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Perfekter Untergrund fürs neue Bad

Das Badezimmer von heute muss nicht nur praktisch und funktional sein, sondern ein Ort der Entspannung – mit allen Ansprüchen für das Wohlbefinden, die auch an den sonstigen Wohnbereich gestellt werden. Ein 10 oder 20 Jahre altes Badezimmer erfüllt zwar noch seinen Zweck, genügt aber nicht mehr den Anforderungen an Design und Komfort.

Ein typischer Fall: Die alte Duschwanne im Badezimmer soll entfernt und an ihrer Stelle eine barrierefreie Dusche eingebaut werden. Das Loch, das durch das Herausklopfen der Wanne im Boden entsteht, muss geschlossen und die Fläche an das vorgegebene Niveau des alten Estrichs und die Wände angeschlossen werden. Häufig werden auch alte Fliesen abgeschlagen und abgeklopft, um darauf Gipsfaserplatten, mineralische Bauplatten, Gipskartonplatten oder Hartschaumdämmplatten mit Mörtelkaschierung anzusetzen.

Damit Fliesen an der Wand halten, muss der Untergrund dafür geeignet sein und richtig vorbereitet werden. Oberste Priorität hat bei all diesen Arbeiten ein tragfähiger Untergrund - eine gründliche Prüfung ist in jedem Fall erforderlich. Der Untergrund muss fest und griffig sein, darf keine Risse aufweisen, und er muss trocken, sauber, staubfrei und eben ausfallen. 

Alte Fliesen sind nicht immer tragfähig, wenn sie als 2. oder 3. Schicht auf dem Untergrund liegen. Ist der Untergrund nicht ebenflächig, muss ein Flächenausgleich vorgenommen werden.

 

Die Ansprüche an die Gestaltung von Badezimmern sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bild: Ardex

Die Ansprüche an die Gestaltung von Badezimmern sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bild: Ardex

Wandfläche vor dem Ausgleich.

Bild: Ardex

Wandfläche vor dem Ausgleich.

Bild: Ardex

Wandfläche nach dem Ausgleich.

Bild: Ardex

Wandfläche nach dem Ausgleich.

Bild: Ardex

BUCH-TIPP

Fachbuch Fliesenleger-Information: Abdichtungen im VerbundDie Fliesenleger-Information „Abdichtungen im Verbund (AIV) –Praktische Ausführung nach DIN 18534 und 18535“ erläutert kompakt und verständlich die Ausführung von Abdichtungen im Verbund nach den neuen 2017 erschienenen Abdichtungsnormen DIN 18534 „Abdichtung von Innenräumen“ und 18535 „Abdichtung von Behältern und Becken“.

Die praxisorientierte handliche Broschüre bringt die wesentlichen Anforderungen der neuen Abdichtungsnormen auf den Punkt und bietet ganz konkrete Hilfestellung bei der fachgerechten Ausführung von Abdichtungen im Verbund. Hervorgehobene Hinweise zu den wichtigsten Neuerungen der Normen, wie die Wassereinwirkungsklassen, und zur praktischen Ausführung und Verarbeitung ermöglichen ein schnelles Nachschlagen vor Ort.

 

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Abdichtungsnorm beachten

Besonders beim Abdichten unter Fliesen im Badezimmer ist auf einen passenden Untergrund und einen regelkonformen Aufbau zu achten. Gips verträgt z. B. keine Feuchtigkeit und ist daher nicht als Untergrund in Duschecken oder an Badewannen geeignet. 

Maßgeblich sind die Wassereinwirkungsklassen nach der Abdichtungsnorm DIN 18534-1. Zu prüfen ist, welche Ecken im absoluten Nassbereich oder Mischbereich liegen. Die Toilette ist in puncto Feuchtigkeitsbeanspruchung unproblematisch. „Je höher die Anspruchsklasse ist (z. B. W3-I ‚sehr hoch‘) desto wichtiger ist es, geeignete zementäre Produkte einzusetzen“, sagt Martin Kupka, Leiter Anwendungstechnik für den Bereich Boden/Wand/Decke bei Ardex dazu. Ardex hat für die Vorbereitung des Untergrunds bei Renovierungsarbeiten im Nassbereich eine Reihe von Produkten entwickelt, die im einfach belasteten, aber auch im hochbelasteten Bereich einsetzbar sind. Mit dem Ausgleichsmörtel „Ardex AM 100“ lassen sich Löcher und Unebenheiten schließen und auch an der Wand lotrechte Oberflächen schaffen.  Ist der Untergrund nicht ebenflächig, kann z. B. mit dem Flexspachtel „Ardex A 950“ der notwendige Flächenausgleich vorgenommen werden. Der Multimörtel „Ardex AR 300“ ist der Allrounder im Programm des Baustoffherstellers: Er eignet sich zum Ausgleichen, Spachteln und Verputzen von Wand- und Bodenflächen in Schichtdicken von 2 mm bis 30 mm und kann auch zum Kleben von Fliesen eingesetzt werden. „Mit diesen drei Produkten lassen sich bei der Renovierung im Nassbereich 80 % aller Fälle lösen“, so Kupka.

Zeit der wichtigste Kostenfaktor

Zu den typischen Herausforderungen bei der Renovierung im Nassbereich gehört für den Fliesenleger die Entscheidung über die mögliche bzw. erforderliche Schichtdicke des Wandputzes. Der aufzutragende Putz muss auf einer Fläche auf verschiedenen Schichtstärken halten und häufig auch auf nicht saugenden, schwach saugenden und stark saugenden Parzellen. Dazu sind die Verarbeitungszeiten und die notwendigen Trockenzeiten vor den weiteren Verarbeitungsschritten zu beachten. 

„Bei der Badrenovierung ist nicht das Material der zentrale Kostenfaktor, sondern die Zeit. Je kürzer die Anwendungszeiten plus Trockenzeiten sind, desto günstiger ist dies für den Fliesenleger“, erläutert Martin Kupka.

Besonders bei der Verlegung großformatiger Fliesen muss auf die Ebenheit des Untergrunds geachtet werden. Bild: Ardex

Besonders bei der Verlegung großformatiger Fliesen muss auf die Ebenheit des Untergrunds geachtet werden. Bild: Ardex

Flächenausgleich mit einer Flexspachtelmasse.
Bild: Ardex

Flächenausgleich mit einer Flexspachtelmasse.
Bild: Ardex

Entsprechend wichtig ist bei Renovierungsarbeiten eine detaillierte Vorausplanung: 

  • Zementputze sind zwar für die Fliesenaufnahme gut geeignet, aber nur schlecht zu verarbeiten. Wenn die Dicke der Putzschicht im frischen Zustand 2 cm überschreitet, rutscht die gesamte erarbeitete Fläche von der Wand.
  • Gipsputz bereitet dagegen keine Probleme bei der Schichtdicke, aber bei der Trocknung: 2 cm Gips benötigen zum Trocknen ca. 2 Wochen, jeder zusätzliche Zentimeter Schichtstärke weitere 2 Wochen. 3 cm Gips würden also in ca. 4 Wochen trocknen. Dazu kommt, dass Gips Feuchtigkeit aufnimmt und speichert. Dadurch dehnt der Gips sich aus, bis er mit Wasser gesättigt ist, anschließend beginnt er zu faulen und stinkt.
  • Deshalb kommen heute häufig Leichtputze zum Einsatz. Als Bindemittel fungieren Kalk und ein Leichtzuschlag, z. B. Styropor. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil des Zements gegenüber dem Kalk 10 % nicht unterschreitet, sonst ist er nicht fest und tragfähig genug für eine Fliesenverlegung.

Unterschiede bei Neubau und Renovierung

Im Neubau lassen sich aufgrund der langfristigeren Ausführung auch langsamere Produkte einsetzen. Bei der Renovierung ist der Verarbeiter meistens an einen Raum gebunden. Das heißt, es ist ein Punkt nach dem anderen abzuarbeiten – so sind beim Abschlagen einer Dusche die Trockenzeiten ausschlaggebend für den Fortgang der Arbeiten. Trocknungs- und alle anderen Wartezeiten kosten Zeit und Geld. Empfohlen wird der Einsatz des Flexspachtels „Ardex A 950“ mit einer Härtungszeit von 2 - 3 Stunden und einer Trockenzeit von ca. einem Tag oder des Universal-Schnellspachtels „Ardex R4 Rapid“ für schnelle Ausbesserungsarbeiten ohne zusätzliche Grundierung.

Zudem ist der Verarbeiter im Neubau meist frei bei der Wahl des Wandputzes, da dort in der Regel Steine oder Beton den Untergrund bilden. Beim Umbau muss er dagegen teilweise sehr alte Untergründe wie Holz, Balken, Eisenträger, Gips oder andere Putze oder auch alte Fliesen und Anstriche überarbeiten. Deshalb ist die Wahl des Wandputzes sowie der Grundierung oder Haftbrücke so wichtig.

 

Autor: Robert Striewe Anwendungstechnischer Berater bei Ardex, Maurer- und Fliesenlegermeister

Keyvisual und Teaserbild: Ardex

 

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