Trockenbauprofile: Das richtige Material für feuchte Räume

In diesem Schwimmbad ist die Decke eingestürzt, weil die Profile aufgrund von Feuchte- und Chlorideinwirkung versagt haben.  (Bild: Richter)Auch wenn bei vielen standardisierten Trockenbauprofilen das Material durch Verzinkung den Anschein von gutem Korrisionsschutz erweckt: Bei einfachem Stahlblechprofilen reicht dieser nicht aus, um sie in nässebeanspruchten Räumen zu verwenden. Das gilt erst recht, wenn andere korrosive Stoffe wie Sulfate oder Chloride vorhanden sind. In diesen Fällen sollten spezielle korrosionsgeschützte Profile zum Einsatz kommen. Sonst können im Laufe der Jahre Rostschäden auftreten, die sogar die Stabilität der Konstruktion gefährden. Zusätzlich zur Verzinkung verlangen die entsprechenden Normen für den Einsatz dünnwandiger Stahlprofile im Bereich von Feuchträumen eine Korrosionsschutzbeschichtung nach den Korrosionsklassen der DIN 55 634.

Achtung: Aufgrund aktueller Schadensfälle achten Bauaufsichtsbehörden und Versicherungen zunehmend auf die Einhaltung der entsprechenden Normen.

Bei der Auswahl der richtigen Trockenbauprofile aus widerstandsfähigem Material hilft die DIN EN 12 944-2. Sie definiert verschiedene Korrosivitätskategorien, die sich nach der jeweiligen Beanspruchung in verschiedenen Räumen richten.

Korrosivitätskategorien nach DIN EN ISO 12 944-2* in typischen Umgebungen in einem gemäßigten Klima:

Kategorie C1 – unbedeutend: Geheizte Gebäude mit neutralen Atmosphären, z. B. Büros, Läden, Schulen, Hotels

Kategorie C2 – gering:  Ungeheizte Gebäude, wo Kondensation auftreten kann, z. B. Lager, Sporthallen

Kategorie C3 – mäßig:  Produktionsräume mit hoher Feuchte und etwas Luftverunreinigung, z. B. Bäder, Anlagen zur Lebensmittelherstellung, Wäschereien, Brauereien und Molkereien

Kategorie C4 – stark: Chemieanlagen, Schwimmbäder, Bootsschuppen über Meerwasser

Kategorie C5-J – sehr stark (Industrie):  Gebäude oder Bereiche mit nahezu ständiger Kondensation und starker Verunreinigung C5-M – sehr stark (Meer) Gebäude oder Bereiche mit nahezu ständiger Kondensation und starker Verunreinigung

*Die entsprechenden Prüfverfahren zur Korrosivität werden in der DIN EN ISO 12 944-6 definiert. Hier wird auch die jeweilige Schutzdauer in drei Bereichen (kurz/mittel/lang) aufgeführt.

Welche Unterkonstruktion eignet sich für welchen Feuchtraum?   

Grundsätzlich ist ein zusätzlicher Korrosionsschutz notwendig, wenn es um die folgenden Einsatzbereiche geht:

  • Bauteile im Freien oder Bauteile, zu denen Außenluft ständig Zugang hat (z. B. offene Hallen und Garagen)
  • Bauteile in geschlossenen Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit bei normaler Raumtemperatur (z. B. gewerbliche Küchen, Bäder, Wäschereien, in Feuchträumen von Hallenbädern)
  • Bauteile, die häufiger starker Kondensatbildung und chemischen Angriffen nach DIN 4030 ausgesetzt sind
  • Bauteile, die besonders korrosionsfördernden Einflüssen (z.B. durch ständige Einwirkungen angreifender Gase oder Tausalze oder starken chemischen Angriffen nach DIN 4030) ausgesetzt sind.

Heute haben sich in der täglichen Praxis Trockenbauprofile aus Material der Korrosivitätskategorien C3 und C5 durchgesetzt. In aller Regel werden immer dann C3- Konstruktionen vorgesehen, wenn es um den Ausbau von Bädern, industriellen Wäschereien, Brauereien oder auch Molkereien geht. In Kliniken, Schwimmbädern, Saunabereichen, für Außenanwendungen im Küstenbereich und auch beim Ausbau von Chemieanlagen kommen oft C5-Profile zum Einsatz.

Normen für den Einsatz korrosionsgeschützter Profile

Hilfe bei der Auswahl der richtigen Korrosivitätskategorien bietet die DIN EN 12 944-2. Bei der Planung von Unterdecken ist deren Einteilung in Beanspruchungssklassen aus DIN EN 13 964 zu berücksichtigen. Die entsprechenden Prüfverfahren für die auf die Bauteile aufgebrachten Korrosionsschutzsysteme werden in der DIN 55 634 definiert. Für stückbeschichtete Bauteile gelten die Prüfkriterien aus der DIN EN ISO 12 944-6.

Sind die für den jeweiligen Einsatz geeigneten Trockenbauprofile aus passendem Material gewählt, gilt es bei ihrer Montage gegenüber Standardprofilen einiges zu beachten. Lesen Sie dazu den Beitrag Trockenbauprofile: Montage in feuchten Räumen.