Für jede Aufgabe die Richtige!

Für jede Aufgabe die Richtige!

Der Vorteil der Metallunterkonstruktion ist, dass der Handwerker für jeden Anwendungsfall einen Metallständer zur Hand hat, der diese Aufgabe fachgerecht löst. Beginnen wir mit den Unterkonstruktionen für den Feucht-/ Nassraum.

Feucht-/ Nassraumprofile

Kurzzeitige Feuchtebelastung in Privatbädern
In Bäder, in denen es nur kurzfristig zur Feuchtebelastung kommt, reichen die Standardprofile, wie es sie in jedem Baumarkt gibt. Sie haben bereits werksseitig eine Standard-Zink-Beschichtung in einer Dicke von 7 µm, was sie bei fachgerechter Abdichtung für diese Aufgabe finanziell attraktiv macht.

  • Unterkonstruktionen - Bild 1

    C5 – Profile erkennt man an der schwarzen Pulverbeschichtung (Bild: König)

Regelmäßige Feuchtebelastung in Sportstätten, Gewerberäumen etc.
In Bädern, in denen es zu einer mehrfachen täglichen Feuchtebelastung oder extremen Reinigungsprozessen kommt, empfehlen sich Profile mit einer erhöhten Zinkauflage von 9 µm. Sie werden vom Fachhandel geliefert und sind wie Standardprofile zu verarbeiten.

Achtung!

Profile dürfen nicht mit dem schnelllaufenden Winkelschleifer („Flex“) durchtrennt werden. Dabei glühen die Profile und verlieren ihren Korrosionsschutz. Sie rosten dann schnell.

Richtig ist eine Blechschere!

Nassräume
In Räumen, die nicht nur Feuchte, sondern ständige Nässe (Großküchen, Produktionsanlagen, Waschanlagen etc.) aufweisen, empfehlen sich neben den hochverzinkten (s.o.) Standardprofilen ausgesuchte Nassraumprofile (C3-Profile). Sie haben herstellerseitig bereits eine Pulverbeschichtung, sodass das Wasser nicht mit dem Metall in Berührung kommt. Allerdings müssen auch Abhänger und Schrauben der Konstruktion korrosionsgeschützt sein.
Man erkennt diese Profile an ihrer mausgrauen Pulverbeschichtung.

Nassräume mit Chemikalienbelastung
In Räumen, bei denen neben der permanenten Nässe auch ein erhöhter Chemikalieneinsatz zu parieren ist, müssen Spezialprofile (C-5 Profile; Lackierung 25 µm) eingesetzt werden. Sie sind ebenfalls pulverbeschichtet, haben aber neben ihrem Feuchteschutz auch einen Schutz gegen aggressive Chemikalien, beispielsweise Chlorverbindungen, wie sie in Schwimmbädern eingesetzt werden. Man erkennt sie an ihrer schwarzen Pulverbeschichtung.

Tipps zum Korrosionsschutz: Darauf Sollten Sie achten!

Gerade bei Feuchträumen macht es Sinn, z. B. CWProfile schon über den Baustofffachhandel in der jeweils benötigten Länge zu bestellen. Diese sogenannten Fixlängen sind dann werksseitig bereits auf Länge geschnitten und bei C5-Profilen sind die Schnittkanten ebenfalls beschichtet! Diese Fixlängen werden von verschiedenen Herstellern bereits ab einer Kleinmenge ohne Aufpreis geliefert.

Einige Hersteller bieten Abhänger mit Beschichtungssystemen an, die ein nachträgliches Biegen zulassen, ohne dass ein Abplatzen der Beschichtung entsteht. Andere Hersteller liefern schon vorgebogene Teile. Grundsätzlich ist auf ein mehrmaliges Biegen zu verzichten!

Gerade bei der Montage der Noniusklammern ist es wichtig, die Beschichtung der Abhänger nicht zu beschädigen. Daher liefern Markenhersteller diese Noniusklammern unbeschichtet. Nach der Montage sind diese Klammern im eingebauten Zustand zu beschichten.

Achten Sie auf Kontaktkorrosion. Aluminium, Edelstahl und Zink bilden unter Feuchtigkeitseinfluss sogenannte „Lokalelemente“. An den Kontaktstellen kann es daher bei nicht fachgerechter Montage schnell zu Korrosionserscheinungen kommen. Wenn sich der Einsatz dieser Materialien nicht vermeiden lässt, sind nicht leitende Puffer vorzusehen, um einen direkten Kontakt der Metalle zu vermeiden.

Eine feuchtraumgeeignete Unterkonstruktion kann nur dann funktionieren, wenn die Verarbeitung den entsprechenden Vorgaben entspricht und eine eventuell mögliche Kontaktkorrosion vermieden wurde. Hierzu gehören neben den Profilen und den Abhängern natürlich auch die Schrauben, Dübel und Profilverbinder.

Schallschutzprofile

Eine weitere Profilgruppe widmet sich den unterschiedlichen Anforderungen in Sachen Schallschutz.

Schallschutz bei Trennwänden in Wohnräumen

In Wohnräume sind (bis auf Ausnahmen) die handelsüblichen Standardprofile eine preiswerte und ausreichend leistungsfähige Wahl. Sie leisten in der doppelt beplankten Wand mit einer mittleren Qualität der Mineralwolle einen Schallschutz bis 59 dB. Aufwändigere Wandkonstruktionen lohnen in der Regel den höheren finanziellen Aufwand nicht, da die Türen, wenn sie nicht ohnehin offenstehen, die akustische Schwachstelle im System Wand darstellen.

  • Unterkonstruktionen - Bild 2

    Schallschutzprofile sind in sich gefaltet, um bestmögliche Entkopplung zu gewährleisten. (Bild: Knauf Gips KG)

Wohnungstrennwände
Die klassische Schallschutzwand im Ausbau ist die Doppelständerwand, bei der zwei einzeln stehende Wandscheiben gebaut werden. Da diese beiden Wandscheiben keine Verbindung miteinander haben („Entkopplung“), kann es auch nicht zu Schallübertragungen kommen. Solche Wände lohnen den finanziellen Mehraufwand als Trennwände zwischen zwei Wohnungen, damit die Bewohner sich nicht gegenseitig stören. Der konstruktive Nachteil einer Doppelständerwand ist, dass sie mehr Platz benötigt als die Einfachständerwand.

Hochschallgedämmte Räume und Kabinen
Für Räume die einen erhöhten Schallschutz benötigen, aber nicht zu viel nutzbare Fläche verlieren dürfen, hat die Industrie spezielle Schallschutzprofile entwickelt. Bei ihnen findet die Entkoppelung im Profil selbst statt, in dem die Stege so stark wie technisch möglich reduziert wurden. Um weiterhin die Stabilität zu gewährleisten, sind diese Profile ineinander gefaltet. Solche Profile werden für häusliche Schallkabinen („Sohn spielt Trompete“) eingesetzt, aber auch für die Ausrüstung von Tonstudios.

Tipps:

Der messbare Schallschutz ist nicht nur vom Profil abhängt, sondern auch eine Funktion des Gewichtes der eingesetzten Mineralwolle und der Masse der aufgeschraubten Platte.
Gegebenenfalls kann es als also sinnvoller sein, statt eines „exotischen“ Schallschutzprofiles eine schwerere GK-Platte zu montieren.

Lastprofile

Wände müssen sowohl in privaten als auch in gewerblich genutzten Räumen oftmals hohe Lasten aufnehmen können. Das können Trockenbauwände auch, wenn sie entsprechend ausgerüstet sind.

  • Unterkonstruktionen - Bild 3

    Lastprofile habe eine Blechstärke bis zu 2 mm. (Bild: König)

Normale Lasten in privaten Räumen
Herkömmliche Lasten, wie sie in privaten Wohnhäusern, zum Beispiel in der Küche, auftreten, können problemlos in Standardwände eingetragen werden.  Der kritische Bereich ist nicht die Gipsplattenwand, sondern die Befestigungstechnik. Mit Trockenbaudübeln trägt die doppelt beplanke Wand je nach Plattenwerkstoff bis zu 70 kg (pro Dübel!). Höhere Lasten treten Privathaushalten nur in Ausnahmefällen auf. In diesem Fall bietet es sich an, eine Traverse (Holzbrett) zwischen die beiden Profile zuschrauben. (Dadurch wird die Last in zwei Profile eingetragen.)

Den richtigen Dübel benutzen!

Auch Standwände können sehr viel Last tragen, wenn Trockenbaudübel verwendet werden.

Der klassische Mauerwerksdübel ist für Trockenbauwände nicht geeignet!

Schwere Lasten in privaten/ gewerblichen Räumen
Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Werden zum Beispiel behindertengerechte Bäder gebaut, in denen sich Rollstuhlfahrer auf Tragschienen stützen müssen, dann überschreiten die Konsollasten die Tragfähigkeit der CW-Profile.

In diesem Fall setzt der Profi Schwerlastprofile (UA-Profile) ein, die es in unterschiedlicher Dicke (bis zu 2 mm) im Fachhandel zu kaufen gibt. Sie lassen sich problemlos in die Trockenbauwand integrieren und ersetzen dort die CW-Profile.

UA-Profile werden ebenfalls bei schweren Türen eingesetzt, wo sie den Zargen einen sicheren Halt gegen die Bewegungslasten der Türen geben. UA-Profile sind auch dort die richtige Wahl, wo die Wandhöhe 3,00 m -3,30 m übersteigt.

Überschwere Lasten
Reichen selbst UA-Profile nicht aus, weil eine noch höhere Traglast benötigt wird, zum Beispiel bei raumhohen Bürotüren mit erhöhter Schallschutzanforderung, dann müssen klassische Vierkantrohre des Metallbaus eingesetzt werden. Auch sie gibt es in den Abmessungen des Trockenbaus. Da an ihnen Plattenwerkstoffe kaum fachgerecht zu befestigen sind, macht es Sinn klassische Trockenbauprofile an ihnen zu befestigen und die GK-Platten dann daran zu befestigen.
Sowohl die UA-Profile als auch die Vierkantprofile müssen an Rohfußboden und Rohdecke mit Verbindern + Schrauben befestigt werden! Sollte einer der seltenen Fälle vorliegen, dass ein Vierkantrohr  geboten scheint, dann sollte der kluge Handwerker einen Statiker hinzuzuziehen. Experimente macht man in Laboren, nicht auf Baustellen!

Mit Traversen auf Nummer sicher gehen!

Sollte die Art der Nutzung beim Erstellen der Wand nicht eindeutig festgelegt sein, so macht es Sinn, an kritischen Stellen Traversen zu setzen. Das ist im einfachsten Falle ein mehrfach geleimtes Sperrholzbrett.

Für dieses Brett sind Holzschrauben die richtige Wahl.

Autor:

Klaus Köpplin
Redaktion www.ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: T+A Trockenbau und Ausbau

9. November 2020

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