Menu
Regelwerke-Keyvisual

Vorschriften und Regelwerke für Dachdecker

Serie „Grundlagen Dach“ – Teil 4

Um ein Dach einzudecken, reicht es nicht, das Ziegelmodell auszuwählen und zu verlegen. Die gültigen Vorschriften und Regelwerke zu kennen, ist mindestens genauso wichtig, um Kunden bei der Auswahl optimal zu beraten und zur Vorgehensweise am Dach aufklären zu können.

Die Serie "Grundlagen Dach"

   Teil 1: Was ist was am Dach?

   Teil 2: Dachformen

   Teil 3: Merkmale von Tondachziegeln

   Teil 4: Vorschriften und Regelwerke

   Teil 5: Wassereintrag effektiv verhindern

Regeldachneigung

Vor allem muss bei der Planung des Daches darauf geachtet werden, dass es ausreichend geneigt ist, um das Regenwasser abzutransportieren. Die sogenannte Regeldachneigung gibt den Neigungswinkel des Daches beziehungsweise die unterste Dachneigungsgrenze vor, bei der die Dacheindeckung regensicher ist. Dabei spielen die jeweilige Dachform und die eingesetzten Dachziegel oder -steine eine wichtige Rolle. Wird die Regeldachneigung unterschritten, schreiben die Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zusätzliche Maßnahmen vor, um das Dach vor Regeneintrag zu schützen.
Denn dann gewährleisten Dachziegel und -steine allein nicht, dass ein Dach regensicher ist. Viele Hersteller von Bedachungsmaterial bieten daher auch Unterspannoder Unterdeckbahnen an. Diese werden zum jeweiligen Unterdach ausgebildet und gewährleisten die Regensicherheit in Verbindung mit der Dacheindeckung.

Jedes Ziegelmodell hat einen Verschiebebereich von einigen mm: So können die Ziegel der Dachlänge entsprechend eingeteilt werden. Bild: Creaton

Jedes Ziegelmodell hat einen Verschiebebereich von einigen mm: So können die Ziegel der Dachlänge entsprechend eingeteilt werden. Bild: Creaton

Dacheinteilung

Die Dachlatten fungieren als tragendes Gerüst für Dachziegel und -steine. Damit diese richtig aufliegen und gestützt werden, müssen die Latten genau parallel und im gleichen Abstand am gesamten Dach angebracht werden. Wie groß der Abstand zwischen den einzelnen Latten ist, hängt vom jeweiligen Ziegelmodell ab. Die meisten Hersteller geben bei ihren Ziegelmodellen den jeweils erforderlichen Dachlattenabstand an. Dabei hat jedes Modell einen Verschiebebereich beziehungsweise einen Spielraum von einigen Millimetern: So können die Ziegel der Dachlänge entsprechend verschoben und die Abstände der Latten passend berechnet werden.
Bei profilierten Dachsteinen ist der Lattenabstand auch abhängig von der Dachneigung.
Dabei gilt: je größer der Neigungswinkel, desto größer der Abstand der Dachlatten.

Reihen- oder Verbanddeckung

Bei der Reihendeckung werden die Dachziegel oder -steine in senkrechten Reihen gedeckt. Beispiele für Ziegel beziehungsweise Steine, die in Reihen gedeckt werden, sind der Reformziegel, Flachdachziegel oder Hohlfalzziegel beziehungsweise profilierte Betondachsteine. Bei der Verbanddeckung hingegen werden die Ziegel oder Dachsteine von Reihe zu Reihe um einen halben Ziegel oder Dachstein versetzt eingedeckt. Hier kommen Doppelmuldenfalzziegel, Glattziegel und ebene Dachsteine sowie stranggezogene Dachziegel wie Strangfalzziegel oder der Biberschwanzziegel zum Einsatz. Durch die versetzte Eindeckung wird verhindert, dass das Regenwasser von einer Fuge in die nächste läuft. So wird das Wasser mittig auf den darunter liegenden Dachziegel oder -stein geleitet.

Autor: Klaus Steinbach, Anwendungstechniker bei Creaton

Keyvisual und Teaserbild: Creaton

 

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren: