Steckbrief Gebäudeschadstoffe künstliche Mineralfaser Keyvisual

Schadstoffsteckbrief: Künstliche Mineralfasern (KMF)

Eine KMF-Dämmung besteht in der Regel aus Glas und Gestein. Sie ist unbrennbar, weitgehend hitzebeständig und spinnbar. Verwendet werden KMF vor allem in Mineralwolle, in Form von Platten zur Wärme- und Schallisolierung. Gefährlich ist vor allem die „alte Mineralwolle“, die bis zum Jahr 2000 verwendet wurde. Aber auch die „neue Mineralwolle“ ist ein Gebäudeschadstoff und birgt ernsthafte gesundheitliche Gefahren in sich.

Hier kommen künstliche Mineralfasern vor

Mineralwolle-Platten zur Wärme- und Schallisolierung an Fassaden, Innenausbauten, in Dächern, in Schnüren, Spritzisolierungen und anderen technischen Isolierungen, in Gipsplatten, Glasfasertapeten, Hitzeschutztextilien und Zementprodukten.

Künstliche Mineralfasern als Gebäudeschadstoffe: Risiken einschätzen

Künstliche Mineralfasern lösen vor allem Lungenkrebs aus, weil sie ähnlich wie Asbest in der Lunge nicht abgebaut werden können. Außerdem ist bei direktem Kontakt mit Atemwegsreizungen sowie mit Hautreizungen und damit verbundenem Juckreiz zu rechnen. In Einzelfällen lösen KMF Allergien aus. „Neue Mineralwolle“ kann große Mengen an Formaldehyd an die Raumluft abgeben, das von der EU als krebserzeugend eingestuft wurde.

Alte von neuer Mineralwolle unterscheiden

Auf der Baustelle lässt sich „neue“ von „alter“ Mineralwolle nur unterscheiden, wenn die eingebauten Produkte eine Kennzeichnung mit dem RAL-Gütezeichen tragen. Weil sich das Label aber selten noch auf den Baustoffen befindet, muss in der Regel von „alter Mineralwolle“ ausgegangen werden. Danach sind dann auch die Schutzmaßnahmen gegen diesen Gebäudeschadstoff auszuwählen!

So schützen Sie sich auf der Baustelle vor KMF

Arbeiten an „alter Mineralwolle“ sind in Deutschland nach TRGS 521 (Technische Regeln für Gefahrstoffe – Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle) nur unter besonderen Schutzmaßnahmen und Beachtung weiterer Vorgaben erlaubt. Diese finden sich in der TRGS 521 zum Download.

Schutzmaßnahmen für den Umgang mit neuer Mineralwolle sind in der TRGS 500 geregelt und aufgelistet.

 

Cover Schadstoffe im BestandDie Informationen in diesem Beitrag basieren auf einer ausführlichen Übersicht über die häufigsten Gebäudeschadstoffe aus Schadstoffe im Baubestand von Hans-Dieter Bossemeyer, Stephan Dolata, Uwe Schubert und Dr. Gerd Zwiener.

 

 

 

 

Autorin:

Pauline John
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild:  Dr. Marx GmbH