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Bohrkrone ist nicht gleich Bohrkrone

Diamantbohrkronen gibt es in vielen Ausführungen. Sie unterscheiden sich in erster Linie in ihrem Durchmesser und in der jeweiligen Bohrmethode, für die sie bestimmt sind. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Nass- und einer Trockenbohrung.

Egal, ob Sie sich für Nass- oder Trockenbohrung entscheiden – Sie müssen immer die dafür vorgesehenen Bohrkronen einsetzen, denn für beide Varianten gibt es spezielle Kronen. Für eine Nassbohrung  spricht unter anderem die geringere Staubentwicklung und somit auch eine geringere Staubbelastung. Eine Trockenbohrung ist dagegen immer etwas unkomplizierter, da Sie auf zusätzliches Werkzeug wie Bohrständer, Wasserzufuhr und Wanne verzichten kann. Trockenbohrungen stellen also die einfache und schnelle Methode dar.

Der Einsatz von Trockenbohrkronen macht nur bis zu einer Materialstärke von ca. 3,5 cm Sinn. Bei 4 cm dicken Platten kommen Sie um eine Nassbohrung nicht herum. Diese Methode ist zwar aufwendiger, funktioniert aber noch bei einer Plattenstärke von bis zu 6 cm. Nassbohrungen erlauben ein präzises Arbeiten, welches Ausbrüche an den Fliesen- und Plattenrändern weitgehend minimiert. Ein weiterer Vorteil: Mit speziellen, dünnwandigen Nassbohrkronen und einem Bohrständer können auch Materialien mit empfindlicher Oberfläche,  wie z. B. Glasfliesen oder -mosaik,  exakt bearbeitet werden.

Welche Durchmesser gehören in jeden Werkzeugkoffer?

Prinzipiell genügen drei bis vier Arten, nämlich Bohrkronen mit 40 und 50 mm Durchmesser für Sanitäranschlüsse und eine dritte für das Bohren bei Steckdosen. In diesem speziellen Fall streiten sich mitunter Fliesenleger, ob eine 68er- oder doch eher eine 65er-Krone das Mittel der Wahl ist. Trifft man vor Ort auf Steckdosen und Schalter mit kleineren Abdeckungen, ist die Krone mit 65 mm eher zu empfehlen. Allerdings haben Sie dann entsprechend weniger Spielraum beim Anzeichnen des Lochs. Eine sinnvolle Abrundung des Equipments stellen 100er-Kronen für den Ausschnitt am Toilettenablauf dar.

Bohrmaschine, Akkuschrauber oder Winkelschleifer?

Generell gilt: Beim Winkelschleifer sind Sie an der richtigen Adresse, wenn es gilt, Trockenbohrkronen auf der Baustelle in Szene zu setzen. Einzige Ausnahme sind kleinere Trockenbohrkronen mit einem Durchmesser bis 14 mm. Für deren Einsatz sind Akkuschrauber oder Bohrmaschinen aufgrund der geringeren Drehzahlen besser geeignet. Größere Bohrkronen hingegen benötigen für ein optimales Bohrergebnis und eine lange Standzeit die höher drehenden Winkelschleifer.

Nassbohrungen mit Bohrständer eignen sich für alle Materialien. Bild: Karl Dahm

Nassbohrungen mit Bohrständer eignen sich für alle Materialien. Bild: Karl Dahm

Bei Bohrkronendurchmessern bis 14 mm eignen sich Akkuschrauber besser als Winkelschleifer. Bild: Karl Dahm

Bei Bohrkronendurchmessern bis 14 mm eignen sich Akkuschrauber besser als Winkelschleifer. Bild: Karl Dahm

Bei größeren Bohrkronen ist der Winkelschleifer die richtige Wahl. Bild: Karl Dahm

Bei größeren Bohrkronen ist der Winkelschleifer die richtige Wahl. Bild: Karl Dahm

  • Für Diamantbohrkronen bis 14 mm Durchmesser empfiehlt sich der Einsatz von Akkuschraubern oder Bohrmaschinen
  • Diamantbohrkronen mit mehr als 14 mm Durchmesser sollte man mit einem Winkelschleifer verwenden
  • Für weichere Materialien wie z. B. Steingutfliesen sind Bohrkronen aus Hartmetall besser geeignet.
  • Glasfliesen und -mosaik lassen sich am besten mit einer Nassbohrung mittels Bohrständer bearbeiten.
  • Bei Steckdosen mit schmalen Abdeckungen sind 65er-Kronen sinnvoller als solche mit 68 mm Durchmesser.

Eine für alles?

Diamantbohrkronen sind prädestiniert für den Einsatz in harten Materialien wie Feinsteinzeug oder auch Granite und andere Natursteine. Da sollte so eine Krone mit weicheren Fliesen leichtes Spiel haben – sollte man meinen.

Doch weit gefehlt: Zwar kann der Fliesenleger damit auch durch Steingutfliesen bohren, die Krone nutzt sich dabei aber schneller ab. Sinnvoller ist es deshalb bei weicheren Fliesen eine Hartmetallkrone zu nutzen. Sie hält länger und ist von vornherein günstiger in der Anschaffung.

Vorsichtiger Umgang verlängert die Lebensdauer

Wichtig ist  es beim Einsatz die Bohrkrone schräg anzusetzen und anschließend mit kreisenden Bewegungen in das Material einzutauchen. Achtet der Fliesenleger nicht darauf, verkürzt sich die Lebensdauer des Werkzeuges erheblich und die Arbeitsergebnisse fallen auch nicht optimal aus.

Ein weiterer Punkt ist die drohende Überhitzung der Diamantbohrkrone. Um diese zu verhindern, darf der Anpressdruck nicht zu hoch sein. Ratsam sind längere Pausen, in denen die Bohrkrone abkühlen kann. Je härter die Fliese oder Platte ist, desto häufiger sollten die Pausen gewählt werden. Einen Sonderfall bilden in diesem Zusammenhang Hohlbohrer mit einem maximalen Durchmesser von 14 mm: Diese sind je nach Ausführung mit wachsartigem Paraffin gefüllt, das durch die während des Bohrens entstehende Hitze flüssig wird und dadurch wiederum den Bohrer abkühlt.

Eine Diamantbohrkrone hält bei sachgerechtem Einsatz in der Regel rund 50 bis 60 Bohrungen. Werden von Händler- oder Herstellerseite deutlich längere Standzeiten propagiert, sollten Sie skeptisch sein.

Anders verhält es sich bei Bohrkronen für Nassbohrungen. Sie sind nicht nur für alle Materialien geeignet, sondern haben auch eine Lebensdauer von mindestens 150 Löchern. Im Zweifel empfiehlt sich beim Kauf immer der Gang zum versierten Fachhändler. 

 

Autor: Michael Schmidt-Driedger

Keyvisual und Teaserbild: Karl Dahm

 

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