Treppenteppich Keyvisual

Weicher Aufstieg

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die Stufen des alten Treppenaufgangs mit einem Teppich zu belegen. Wie bei den anderen Belägen auch steht zunächst mal eine optische Aufwertung im Vordergrund. Die verschiedenen Teppichvarianten erhöhen aber auch sowohl die Gehschalldämmung als auch die Rutschsicherheit. Für Allergiker im Haus ist ein Teppich günstig, denn er bindet im Gegensatz zu glatten und harten Belägen den Staub. Der muss allerdings regelmäßigt abgesaugt werden – der höhere Schmutzempfindlichkeit und der größere Reinigungsaufwand stehen folgerichtig auf der Nachteilseite.

Drei Teppichvarianten kommen in Frage

Die einfachste Möglichkeit der textilen Treppengestaltung ist das Auflegen von Stufenmatten. Für Sie als Profi ist das eher uninteressant, da die angebotenen Produkte do-it-yourself-geeignet sind. Der in alten Gebäuden noch häufiger anzutreffende Teppichläufer, der mit einer querlaufenden Stange an jeder Setzstufe fixiert wird, wird kaum noch nachgefragt. Die umfassendste Lösung ist die Verklebung von passgenau zugeschnittenen Teppichstücken, hier ist die Verdienstmöglichkeit für Sie am größten. In der Regel wird diese Verlegeart dort angewandt, wo die Stufen schon leicht ausgetreten sind, denn mit dem Einbau von Treppenprofilen und einer Spachtelung ist der Do-it-yourselfer überfordert. Bei der Auswahl eines geeigneten Klebers müssen Sie darauf achten, dass der sowohl mit dem  Teppichrücken als auch mit dem Stufenmaterial verträglich ist.

Diese Kleber stehen zur Wahl:

  • Kontaktkleber: lösemittelfrei, wasserdispergiert, gut geeignet für ebene  mineralische und gespachtelte Stufenoberflächen
  • Teppichkleber auf Kautschuk-Basis: hohe Anfangshaftung, keine Korrekturmöglichkeit, Untergrund muss saugfähig sein
  • lösemittelhaltiger Kleber: gut fixierbar (trocknet langsam), Ausdünstungen
  • Polyurethan-Klebstoff: zweikomponentig, hoch belastbar
  • doppelseitiges Klebeband: auch für nichtsaugende und wasserempfindliche Untergründe, keine Ablüft- und Trockenzeiten

Bei vollflächiger Verklebung des Teppichs müssen grundsätzlich auch die Setzstufen und die Treppenkanten mit Teppich beklebt werden. (Bild: Tretford)

Bei vollflächiger Verklebung des Teppichs müssen grundsätzlich auch die Setzstufen und die Treppenkanten mit Teppich beklebt werden. (Bild: Tretford)

Stufenmatten sind eine Teillösung,  sehr einfach aufzulegen und für Profis kein lohnendes Geschäft. (Bild: Tretford)

Stufenmatten sind eine Teillösung, sehr einfach aufzulegen und für Profis kein lohnendes Geschäft. (Bild: Tretford)

Das ist bei der Wahl des Teppichs wichtig

Nicht alle Teppicharten sind gleichermaßen gut auf einer Treppe zu verarbeiten. Beispielsweise ist ein Veloursteppich einfacher zu verlegen als ein Schlingenteppich. Für alle Teppichböden gilt eine mindestens 24-stündige Akklimatisationszeit am Ort des Einbaus, um die luftfeuchte- und temperaturabhängigen Maßänderungen abzuwarten.  Gut ist es auch, den Teppichboden, den Sie auf die Stufen zuschneiden wollen, über Nacht auszurollen, um wenigstens die gröbsten Wellen zu beseitigen. Grundsätzlich sollten Sie beim Zuschneiden der einzelnen Stücke für Tritt- und Setzstufen die Florrichtung beachten. Idealerweise zeigt die nämlich zur Treppenkante, was die Abnutzung erheblich mindert. Für das exakte Ausmessen der verzogenen Stufen haben sich Treppenspinnen bewährt. Damit lässt sich jede Form einfach auf den Teppichboden oder eine Schablone übertragen.

Bei Schlingenware ist es wichtig, dass die Schlingen parallel zur jeweiligen Treppenkante verlaufen. (Bild: Tretford)

Bei Schlingenware ist es wichtig, dass die Schlingen parallel zur jeweiligen Treppenkante verlaufen. (Bild: Tretford)

Die Treppenspinne ist das ideale Messwerkzeug, um die Konturen von verzogenen Stufen zu messen und zu übertragen. (Bild: Dictum GmbH)

Die Treppenspinne ist das ideale Messwerkzeug, um die Konturen von verzogenen Stufen zu messen und zu übertragen. (Bild: Dictum GmbH)

Die verschieden lange „Arme“ der Spinne lassen sich millimetergenau auf die entscheidenden Ecken der Trittstufe einstellen. (Bild: Dictum GmbH)

Die verschieden lange „Arme“ der Spinne lassen sich millimetergenau auf die entscheidenden Ecken der Trittstufe einstellen. (Bild: Dictum GmbH)

Tipps für das Verkleben von Teppichstufen:

1. Untergrund spachteln:
Das gilt von allem bei Fliesenbelägen (Fugen drücken sich durch) und bei Holzstufen (2-K-Spachtel verwenden). Nur so ist eine haltbare Verklebung möglich.

2. Beim Zuschnitt langsam annähern
Teppiche grundsätzlich immer entlang der Schlinge zu schneiden, dann wird der Schnitt genauer. Müssen Sie quer schneiden, schneiden Sie mit zwei Millimeter Übermaß . Für gerade Stufen gibt es auch fertig konfektionierte Teppichstücke.

3. Klebebänder richtig kleben
Arbeiten Sie mit Klebebändern, kleben Sie die immer möglichst weit außen auf die Stufen. Ausnahme: Treppenkantenprofile nicht bekleben.

4. Teppich anwalzen
Wie auf der Fläche auch, sollten Sie die Teppichstücke gut auf den Kleber oder das Klebeband aufwalzen. Nach der Trocknung (Kleber) lassen sich die Ränder mit dem Cutter am besten anpassen.
 

Autor:

Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
 
Keyvisual und Teaserbild: Tretford