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Räderkauf-Keyvisual

Augen auf beim Räderkauf

Früher war vielleicht nicht alles besser aber vieles noch anders. Auch bei den manuellen  Schneidmaschinen und den dazugehörigen Schneiderädern. Noch vor ein paar Jahren musste man sich als Fliesenleger nicht viele Gedanken machen, wenn man mit seinem in die Jahre gekommenen Fliesenschneider wieder bessere Schneidergebnisse erzielen wollte: Man kaufte sich ein neues Hartmetallrädchen – und fertig.

Egal, ob Wandfliese, Bodenplatte oder Sockelleiste: Das Schneiderad aus Hartmetall – auch Widiarad genannt – war die Lösung für alle Herausforderungen. „Widia“ ist übrigens abgeleitet von „Wie Diamant“ und ist der Markenname eines Hartmetalls, das vor rund 90 Jahren entwickelt wurde und besonders widerstandsfähig ist. Aber natürlich ist der Begriff „besonders widerstandsfähig“ ein relativer. Denn mit dem Aufkommen der Feinsteinzeugfliesen, insbesondere solchen mit einer strukturierten Oberfläche, stießen die herkömmlichen Hartmetallräder an ihre Grenzen. Für solche Aufgaben wurden Schneideräder mit Titanbeschichtung entwickelt. Sie sollten immer dann zum Einsatz kommen, wenn Fliesen besonders dicht gebrannt und damit besonders hart sind oder wenn sie – wie bereits erwähnt – eine stark strukturierte Oberfläche aufweisen. An dieser Stelle lässt sich also bereits festhalten: Das „Eines für Alles “Schneiderad gibt es nicht – wichtig ist es, sich über den jeweiligen Bedarf klar zu werden.

 

Beschichtung und besonderer Schliff entscheidend

Dennoch ist auch bei harten, strukturierten Fliesen die Titanbeschichtung allein nicht für den Erfolg ausschlaggebend. Zudem werden die Schneidräder anders angeschliffen, wodurch sie im Vergleich zum Hartmetallrad haltbarer sind. Es lohnt sich also, den höheren Anschaffungspreis zu investieren.

 

Tipps der Redaktion

  • Für das Schneiden harter Materialien gibt es spezielle Schneideräder mit Titanbeschichtung.
  • Bei empfindlichen Glasuren empfiehlt sich der Einsatz so genannter Feinschnitträder.
  • Schneideräder sollten bei regelmäßigem Einsatz alle paar Monate gewechselt werden.
  • Beim Räderwechsel sollte auch die Achse kontrolliert und im Bedarfsfall ausgetauscht werden.
  • Hartmetallräder lassen sich drei bis viermal nachschleifen.

Handgeführte Schneidmaschine. 

Bild: Schmieder

Handgeführte Schneidmaschine.

Bild: Schmieder

Beim Wechseln des Schneiderads – im Bild ein Hartmetallrad – immer prüfen, ob die Achse auch erneuert werden muss. Bild: Karl Dahm

Beim Wechseln des Schneiderads – im Bild ein Hartmetallrad – immer prüfen, ob die Achse auch erneuert werden muss. Bild: Karl Dahm

Bei empfindlichen Glasuren empfiehlt sich der Einsatz eines Feinschnittrads. 
Bild: Karl Dahm

Bei empfindlichen Glasuren empfiehlt sich der Einsatz eines Feinschnittrads.
Bild: Karl Dahm

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie lange die durchschnittliche Lebensdauer eines Rads ist. Entscheidend für die Standdauer ist natürlich zum einen das Material, aber auch die Handhabung hat einen deutlichen Einfluss auf die Haltbarkeit: Je mehr Druck der Fliesenleger beim Schneidvorgang ausübt, umso kürzer ist die Lebensdauer. Manch einer wechselt sein Schneiderad einmal im Jahr, ein  anderer häufiger. Empfehlenswert ist ein Wechsel alle paar Monate, denn arbeiten Sie zu lange mit einem abgenutzten Exemplar, produziert dies vermehrt Bruch, was sich gerade bei teureren Fliesen nicht rechnet.

Einen Sonderfall stellen empfindliche Glasuren bei Steingut- oder Steinzeugfliesen dar. Für deren  Bearbeitung nutzen Sie am besten so genannte Feinschnitträder, wie Sie sie auch von Glasschneidern kennt.

Augen auf beim Räderkauf

Worauf sollten Sie also beim Kauf der Schneidräder achten? Zum einen müssen Sie sich entscheiden, ob Sie ein Schneiderad mit Titanbeschichtung benötigen oder eines aus Hartmetall ausreicht. An dieser Stelle ist es fast schon überflüssig zu erwähnen, dass Billigangebote in Lebensdauer

und Schnittergebnis gegenüber Qualitätsprodukten deutlich abfallen und sich der Gang zum  Fachhandel relativ schnell rentieren dürfte. Wichtig ist beim Auswechseln des Schneiderads, dass der Handwerker auch einen Blick auf die Achse wirft. Diese nutzt sich ebenfalls ab - besonders,

wenn beim Schneiden harter Materialien viel Druck im Spiel ist. Verwenden Sie also ein neues Schneiderad und verzichten auf die neue Achse, wird die Schnittqualität darunter leiden. Und da eine Achse zwischen einem und zwei Euro kostet, sollten Sie dabei wirklich nicht am falschen Ende sparen.

Möchten Sie trotzdem sparsam mit Ihrem Budget umgehen, Können Sie Ihr Schneiderad auch nachschleifen lassen. Für ca. 3,- € können Sie z. B. bei der Firma Karl Dahm Ihr Schneiderad so bearbeiten lassen und erhalten dieselbe Schnittqualität wie bei einem neuen Rad. Ein und dasselbe Schneiderad lässt sich so drei bis viermal nachbehandeln.

Einziger Wermutstropfen: Das Nachschleifen funktioniert nur bei den herkömmlichen Hartmetallrädern und nicht bei jenen mit Titanbeschichtung.

 

 

Autor: Michael Schmidt-Driedger

Keyvisual und Teaserbild: Schmieder

 

 

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