Zargen Trockenbau Keyvisual

Zargen im Trockenbau: Eine Frage der Befestigung

Ein Bereich, in dem immer wieder Schäden durch eine fehlerhafte Verarbeitung auftreten, ist der Einbau von Türzargen. Häufigster Mangel sind Risse, die durch mechanische Einwirkungen auftreten. Die Ursache liegt in der Regel in falsch angeordneten Plattenstöße, die oft auf die Türständer gelegt werden. Vielfach wurden auch die Zargen am Boden und an der Decke nicht ausreichend fest oder auch mit ungeeigneten Befestigungsmitteln verankert. In den Zargen selbst vergessen die Monteure nicht selten das Ausstopfen der Hohlräume mit Mineralwolle – mit entsprechenden Konsequenzen für den Schallschutz.
 
Grundsätzlich ist bei Wandkonstruktionen aus Gipsfaser-Platten der Einbau von Türzargen ohne Weiteres möglich. Hersteller wie etwa Fermacell bieten dazu ihre Produkte passend zu den standardisierten Öffnungsmaßen und Wanddicken an. Montiert  werden können einteilige Umfassungszargen aus Stahl, Holzzargen, Spezialzargen für Türen mit höherem Schallschutz oder Brandschutz­anforderungen oder raumhohe Türzargen mit Oberlicht, sowie Holzblock-Zargen, Schiebetürzargen in oder vor der Wand geführt und Strahlenschutzzargen. Allerdings sind je nach Beschaffenheit, Wandhöhe, Breite der Türöffnung sowie Gewicht des Türblatts (inklusive Beschläge) unterschiedliche Befestigungsarten zu wählen. Diese Parameter müssen unbedingt im Vorfeld festgestellt und in die Planung einbezogen werden. Denn nur wenn die jeweils abgestimmte, richtige Befestigungsart eingesetzt wird, ist eine dauerhafte Funktionsfähigkeit und Schadensfreiheit der Tür sichergestellt. In Abhängigkeit von der Wandhöhe, der Breite der Türöffnung und des Türgewichtes werden im Wesentlichen drei Befestigungsarten unterschieden:
 
Befestigung der Türzarge direkt an normalen CW-Ständerprofilen
Bei leichten Türen bis etwa 25 kg (inklusive Beschläge), einer Türbreite von maximal 88,5 cm und einer Wandhöhe von höchstens 2,60 m können die Zargen an normalen CW-Ständerprofilen befestigt werden.
 
Befestigung der Türzarge direkt an normalen CW-Ständerprofilen mit passgenau eingelegtem Holzprofil
Bei mittelschweren Türblättern mit einem Gewicht von maximal 35 kg (einschließlich Beschläge) und einer Breite von 90 cm sowie einer Wandhöhe von 2,80 m können CW-Profile mit passgenau eingelegter Holzaussteifung zur Anwendung kommen. Alternativ kann die Türzarge auch an zwei kastenförmig ineinander geschobenen CW-Profilen befestigt werden.
 
Befestigung der Türzarge an 2 mm dicken U-Aussteifungsprofilen
Für die Befestigung von Türzargen mit schweren Türblättern von mehr als 35 kg (einschließlich Beschläge) und einer Türbreite von mehr als 90 cm sowie einer Raumhöhe von mehr als  2,80 müssen für die Türöffnung 2 mm dicke UA-Aussteifungsprofile verwendet werden. Hier ist unter Umständen ein statischer Nachweis zu führen, unter Umständen sind noch stärker dimensionierte Profile notwendig.
 

Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten der Wandöffnungskonstruktionen mit CW-Profil und mit U-Aussteifungsprofil. (Bild: Fermacell)

Beplankungsschema einlagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell)

Beplankungsschema einlagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell)







Beplankungsschema einlagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8; (3) Bei angrenzenden Feldern axiale Stoßanordnung von Wandvorderseite zurückseite möglich (Bild: Fermacell)

Beplankungsschema einlagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8; (3) Bei angrenzenden Feldern axiale Stoßanordnung von Wandvorderseite zurückseite möglich (Bild: Fermacell)



Beplankungsschema zweilagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell)

Beplankungsschema zweilagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell)







Beplankungsschema zweilagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell); (3) Bei angrenzenden Feldern axiale Stoßanordnung von Wandvorderseite zu -rückseite möglich, jedoch generell Stoßversatz von äußerer zu unterer Lage einhalten (Bild: Fermacell)

Beplankungsschema zweilagig bekleideter Montagewand: (1) Verstärkungsprofil raumhoch für Türzarge; (2) Horizontaler Plattenstoß als Klebefuge gemäß Kapitel 2.5 und 2.8 (Bild: Fermacell); (3) Bei angrenzenden Feldern axiale Stoßanordnung von Wandvorderseite zu -rückseite möglich, jedoch generell Stoßversatz von äußerer zu unterer Lage einhalten (Bild: Fermacell)

Unterkonstruktion für Türzargen bei leichten und mittelschweren Türen

Bei der Montage von leicht und mittelschweren Türen müssen die UW-Bodenprofile so auf dem Rohboden befestigt werden, dass sich links und rechts der Aussparung die Dübel höchstens 100 mm vor der Türöffnung befinden. Die CW-Profile werden an Boden und Decke in die UW-Profile eingestellt. Die Verbindung der Profile erfolgt im Bodenbereich beispielsweise über eine Blindniete, der Deckenanschluss wird ohne Vernietung ausgeführt.

Unterkonstruktion für Türzargen bei schweren Türen

Bei den schweren Türen werden die UA-Aussteifungsprofile über Anschlusswinkel mit der oberen und unteren Rohdecke direkt verdübelt und dabei nicht in die UW-Profile eingestellt, um eine kraftschlüssige Verbindung zur Rohdecke zu gewährleisten. Langlöcher im Steg der UA-Profile und dem Anschlusswinkel ermöglichen die Aufnahme begrenzter Deckendurchbiegungen und den Ausgleich geringer Raumhöhentoleranzen. Wegen der zu erwartenden Durchbiegungen der Rohdecke sollten die UA-Aussteifungsprofile entsprechend kürzer zugeschnitten werden.

Türsturz

Sowohl bei Konstruktionen mit CW-Profilen als auch bei Konstruktionen mit dem UA-Aussteifungsprofil wird der Türsturz waagerecht mit einem UW-Profil ausgebildet. In das Türsturzprofil werden zwei CW-Ständerprofile ohne mechanische Befestigung eingestellt. Sie stellen sicher, dass bei der anschließenden Beplankung die Stöße der Gipsfaserplatten nicht auf dem Türständer, sondern oberhalb des Türsturzes liegen.

In Fluren mit vielen Türen ist ein Beplankungsplan sinnvoll, um die Türöffnungen regelgerecht einzubinden. (Bild: Fermacell)

In Fluren mit vielen Türen ist ein Beplankungsplan sinnvoll, um die Türöffnungen regelgerecht einzubinden. (Bild: Fermacell)

Die Plattenstöße auf den beiden Wandseiten müssen auch in der Höhe versetzt werden. (Bild: Fermacell)

Die Plattenstöße auf den beiden Wandseiten müssen auch in der Höhe versetzt werden. (Bild: Fermacell)

Je nach Türgröße und –gewicht muss ein statischer Nachweis geführt werden, ob ein normales U-Aussteifungsprofil ausreicht. (Bild: Fermacell)

Je nach Türgröße und –gewicht muss ein statischer Nachweis geführt werden, ob ein normales U-Aussteifungsprofil ausreicht. (Bild: Fermacell)

Beplankung

Bei der Beplankung der Türkonstruktion mit Gipsfaserplatten sollten wegen der zu erwartenden mechanischen Belastungen die Platten bei nicht raumhohen Türen so ausgeschnitten werden, dass Plattenstöße nicht auf jenen Ständern oder Aussteifungsprofilen zu liegen kommen, die an die Zargen angrenzen, sondern sich immer oberhalb der Türöffnungen befinden. Grundsätzlich ist bei der Beplankung ein Versatz von mindestens 20 cm einzuhalten. Horizontale Stöße im Türbereich sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Geht dies nicht, sind sie als Klebefuge auszubilden.
Wichtig für eine stabile Ausführung ist auch, dass die Stöße der Platten bei der vorder- und rückseitigen Beplankung zueinander versetzt sind. Bei zweilagiger Beplankung sind die Fugen der jeweils äußeren Gipsfaserplatten zur unteren Lage um einen Ständerabstand zu versetzen.
Die Befestigung der Platten oberhalb der Türöffnung erfolgt mit Schnellbauschrauben an den senkrechten CW-Profilen, die zwischen dem UW-Deckenprofil und dem UW-Türsturzprofil angeordnet sind. Die Verschraubung darf nur am CW-Profil, nicht aber am UW-Profil erfolgen. Bei Türen, die wegen einer übergroßen Raumhöhe oder eines besonders hohen Gewichtes statisch stark beansprucht werden, empfiehlt Fermacell, die Gipsfaserplatten im Bereich der Türelemente mit Klebefuge auszubilden. Die Dämmung im Wandhohlraum ist an die Zarge anzuarbeiten. Abschließend kann die Oberflächenbehandlung ohne Einschränkungen nach Wunsch ausgeführt werden.
 
Autor:
Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild: Fermacell
 

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