Spanndecken: Gestalten Sie Decken on top

Die Idee ist so simpel wie genial: Statt an einer tragenden Unterkonstruktion oder Massen von Abhängern halten sich Spanndecken allein an rundum montierten Profilleisten unter der Decke. Der Montageaufwand ist so gering, dass selbst Deckenflächen von 30 bis 35 qm an einem Arbeitstag „bespannt“ werden können. Aus Sicht des privaten Bauherrn sind Spanndecken eine Möglichkeit, die alten holz- oder Paneel-vertäfelten Decken ohne Abbruch- oder Umbauarbeiten optisch verschwinden zu lassen. Ein schlichtes Weiß ist daher die am meisten eingebaute Farbvariante, zumal es in diesen Fällen vorrangig um eine bessere Ausbeute des vorhandenen Lichts geht.

Spanndecken, digital bedruckt

Aber Spanndecken können gestalterisch mehr als Räume aufhellen. Der Digitaldruck hat auch hier Einzug gehalten, mittlerweile ist jedes Motiv auf die Decke oder auch die Spannwände zu bringen. Der deutsche Generalimporteur für Clipso-Gewebebahnen, Spanndecken Baumann, bietet Verarbeitern einen Zugang zu der Microstock-Agentur Fotolia, bei der über 15 Millionen Bilder für den Druck aufs Tuch zur Auswahl stehen. Aufgrund der Bahnenbreite bis 5,10 m und einer Endloslänge trüben bei den Textildecken keine Fugen die Freude am gewählten Motiv. Als Randanschluss sind dichte Ausführungen genauso möglich wie eine umlaufende Schattenfuge. Wird das Deckenmaterial in lichtdurchlässiger Form gewählt, können sich aus einer flächigen  Hinterleuchtung und dem aufgedruckten Motiv sehr schöne Deckenbilder zaubern lassen. Zum Einsatz kommt hier moderne RGB-LED-Technik, die in Form von schmalen Streifen an die Unterdecke oder an die Wände geklebt oder gedübelt werden.

Die Einbindung von einzelnen Lichtelementen wie Spots oder Hängeleuchten ist zwar grundsätzlich überall möglich, will vor dem Einbau der Decke aber genau geplant sein. Die entsprechenden Befestigungselemente sind vorab an der Unterdecke zu montieren, das Gleiche gilt für die Stromverteilung. Spanndecken können durch den Verarbeiter zu Revisionszwecken innerhalb weniger Stunden ab- und wieder aufgehängt werden. Auch das nur teilweise Herausnehmen aus den Wandprofilen lassen die Systeme zu, zum Beispiel um defekte Leuchtmittel auszutauschen. Allerdings gilt das nicht für die Gewebedecke, sondern nur für die Lackspanndecken.

Das ist mit Spanndecken möglich

Das Integrieren von Leuchtelementen ist bei Spanndecken kein Problem, muss aber vor der Montage genau geplant werden.
(Foto: Spanndecken Baumann)

Das Integrieren von Leuchtelementen ist bei Spanndecken kein Problem, muss aber vor der Montage genau geplant werden.
(Foto: Spanndecken Baumann)

Mit textilen Spannelementen versehene Deckensegel wirken akustisch als guter Schallabsorber.
(Foto: Spanndecken Baumann)

Mit textilen Spannelementen versehene Deckensegel wirken akustisch als guter Schallabsorber.
(Foto: Spanndecken Baumann)

Bespannt werden können auch Wände, besonders in Verbindung mit Digitaldruck eine attraktive Lösung. 
(Foto: Spanndecken Baumann)

Bespannt werden können auch Wände, besonders in Verbindung mit Digitaldruck eine attraktive Lösung.
(Foto: Spanndecken Baumann)

Spanndecken: Unterschiedliche Materialien, unterschiedliche Optik

Auf dem Markt haben sich die Spanndecken in zwei Ausführungen durchgesetzt. Bei den textilen Spanndecken handelt es sich bei den hochwertigen Varianten um PU-beschichtetes Polyestergewebe, die bis zu einer Breite von 5,10 m hergestellt werden. Auf Spannung gebracht wird die passgenau zugeschnittene Gewebedecke dadurch, dass es von Hand mit einem speziellen Spachtel in ein umlaufend montiertes Kunststoffprofil eingedrückt wird. Das leicht elastische Material zieht sich nach und nach glatt. Selbst komplexe geometrische Raumgrundrisse sind auf diese Art zu bewerkstelligen. Besonderheiten wie Balken, Simse oder Stuck(zier)elemente sind gut in die Gesamtfläche einzubinden. Textile Spanndecken sind matt oder transluzent, farbig, bedruckt und flächig oder partiell hinterleuchtet – bei einigen Herstellern sind sie sogar mit Dispersionsfarben überstreichbar.

Bei den Lackspanndecken handelt es sich um wasserdichte und reißfeste PVC-Weichfolien auf Polymerbasis. Obwohl es auch hier matte Varianten gibt, werden Lackspanndecken hauptsächlich dann eingesetzt, wenn hohe Glanz- oder Spiegelungseffekte gefragt sind. Mit einem Reflexionsgrad von über 97% können sie niedrige Räume visuell höher erscheinen lassen. Die Bahnbreiten liegen zwischen 1,50 und 2,0 m, für größere Räume müssen die Bahnen miteinander verschweißt werden. Was die Gestaltungsmöglichkeiten wie Farbe oder Licht angeht, liegen textile Spanndecken und PVC-Spanndecken gleichauf, die Montage funktioniert bei letzteren aber komplett anders. Auch hier sind Wandprofile die tragenden Elemente, die Folie selbst wird aber etwa 5% in jeder Richtung kleiner gefertigt als die Raummaße, deshalb ist bei Lackspanndecken ein penibles Aufmaß essentiell wichtig. Durch starke Erwärmung des Raumes auf etwa 60 bis 65° C mittels eines Heizstrahlers wird die Folie weich und dehnbar, sie wird dann zunächst diagonal und dann über die Seiten in die Profile eingearbeitet. Wenn die Raumtemperatur wieder auf die üblichen Werte sinkt, schrumpft die Folie und zieht sich glatt.
Für den Innenausbau bieten beide Arten von Spanndecken ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum bei relativ überschaubarem Montageaufwand.

 

Autor:
Ulrich Wolf
AUSBAUPRAXIS