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Die richtige Verlegetechnik macht den Unterschied

Die Verlegung von Fliesen und Platten auf Freiflächen ist bei vielen Profis nach wie vor unbeliebt. Reklamationen treten bekanntermaßen bei Außenbelägen besonders häufig auf und zeigen sich vor allem in Form von Frostschäden, Ausblühungen und Ablösungen. Optimal für außen entwickelte Verlegemethoden helfen jedoch, solchen Ärger zu vermeiden.

Nach aktueller Normenlage ist die Verlegung von keramischen Belägen und Natursteinen direkt auf Verbundabdichtungen immer noch Stand der Dinge. Dabei werden in der Regel mineralische Kleber verwendet, die dann zwecks Vermeidung von Frostschäden im kombinierten Verfahren aufzutragen sind.

Spätestens mit dem Siegeszug großformatiger Feinsteinzeugplatten im Außenbereich musste jedoch festgestellt werden, dass diese Methode Frostschäden nicht sicher verhindern kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Klebebett unter der Fliese keine Gelegenheit hatte, vor dem Frost vollständig durchzutrocknen. Ein Phänomen, das bei zum Winter hin erstellten Belägen oftmals auftritt.

Höhere Spannungen in der Belagkonstruktion aufgrund großer oder ungünstiger Formate, teilweise noch in Verbindung mit dunklen Farbtönen, können zudem zu Ablösungen führen. Die haftungsfeindlichen Eigenschaften von Feinsteinzeug begünstigen diesen Prozess.

Wenn das Frühjahr kommt und die unter den Platten angesammelte Feuchtigkeit mit Nachdruck aus der Konstruktion entweichen will, tauchen obendrein in den Fugenbereichen hässliche Kalkausblühungen auf. Diese geben dann Anlass zu Beschwerden bei den ausführenden Betrieben.

Verlegesysteme auf Reaktionsharzbasis bieten eine große Sicherheitsreserve. Bild: Botament

Verlegesysteme auf Reaktionsharzbasis bieten eine große Sicherheitsreserve. Bild: Botament

Beim „Terrachamp“-System wird der Kleber nur auf dem Untergrund aufgekämmt. 
Bild: Botament

Beim „Terrachamp“-System wird der Kleber nur auf dem Untergrund aufgekämmt.
Bild: Botament

Die plankenförmigen Fliesen werden direkt auf der Verbundabdichtung verklebt. 
Bild: Botament

Die plankenförmigen Fliesen werden direkt auf der Verbundabdichtung verklebt.
Bild: Botament

Das Spezialsystem eignet sich auch für die Verlegung von Großformaten. 
Bild: Botament

Das Spezialsystem eignet sich auch für die Verlegung von Großformaten.
Bild: Botament

Fachgerechte Wasserableitung

Bei der Planung von Balkonen und Terrassen wird nicht immer genug Sorgfalt auf eine sinnvolle und funktionierende Ableitung des Niederschlags verwendet. Mangelndes Gefälle, ungeeignete Profile und falsch dimensionierte Abläufe können dann zum „Absaufen“ der Belagkonstruktion führen. Problematisch sind oft auch vor Ort spontan erstellte Eigenkonstruktionen. Die korrekte und gezielte Wasserführung wird dabei in vielen Fällen nicht gewährleistet.

Besser ist es in jedem Fall, auf speziell für diesen Anwendungszweck entwickelte Profile und Rinnen von Systemanbietern zurückzugreifen. Bei kniffligen Details kann sich der Handwerker dort auf kompetente Unterstützung verlassen und legt so schon mal die Grundlage für eine reibungslose Entwässerung.

Einsatz von Drainagesystemen

Zur Minimierung von Frostschäden gibt es neben Drainagemörteln mittlerweile auch eine große Zahl von Drainagebahnen und -matten auf dem Markt. Alle diese Produkte basieren auf dem Grundgedanken, der Belagkonstruktion „trockene Füße“ zu verleihen und dem Frost damit wenig Angriffsfläche zu bieten.

Prinzipiell sind diese Maßnahmen damit eine gute Wahl. Je nach Anwendungsfall können Drainagesysteme jedoch auch durch ein Zuviel an ausgespültem freien Kalk aus den mineralischen Mörteln überlastet und verstopft werden. So verliert die Drainage mit der Zeit ihre Wirkung und kann im schlimmsten Fall sogar einen Rückstau verursachen.

Die optimale Verlegemethode

Verlegesysteme auf Reaktionsharzbasis sind heute mit steigender Tendenz auch im Außenbereich zu finden. Der höhere Materialpreis im Vergleich zu mineralischen Systemen wird gleich durch mehrere Vorteile aufgewogen.

Zum einen droht keine „Verkalkung“ mehr, sodass sich Drainagesysteme nicht mehr zusetzen können. Zum anderen bietet die extrem hohe Adhäsionskraft von Reaktionsharzen einen optimalen Kontakt zur Fliesenrückseite sowie zum Untergrund und bringt damit eine große Sicherheitsreserve in die Konstruktion mit ein. Damit ist auch die Verlegung von Materialien mit sehr glatten, abweisenden Oberflächen wie Feinsteinzeug oder Schiefer ohne Bedenken möglich.

Beim flexiblen „Terrachamp“-System von Botament, das aus einem Kleber, einem Fugen- und Drainagemörtel besteht, ist zudem die Anwendung des kombinierten Verfahrens nicht erforderlich. Dies spart einen zusätzlichen Arbeitsschritt und Material ein. Keramische Platten können damit sogar direkt auf der Verbundabdichtung verlegt werden – eine schlanke und trotzdem langlebige Konstruktion.

Dicke Feinsteinzeugplatten (> = 20 mm) wie sie derzeit voll im Trend liegen, werden mit dem „Terrachamp“-Kleber einfach im Batzenverfahren verlegt. Angesichts der derzeitigen Entwicklung ist allgemein zu erwarten, dass sich Reaktionsharze für Außenbeläge mit der Zeit immer mehr etablieren und ihren Exotenstatus verlieren werden.

 

Autor: Dipl.-Ing. Britta Kolar von Botament

Keyvisual und Teaserbild: Botament

 

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