Steinchenteppich Keyvisual

Teppich aus Stein

Oft sind die Kundenwünsche mehr als anspruchsvoll: Der alte Fliesenbelag ist nicht mehr gewünscht, ein neuer soll her, aber bitte ohne zeit-, staub- und kostenaufwändiges Herausschlagen der keramischen Brüder. Für Sie als Auftragnehmer ein heikles Unterfangen, denn auf alten Fliesen sind maximal neue Fliesen ohne erwartbare Probleme zu verlegen. Weitere, vor allem schwimmend zu verlegende Beläge tragen enorm auf.
Gerade auf alten Fliesenböden, aber grundsätzlich auch auf jedem anderen festen Belag, ist der Auftrag eines Stein- oder Steinchenteppichs eine gute und vor allem durchaus wohnliche Alternative. Kleine und kleinste Steine aus Marmor oder auch Quarzkiesel, vermischt mit einem flüssigen Bindemittel (meist Kunstharz) sind die Basis für den Bodenbelag, der eine feste Verbindung mit dem Unterboden eingeht. Einmal ausgehärtet bildet das Gemisch eine leicht strukturierte, harte und optisch ansprechende Oberfläche. Vorsicht bei den Aussagen zur Aushärtung: Begehbar sind die meisten Produkte nach 24 Stunden, belastbar (etwa durch Möbel) in der Regel nach 72 Stunden, die chemische Aushärtung erfordert allerdings volle 7-8 Tage. Steinchenteppiche sind grundsätzlich auch für alle Arten von Fußbodenheizungen geeignet.

Alle Flächen müssen vor Aufbringen der Steinchenmasse grundiert werden. Wichtig: Grundierung gut trocknen lassen. (Bild: Renofloor)

Alle Flächen müssen vor Aufbringen der Steinchenmasse grundiert werden. Wichtig: Grundierung gut trocknen lassen. (Bild: Renofloor)

Auf glatten und nichtsaugenden Untergründen wie Fliesen müssen Sie in die frische Grundierung Quarzsand als Haftverbesserer einstreuen. (Bild: Renofloor)

Auf glatten und nichtsaugenden Untergründen wie Fliesen müssen Sie in die frische Grundierung Quarzsand als Haftverbesserer einstreuen. (Bild: Renofloor)

Zum Mischen von Harz und Härter sollte es ein sauberes Gefäß sein. Zuerst das Harz einfüllen, dann der Härter dazu geben. (Bild: Renofloor)

Zum Mischen von Harz und Härter sollte es ein sauberes Gefäß sein. Zuerst das Harz einfüllen, dann der Härter dazu geben. (Bild: Renofloor)

Beide Komponenten müssen gut durchgemischt werden, bevor sie zu den Steinen dazu gegeben werden. (Bild: Renofloor)

Beide Komponenten müssen gut durchgemischt werden, bevor sie zu den Steinen dazu gegeben werden. (Bild: Renofloor)

In einer großen sauberen Mörtelwanne werden Steine und Kunstharz gut durchgemischt. Dazu reicht eine Bohrmaschine mit Rührquirl. (Bild: Renofloor)

In einer großen sauberen Mörtelwanne werden Steine und Kunstharz gut durchgemischt. Dazu reicht eine Bohrmaschine mit Rührquirl. (Bild: Renofloor)

Aus dem Eimer oder als Matte

Die Schichtdicken liegen zwischen 6-12 mm, leichte Unebenheiten und Risse lassen sich mit der Steinchenmasse ausgleichen und überbrücken. Die meisten Hersteller bieten verschiedene Körnungen an, die von 2-4 mm bis 8-10 mm reichen, dementsprechend ergibt sich die Schichtdicke oft zwangsläufig. Zum jeweiligen System der verschiedenen Hersteller gehören grundsätzlich die Steinchenmischung, Harz und Härter sowie die passende Grundierung.
Eine Variante sind neben dem flüssig zu verarbeitenden Belag auch fertige Steinchenmatten, die es in verschiedenen Abmessungen gibt. Hauptunterschied ist, dass diese Matten keinen festen Verbund mit dem Boden eingehen, die Schichtdicke ist definiert, die Trocknungszeiten entfallen komplett. Letzteres ist ein großer Vorteil, wenn der Bauablaufplan eng getaktet ist oder die Hausherren nur kurz auf den Raum verzichten können. Vorkonfektioniert sind Matten etwa für Tritt- und Setzstufen von Treppen oder für Sockel.
Wie bei fast bei allen Bodenbelägen gibt es auch bei den Steinchenteppichen eine Klickvariante. Die für den Außenbereich wie Balkone und Terrassen konzipierten Matten bieten ein integriertes Drainagesystem, um das Wasser sauber abzuleiten und Frostsicherheit herzustellen.
Apropos Wasser: Einige Hersteller bieten für ihre Flüssigprodukte einen sogenannten Porenspachtel an, der den Belag im Innenbereich wasserfest macht. Die Struktur verliert etwas an tiefe, gewinnt aber deutlich an Reinigungsfreundlichkeit.

Die frische Masse muss streifenweise eingebracht werden. Mit einer Rakel wird sie auf Schichtstärke abgezogen. (Bild: Renofloor)

Die frische Masse muss streifenweise eingebracht werden. Mit einer Rakel wird sie auf Schichtstärke abgezogen. (Bild: Renofloor)

Damit der Glätter nicht am klebrigen Harz hängen bleibt, wird er regelmäßig mit einer Seifenlauge eingepinselt. (Bild: Renofloor)

Damit der Glätter nicht am klebrigen Harz hängen bleibt, wird er regelmäßig mit einer Seifenlauge eingepinselt. (Bild: Renofloor)

Mit dem Glätter lässt sich die Masse abziehen und verdichten. Herauslugende Steinchen werden planeben eingedrückt. (Bild: Renofloor)

Mit dem Glätter lässt sich die Masse abziehen und verdichten. Herauslugende Steinchen werden planeben eingedrückt. (Bild: Renofloor)

Mit einer Baustellenlampe lässt sich ein Streiflicht erzeugen, das jede Unebenheit in der Fläche aufzeigt. (Bild: Renofloor)

Mit einer Baustellenlampe lässt sich ein Streiflicht erzeugen, das jede Unebenheit in der Fläche aufzeigt. (Bild: Renofloor)

Im Außenbereich lassen sich die Steinchenmatten auf vorab abgedichteten Balkone und Terrassen verlegen. (Bild: Renofloor)

Im Außenbereich lassen sich die Steinchenmatten auf vorab abgedichteten Balkone und Terrassen verlegen. (Bild: Renofloor)

Farben in unbegrenzter Menge

Farblich ist bei der Steinchenmischung nahezu alles möglich, für geübte Verarbeiter lassen sich auch je nach Kundenwunsch allerlei Intarsien zaubern. Die optische Wirkung der Beläge entsteht einerseits durch die Farbgebung der Steine, die Farbmischung und auch durch die gewählte Korngröße. Neben den Standardfarben und –mischungen bieten die Hersteller auch kundenspezifische Mischungen.
 
Weitere Informationen bietet zum Beispiel der Hersteller Renofloor.

Autor:

Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild: Renofloor GmbH
 

Weitere interessante Beiträge: