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Was ist was am Dach - Keyvisual

Was ist was am Dach?

Serie „Grundlagen Dach“ – Teil 1

Vokabeln lernen war nicht nur zu Schulzeiten hilfreich. Auch als Fachhändler in der Dachsparte hat man es häufig mit Begriffen zu tun, die im alltäglichen Wortschatz nicht vorkommen. Um Kunden kompetent beraten zu können, ist es entscheidend, sich das Fachvokabular anzueignen. Mit den folgenden Basics zum Thema „Was ist was am Dach?“ sind die Grundlagen schnell gelernt.

Die Serie "Grundlagen Dach"

   Teil 1: Was ist was am Dach?

   Teil 2: Dachformen

  Teil 3: Merkmale von Tondachziegeln

   Teil 4: Vorschriften und Regelwerke

   Teil 5: Wassereintrag effektiv verhindern

Das Sprichwort „vom Regen in die Traufe“ hat sicher jeder schon einmal gehört. Es bedeutet: von einer unangenehmen in eine noch schlimmere Situation geraten. Die Traufe beschreibt den unteren Teil des Daches, an dem das gesamte Regenwasser abtropft – daher auch „Tropfkante“ genannt.
So unangenehm sind Traufen heute aber schon lange nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Da unter der Traufe inzwischen in den meisten Fällen Regenrinnen das abfließende Wasser auffangen, ist man dort vor Regen sogar geschützt.

Seitlicher Abschluss des Daches

Der Begriff Ortgang stammt aus dem Germanischen und beschreibt übersetzt das „Ende der Begehbarkeit“. Entsprechend wird der seitliche Abschluss oder auch die Stirn- oder Giebelseite des Daches als Ortgang bezeichnet. Beim Decken des Daches wird in der Regel an der rechten Seite mit den Ortgangziegeln  begonnen und mit den Flächenziegeln bis zum gegenüberliegenden Ortgang des Daches belegt. Vorab muss das Dach für das jeweilige Dachziegelmodell passend eingeteilt werden.

Der Walm ist eine dreieckige Dachfläche an der Giebelseite. Die Kante, an der Walm und Dach aufeinander treffen, wird Grat genannt. 
Bild: Creaton

Der Walm ist eine dreieckige Dachfläche an der Giebelseite. Die Kante, an der Walm und Dach aufeinander treffen, wird Grat genannt.
Bild: Creaton

Treffen 2 geneigte Dachflächen an einer Innenecke aufeinander, wird der dabei enstehende innenliegende Dachverschnitt als Kehle bezeichnet.
Bild: Creaton

Treffen 2 geneigte Dachflächen an einer Innenecke aufeinander, wird der dabei enstehende innenliegende Dachverschnitt als Kehle bezeichnet.
Bild: Creaton

Die verschiedenen Bezeichnungen in der Übersicht.
Bild: Creaton

Die verschiedenen Bezeichnungen in der Übersicht.
Bild: Creaton

First und Grat

Der First kommt beim Dachdecken zwar nicht „first“, sondern eher „last“, ist aber als oberer Abschluss des Daches besonders wichtig. Denn über ihn wird das Dach entlüftet. Zu einem sachgerechten Aufbau gehört aber mehr als die sichtbaren Firstziegel. Darunter wird in der Regel eine Firstrolle angebracht, die gleichzeitig vor Witterung schützt und für ausreichende Entlüftung sorgt. Als Alternative zur Firstrolle gibt es spezielle Ziegel: Die Firstanschlusslüfterziegel
tragen ihre Funktion bereits im Namen. Sie dienen als Anschluss zwischen der obersten Reihe einfacher Dachziegel und dem First. An der oberen Kante (Spoiler) befindet sich eine Öffnung, durch die Luft zirkulieren kann. Den Abschluss machen dann jeweils die Firstziegel mit Firstanfang- und -endscheibe.
Manche Dächer sind mit einem Walm konstruiert – einer zusätzlichen dreieckigen Dachfläche an der Giebelseite. Die Kante, an der Walm und Dach aufeinandertreffen, wird Grat genannt, dieser wird gleich dem First mit Firstgratrolle oder Firstziegeln eingedeckt. Viele Produkte sind daher namentlich beiden Dachdetails – First und Grat – zugeordnet. An der Stelle, wo First und Grat aufeinandertreffen, werden diese mit einer Walmkappe abgedeckt. Firstanschlusslüfterziegel können am Grat nicht eingesetzt werden.

Die Kehle des Daches

Wenn zwei geneigte Dachflächen an einer Innenecke aufeinandertreffen, wird der dabei entstehende innenliegende Dachverschnitt als Kehle bezeichnet. Dachkehlen werden meist mit einem Kehlblech und darauf gedeckten Flächenziegeln regensicher ausgebildet. Die hohe Kunst beim Biberschwanzdach
ist die eingebundene Ziegelkehle. Dabei kann auf ein unterlegtes Kehlblech verzichtet werden, denn die Kehle wird technisch anspruchsvoll nur mit  Flächenziegeln in die Dachfläche eingebunden.

Autor: Klaus Steinbach, Anwendungstechniker bei Creaton

Keyvisual und Teaser: Creaton

 

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