Trockenbauprofile: Montage in feuchten Räumen

Auch in nässebeanspruchten Räumen bietet sich der Innenausbau in Trockenbauweise an. Damit die Konstruktion dauerhaft hält und die Statik nicht langfristig durch Rost (Korrosion) beeinträchtigt wird, ist es erforderlich, in diesem Fall korrosionsgeschützte Trockenbauprofile einzubauen (C3 oder C5-Profile). Welche Profile sich für welche Anwendung eignen, lesen Sie im Beitrag Trockenbauprofile: Das richtige Material für feuchte Räume.

Korrosionsgeschützte Trockenbauprofile separat lagern

Korrosionsgeschützte Stahlblechprofile sind mit einer Beschichtung versehen, die zum Beispiel aus Acrylharz oder Epoxidharz besteht. Für die Produktion von C3-Profilen werden vom Profilhersteller in der Regel entsprechend hochwertig beschichtete Stähle verwendet, die dann profiliert werden. In der Regel wird für C5-Profile und das Zubehör für C3- und C5-Konstruktionen das Korrosionsschutzsystem über eine Stückbeschichtung aufgebracht.

Deshalb sollte schon bei ihrer Lagerung darauf geachtet werden, dass die Oberflächen der Trockenbauprofile vor der Montage nicht beschädigt werden. Lagern Sie C3- und C5-Profile am besten einzeln und decken Sie sie ab.

Korrosionsgeschützte Trockenbauprofile für die Montage vorbereiten

Angriffsfläche für Rost: Die Schnittkanten korrosionsgeschützter Trockenbauprofile müssen nachbearbeitet werden. (Bild: Knauf Aquapanel) Bei der Bearbeitung ist es wichtig, dass die Beschichtung nicht durch Werkzeuge verletzt wird. Verzichten Sie bei der Verarbeitung feuchtraumgeeigneter Unterkonstruktionen auf die Verwendung schnell laufender Trennschleifer. Der dabei entstehende Funkenflug kann bei den in der Nähe ungeschützt gelagerten C3/C5-Profile und Zubehörartikel sowie bei abgelängtem Profil zu einer unzulässigen Beeinträchtigung der Korrosionsschutzwirkung der Oberflächenbeschichtung führen. Gleichzeitig kommt es dabei zu einer Überhitzung des abgelängten Profils und somit die der Verzinkung und auch der Beschichtung.

Etwaige Schnittkanten an den Profilen verfügen nicht über die auf die Oberfläche aufgebrachte Beschichtung. Beschichten Sie diese nachträglich mit einem auf das Beschichtungssystem abgestimmten Beschichtungsmaterial. Dieses wird in der Regel von den Herstellern der Bauteile geliefert. Grundsätzlich ist auf ein mehrmaliges Biegen zu verzichten, um die Oberfläche nicht zu beanspruchen!

An diesem Direktabhänger ist die Beschichtung durch zu häufiges oder zu starkes Knicken beschädigt. (Bild: Richter)Sind Noniusklammern schon herstellerseitig beschichtet, kann es sein, dass die Oberfläche, etwa durch Biegen, schon vor der Montage leidet.

Gerade bei der Montage der Noniusklammern ist es wichtig, die Beschichtung der Abhänger nicht zu beschädigen. Daher liefern Markenhersteller diese Noniusklammern unbeschichtet. Nach der Montage sind diese Klammern im eingebauten Zustand mit der entsprechenden Beschichtung zu versehen.

Achten Sie auf Kontaktkorrosion. Aluminium, Edelstahl und Zink bilden in feuchtem Milieu unter Feuchtigkeitseinfluss sogenannte „Lokalelemente“. An den Kontaktstellen kann es, falls  bei den Trockenbauprofilen die Montage nicht fachgerecht durchgeführt wird, schnell zu intensiven Korrosionserscheinungen kommen. Wenn sich der Einsatz dieser Materialien nicht vermeiden lässt, sollten Sie entsprechende nicht leitende Puffer vorsehen, um einen direkten Kontakt der Metalle zu vermeiden.

Mit diesen Tipps gelingt der Einbau leicht und schadensfrei:

  • Gerade bei Feuchträumen macht es Sinn, die Profile über den Baustofffachhandel direkt in der jeweils benötigten Länge zu bestellen. Diese sogenannten Fixlängen sind dann werksseitig bereits auf Länge geschnitten und bei C5-Profilen sind die Schnittkanten ebenfalls beschichtet! Sie werden von einigen Herstellern bereits in Kleinbundmengen ohne Aufpreis geliefert.
  • Einige Hersteller bieten Abhänger mit Beschichtungssystemen an, die ein nachträgliches Biegen zulassen, ohne dass die Beschichtung abplatzt. Andere Hersteller liefern schon vorgebogene Teile.

Fazit:

Eine feuchtraumgeeignete Unterkonstruktion kann nur dann funktionieren, wenn die Verarbeitung den entsprechenden Vorgaben entspricht und bei den Trockenbauprofilen bei der Montage eine eventuell mögliche Kontaktkorrosion vermieden wurde. Hierzu gehören neben den Profilen und den Abhängern natürlich auch  Schrauben, Dübel und Profilverbinder. Bei Beachtung der entsprechenden Normen und Vorgaben ist die Erstellung einer feucht- und nassraumgeeigneten Trockenbaukonstruktion im Innen- oder Außenbereich eine sehr anspruchsvolle und gleichzeitig auch wirtschaftlich interessante Aufgabe.