Bei längeren Bahnenlängen als 5,0 Meter zunächst die ersten zwei Meter verkleben und trocknen lassen, dann die Restbahn verkleben.
  • Der Schmelzdraht für die Nahtverklebung wird erst nach der Klebertrocknung mit Handschweißgerät oder Schweißautomat eingebracht.
     

Autor

Ulrich Wolf
Redaktion Ausbaupraxis

Teaserbild und Keyvisual: Tarkett
 

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